Wer vermisst diese Katzen? Tieraussetzungen derzeit „extrem“

Lesedauer: 4 Min
 Katzensohn Kimba (li. in Rot-Weiß) und Sina wurden in Laichingen gefunden. Sina wurde eingeschläfert.
Katzensohn Kimba (li. in Rot-Weiß) und Sina wurden in Laichingen gefunden. Sina wurde eingeschläfert. (Foto: GH)
Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm

Heiligabend steht vor der Türe, Weihnachten – das Fest der Liebe, der Familie. Türen öffnen sich... manchmal allerdings auch nur, um etwas vor die Türe zu setzen. Katzen in Laichingen zum Beispiel.

Das Aussetzen von Haustieren in der Leinenweberstadt sei in jüngster Vergangenheit „extrem“, sagt Gabriele Hagmann, Leiterin des für den Alb-Donau-Kreis und den Landkreis Göppingen zuständigen Tierheims in Geislingen. Erst kürzlich ist im Laichinger Mitteilungsblatt nach den Besitzern dreier Katzen gesucht worden: nach zwei zirka acht Wochen alten Katzenbabys (mit Schildplattmuster sowie in Rot-Weiß) und der dazu gehörigen grau-getigerten Katzenmama. Gefunden wurden die drei Tiere laut Gabriele Hagmann im Gewerbegebiet in Laichingen.

Sina wurde eingeschläfert

Allerdings musste vor gut zehn Tagen eines der beiden Katzenbabys eingeschläfert werden. Sina, das Kätzchen mit dem Schildplattmuster, habe nicht mehr gefressen, erzählt die Tierheimleitern. „Alle drei waren in Quarantäne. Wir haben schon gemerkt, dass mit Sina was ist und sind deshalb zum Tierarzt gegangen. Sie hatte auch Fieber.“ Dem Heim sei dann aber nichts mehr anderes übrig geblieben, als das wenige Wochen alte Tier einschläfern zu lassen. Was Sina genau hatte, weiß Gabriele Hagmann nicht. „Wir hoffen, die anderen beiden bleiben fit.“

Wir bekommen auch ganz andere, da hängt die Gesundheit an einem seidenen Faden. Gabriele Hagmann, Tierheimleiterin

Doch diese drei Katzen sind nicht die einzigen Fundtiere aus Laichingen. In den vergangenen acht Wochen seien es insgesamt acht Katzen gewesen, die im Heim in Geislingen abgegeben wurden – im kompletten übrigen Jahr keine einzige.

 Katzenmama Mara geht es den Umständen entsprechend gut.
Katzenmama Mara geht es den Umständen entsprechend gut. (Foto: GH)

Woran das liegt, kann sich Gabriele Hagmann nicht erklären. Nur eines: Es seien alles Tiere, die ausgesetzt wurden – da ist sie sich sicher. „Im Gewerbegebiet gibt es ja keine Katzen“, sagt sie: „Da gibt es auch keine Bewohner.“

Generell habe – über das Jahr gesehen – die Zahl der Fundtiere im Zuständigkeitsbereich des Geislinger Tierheims zugenommen. „Mehr als 130 Katzen mussten wir schon aufnehmen“, berichtet Heimleiterin Gabriele Hagmann und ergänzt: „Aber wir sind ein kleines Tierheim. Wir sind an der Grenze.“ Hinzu komme, dass jede Katze, die gebracht wird, zur Sicherheit für eine gewisse Zeit erst in Quarantäne müsse. „Auch hier sind wir begrenzt.“ Und nicht alle Fundtiere seien so fit wie zumindest die zwei übrig gebliebenen aus Laichingen. „Wir bekommen auch ganz andere, da hängt die Gesundheit an einem seidenen Faden“, sagt Gabriele Hagmann. So wie bei Sina.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen