Warum ein Waldkindergarten in Merklingen scheitert und in Laichingen klappen soll

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 Die Vereinsführung des Waldkindergarten-Vereins Merklingen um Beatrix Danzer (Zw.v. li.).
Die Vereinsführung des Waldkindergarten-Vereins Merklingen um Beatrix Danzer (Zw.v. li.). (Foto: Scholz)
Redaktionsleiter

In Laichingen soll, wenn genügend Interesse besteht, ein Waldkindergarten entstehen. Schon im kommenden Jahr könnte es soweit sein. Ursprünglich sollte die besondere Betreuungsform im Freien in Merklingen realisiert werden. Was aber an einer – entscheidenden – Formalie scheiterte, wie Beatrix Danzer vom Waldkindergarten-Verein Merklingen erklärt.

Noch bis kommenden Mittwoch können Eltern ihr Interesse für den Laichinger Waldkindergarten bekunden. Auf der Homepage der Stadt (www.laichingen.de, unter „News“) findet sich der Fragebogen. Laut Beatrix Danzer, der Vorsitzenden des Vereins „Waldkindergarten Merklingen – Alb“, richte sich die Bedarfsumfrage zunächst einmal an alle, also nicht nur an Laichinger Eltern. Schließlich gehe es jetzt erst Mal darum, das grundsätzliche Potenzial zu erkunden. Erst in einem zweiten Schritt, wenn es an die Umsetzung geht, soll geklärt werden, welche Kinder tatsächlich in der Einrichtung, für die es auf Machtolsheimer Gemarkung schon einen Platz gibt, betreut werden können.

Hängt auch späterer Trägerschaft ab

Dies wird auch von der späteren Trägerschaft abhängen. Liegt diese allein bei der Stadt Laichingen, werden wohl auch nur Laichinger Kinder angemeldet werden können. Wäre der Merklinger Waldkindergarten-Verein im Boot, könnte dies die Tür zumindest für Kinder auch aus Merklingen aufmachen. Auch diese Option steht im Raum. Hintergrund: Laut Laichinger Gemeinderatsbeschluss werden in keinem Laichinger Kindergarten neue auswärtigen Kinder mehr aufgenommen.

An der Frage der Trägerschaft war der ursprüngliche Plan des Vereins um Beatrix Danzer gescheitert, einen Waldkindergarten in Merklingen aufzumachen. Die Planungen zogen sich über Jahre hin. Nun aber teilt Danzer mit: „In Merklingen ist das nicht zu realisieren.“ Begründung: Zwar habe die Merklinger Verwaltung das Ansinnen durchaus wohlwollend unterstützt, jedoch hätte die Trägerschaft bei einer Realisierung in Merklingen zunächst ausschließlich beim Verein liegen müssen. „Das hätten wir nicht leisten können“, sagt Danzer, die ergänzt: Eventuell wäre die Gemeinde Merklingen zu einem späteren Zeitpunkt aufgesprungen. Doch die Unsicherheit sei zu groß gewesen. Organisation, Anstellung der Betreuungskräfte, Versicherungen – um all dies und noch viel muss sich ein Träger kümmern.

Wie viele Kinder es braucht, damit das Angebot nun in Laichingen zustande kommt, kann Danzer nicht sagen. Klar aber: Je mehr, desto besser. Auch ihre eigene Tochter würde sie dann sehr gerne, sollte der Kindergarten rechtzeitig in Betrieb gehen, dort anmelden. Danzer ist selbst Erzieherin. Worin das Besondere eines Waldkindergartens besteht? „Er wäre eine Alternative zum normalen Kindergarten.“ Das Reizvolle für sie: „Das Reduzierte von allem: weniger Lärm, weniger Spielzeug. Die Kinder sind in einem Waldkindergarten ganz bei sich.“

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