„Umgang mit Schiedsrichtern muss respektvoller werden“

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Schwäbische Zeitung

In seiner Amtszeit als Vorsitzender des Fußballbezirks Donau/Iller hat Manfred Merkle einiges erlebt. Und es soll noch mehr dazukommen. Was, verrät er im Interview mit Winfried Vogel.

Herr Merkle, kurz vor dem Jahreswechsel hatten Sie gesundheitliche Probleme. Wie geht es Ihnen inzwischen?

Merkle: Mir geht es wieder ganz gut. Ich bin zufrieden und kann mich wieder voll dem Fußball zur Verfügung stellen.

 Der Vorsitzende des Fußball-Bezirks Donau/Iller Manfred Merkle will in zwei Jahren sein Amt abtreten.
Der Vorsitzende des Fußball-Bezirks Donau/Iller Manfred Merkle will in zwei Jahren sein Amt abtreten. (Foto: Ilse Riedel)

Sie wurden beim letzten Bezirkstag zum siebten Mal an der Spitze des Fußballbezirks im Amt bestätigt. Was hat Sie bestärkt, weiter zu machen?

Mir macht die Arbeit im Bezirk nach wie vor Spaß. Ich habe ein gutes Team um mich und ich möchte mich einfach für den Amateurfußball engagieren.

Was waren rückblickend die größten Herausforderungen?

Ein vernünftiger und ausgewogener Spielbetrieb im Bezirk ist das Wichtigste. Dies regelmäßig hinzubekommen, ist jedes Jahr eine große Herausforderung. Daneben gehört auch, immer wieder gute und motivierte Mitarbeiter für den Bezirk zu finden.

Wie ist der aktuelle Stand in der Strukturreform, durch die das gesamte Verbandsgebiet neu geordnet werden soll?

Die Kommission zur Spielklassenreform ist zum Ergebnis gekommen, dass unter den jetzigen Strukturen kein besseres Spielsystem möglich ist. Die Frage muss erlaubt sein, ob es weiterhin Bezirke, in diesen unterschiedlichen Größen geben muss. Deshalb habe ich den Antrag auf Überprüfung ausdrücklich unterstützt.

Die Saison im württembergischen Fußball ist bereits in der Winterpause. Wie der Spielbetrieb in Zukunft organisiert wird, dieser
Die Saison im württembergischen Fußball ist bereits in der Winterpause. Wie der Spielbetrieb in Zukunft organisiert wird, dieser Frage geht die WFV-Kommission „Verbandsstruktur“ nach. (Foto: Matthias Jansen)

Erwarten Sie durch die Strukturreform Konsequenzen für unseren Bezirk?

Nein, ich bin aber gegenüber allen eventuellen Änderungen oder Neuerungen völlig offen.

Thema Spielbetrieb: Wird es aktuell Änderungen geben?

Wir haben uns für einen geänderten Relegationsmodus von der Kreisliga A zur Bezirksliga entschieden. Es wird erstmals zwei Halbfinalspiele und ein Endspiel geben. Die Auslosung erfolgt bei der nächsten Bezirksvorstandssitzung.

Die diesjährige Winterpause fällt mit 14 Wochen großzügig aus, es geht erst am 17. März weiter. Was gab den Ausschlag?

Ja, die Pause ist relativ lange. Aber aus meiner Sicht macht es auch wenig Sinn, bei entsprechend schlechten Witterungsverhältnissen zu spielen. Ob so eine lange Pause nötig ist, hängt ja immer vom Wetter ab. Auch darf nicht vergessen werden, dass bei entsprechend schlechten Bedingungen die Spiele nur noch von ganz wenigen Zuschauern besucht werden.

Das Interesse an Hallenturnieren ist stark zurückgegangen. Droht dem Hallenfußball das Aus?

Das Interesse ist im ganzen Verbandsgebiet und darüber hinaus rückläufig. Viele Spieler wollen einfach eine längere Pause. Dazu fürchten einige Vereinsverantwortlichen die Verletzungsgefahr. Die ist aus meiner Sicht aber nicht größer, wie im Spiel auf dem Feld oder im Training.

Mit dem TSV Buch, TSV Blaustein und Aufsteiger TSV Neu-Ulm spielen drei Bezirksvereine in der Landesliga. Machern Sie sich Sorgen um die Spielstärke unseres Bezirks?

Für alle drei Vereine ist es schwer, die Klasse zu halten. Die Spielstärke sollte aber bei allen drei Mannschaften zum Klassenerhalt ausreichen.

Der SSV Ulm 1846 Fußball peilt mittelfristig die dritte Liga an. Wie wichtig wäre ein Profiverein für unsere Region?

Ich glaube schon, dass es für den Fußballbezirk gut wäre, wenn der SSV 46 wieder höherklassig spielen würde. Das Interesse ist vorhanden, dies haben die beiden DFB-Pokalspiele gezeigt. Es könnte vielleicht einen kleinen Boom auslösen.


Roland Groner (rechts), langjähriger Freund und Obmann der Schiedsrichtergruppe Blautal/Lonetal, überreicht Wilhelm „James“ Erz
Roland Groner (rechts), langjähriger Freund und Obmann der Schiedsrichtergruppe Blautal/Lonetal, überreicht Wilhelm „James“ Erz in seinem Zimmer im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm eine große Karte mit Geburtstags- und Genesungswünschen der Schiedsr (Foto: Kroha)

Droht im Bezirk die Gefahr eines Schiedsrichtermangels?

Den Mangel an Schiris im Bezirk möchte ich noch nicht als bedrohlich bezeichnen. Aber es müssen alle dafür Verantwortlichen alles unternehmen, damit diese Entwicklung gestoppt wird. Das gilt für Vereine, Bezirk und die Schiedsrichtergruppen. Hier wäre schon viel geholfen, wenn der Umgang mit den Unparteiischen durch Spieler, Vereinsfunktionäre und Zuschauern respektvoller werden würde.

Ihre Amtszeit als Bezirksvorsitzender geht 2021 zu Ende. Gibt es schon Pläne, kürzer zu treten?

Noch sind es mehr als zwei Jahre. Bis dahin möchte ich mich weiter voll und ganz für den Fußballbezirk Donau/Iller und den Verband engagieren. Eine Amtszeit darüber hinaus wird es aber nicht mehr geben.

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