Stadtbücherei Laichingen verzeichnet neuen Rekord

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Vier Frauen in einer Bücherei
Das Team der Stadtbücherei Laichingen mit Marion König (von links), Lena Findeisen, Kristina Wörz und Julia Mack arbeiten an Alternativangeboten, da die Einrichtung wegen des Coronavirus schließen musste. (Foto: Steffen Roller)
Redaktionsleiterin
Schwäbische Zeitung

Zahlreiche Besucher nutzen die Angebote der Stadtbücherei an jedem Öffnungstag. Viele hätten in Zeiten von Corona noch mehr Zeit, sich dort mit Lesestoff einzudecken und zu lesen. Doch darauf müssen sie nun verzichten. Genau wie andere öffentliche Einrichtungen müssen auch Bibliotheken bis auf Weiteres eine Pause einlegen. Auf Lesestoff und Informationen müssen die Nutzer der Stadtbücherei trotzdem nicht verzichten.

 

Die Online-Bibliothek macht es möglich. Rund 30000 E-Books – Romane oder auch Sachbücher – werden über die Homepage der Stadtbücherei bereitgestellt. Zusätzlich sind Hörbücher, Zeitschriften und Zeitungen zum Download abrufbar. Dort finden registrierte Benutzer auch Zugang zu den Datenbanken des „Munzinger-Archivs“ der „Brockhaus-Enzyklopädie“ und dem Filmportal „filmfriend“.

 

Um Schülern die Arbeit während der schulfreien Zeit zu erleichtern, erweitert die Stadtbücherei ihre digitalen Angebote um den „Duden Basiswissen Schule“ und das „Brockhaus Schülertraining“, die derzeit von den Verlagen kostenlos angeboten werden.

 

Zudem verweist die Stadtbücherei auf das Leselernportal „Onilo“, das während der Schließzeit animierte Bilderbücher kostenlos zur Nutzung anbietet.

 

In Planung: Die Wirtschaftsvereinigung Laichingen bietet einen ehrenamtlichen Lieferservice an. Auch die Stadtbücherei möchte sich beteiligen. Wer gedruckte Lektüre benötigt, kann sich per E-Mail oder auch Telefon während der eigentlich üblichen Öffnungszeiten melden. Auf der Homepage können Interessierte nach verfügbaren Medien recherchieren.

 

„Ansonsten schnüren wir auch gerne Überraschungspakete oder beraten am Telefon und schauen, was in den Regalen steht“, zeigt Bücherei-Leiterin Marion König auf. Die Rückgabe kann über den Rückgabekasten erfolgen.

Derzeit ist die Stadtbücherei in Laichingen geschlossen. Dennoch gibt es die Möglichkeit, einige Angebote zu nutzen. Marion König, die Leiterin der Stadtbücherei Laichingen, nutzt die Zeit, um auf das vergangene Jahr zurückzuschauen.

Es werde ausgeliehen, gelesen, gearbeitet, am Handy gespielt, geflirtet, geredet. Die Stadtbücherei Laichingen sei für viele Menschen ein wichtiger Ort der Begegnung. Das fällt derzeit aus. Dennoch: Die Stadtbücherei gehört zu den besucherstärksten Einrichtungen in der Stadt. Im vergangenen Jahr haben die Gästeströme laut König nochmals ordentlich zugenommen.

„Wir freuen uns“, so Marion König, „dass wir mit unseren vielseitigen Angeboten einen Beitrag zu einer lebendigen Stadtgesellschaft leisten dürfen und für viele Menschen zum alltäglichen Leben gehören.“

Auf die Digitalisierung setzen

Gleichzeitig konnte die Stadtbücherei im vergangenen Jahr einen neuen Rekord in der medialen Nutzung erzielen. Mehr als 122 000 Ausleihen und digitale Nutzungen bedeuten ein Plus von knapp zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Neben dem traditionellen Medienangebot setzt die Stadtbücherei bereits seit vielen Jahren auf Digitalisierung.

Das neueste Angebot in diesem Bereich ist der Streamingdienst „filmfriend“, der seit dem vergangenen Jahr für alle Bibliothekskunden freigeschaltet wurde. Daneben können registrierte Leser über die Homepage der Stadtbücherei rund um die Uhr auf qualifizierte Wissens-Datenbanken, die von Redakteuren geprüft und laufend aktualisiert werden, und eine große Auswahl an E-Books zurückgreifen.

Schmökern liegt im Trend

Digitales Schmökern scheint in Laichingen weiterhin im Trend zu liegen. Knapp 11 000 E-Books wurden im vergangenen Jahr entliehen, 2018 waren es noch 9000. Aber auch die Nutzung der zeit- und ortsunabhängigen Online-Services, wie zum Beispiel die Vorbestellung oder Verlängerung von Medien, nimmt weiter zu.

Genau an dieser Stelle könnte die Sache für die Stadtbücherei einen Haken haben. Denn wenn die Ausleihe unabhängig vom Bibliotheksbesuch funktioniert, stellt sich die Frage, wie sich demzufolge die klassische Ausleihe vor Ort in der Stadtbücherei entwickelt.

Die digitalen Angebote können die Stadtbücherei nicht ersetzen.

Marion König

„Die digitalen Angebote können die Stadtbücherei nicht ersetzen“, erläutert Marion König. Auch die Zahl der klassischen Entleihungen sei im vergangenen Jahr wieder angestiegen. Insgesamt 21 741 Medien hält die Stadtbücherei mittlerweile in diesem Bereich bereit. Im vergangenen Jahr entliehen sich 2400 aktive Büchereikunden über drei Prozent mehr gedruckte Bücher, Brettspiele, Spielfilme, Hörbücher und Zeitschriften als im Vorjahreszeitraum, die übrigens auch über den Medienrückgabekasten außerhalb der Öffnungszeiten abgegeben werden dürfen.

Service vor Ort und darüber hinaus

Neben dem Medienangebot vor Ort bietet die Bücherei den Service des Deutschen Leihverkehrs an, um wissenschaftliche Literatur aus anderen Bibliotheken für ihre Leser zu besorgen. Knapp 400 Mal wurde dieser Service 2019, überwiegend von Schülern und Studierenden, genutzt.

Besonders nachgefragt und belebt sei die Stadtbücherei samstags. Während drei Öffnungsstunden werden bis zu 600 Medien im realen Raum ausgeliehen. „In dieser Zeit wird ganz besonders deutlich, wie sehr wir an unsere räumlichen Grenzen angelangt sind“, sagt Marion König.

Neben der Auswahl, Bereitstellung und Ausleihe von Medien für alle Altersgruppen ist für das Team der Stadtbücherei die Förderung von Lesekompetenz wesentlicher Arbeitsauftrag. Die alarmierenden Ergebnisse der PISA-Studie 2019 mit Schwerpunkt Lesekompetenz haben laut Marion König ein weiteres Mal bestätigt, wie wichtig dieser Bereich ist: Ein Fünftel der 15-Jährigen sei kaum in der Lage, den Sinn von Texten zu erfassen und zu reflektieren.

Hilfe für Eltern und Bildungspartner

Um Eltern und Bildungspartner bei der Förderung dieser Schlüsselkompetenz zu unterstützen, baut das Büchereiteam seit vielen Jahren die Angebote zur Leseförderung aus. Das Leseförderungskonzept der Stadtbücherei zieht sich wie ein roter Faden vom Kleinkindalter bis zur Oberstufe.

Leseförderung beginnt in der Stadtbücherei bereits bei Kindern zwischen eineinhalb und drei Jahren bei der eigentlich monatlich stattfindenden Mini-Veranstaltung mit Tanja Ciborovius. Für Kinder zwischen drei und vier Jahren werden seit dem vergangenen Jahr die schönsten Bilderbücher beim „Bilderbuchtreff“ präsentiert. Für die Größeren kommt Dorothea Reutter regelmäßig mit ihrem bunt gemischten Märchenschatz nach Laichingen.

Leseförderung wird großgeschrieben

Leseförderung wird auch beim Lese- und Literaturfest im Herbst großgeschrieben, wenn berühmte Autoren der Kinder- und Jugendliteratur in Laichingen zu Gast sind. Im vergangenen Jahr kamen über 700 Schüler in den Genuss einer Veranstaltung. Aktionen wie der jährlich stattfindende Sommerleseclub, die Leseleiter, die Schultütenaktion oder der Vorlesewettbewerb tragen ebenfalls dazu bei, Kindern das Lesen schmackhaft zu machen. Durch ihre Kooperationsvereinbarungen mit allen Schulen am Ort erreiche die Stadtbücherei regelmäßig alle Schüler.

Mithilfe der Bildungs-App „Actionbound“ lädt die Stadtbücherei Schüler ab der achten Klassenstufe seit dem vergangenen Jahr auf eine digitale Erlebnistour durch die Bibliothek ein. Insgesamt 55 Schulklassen hat das Team der Stadtbücherei im vergangenen Jahr altersgerecht und spielerisch in die Nutzung und das Angebot der Stadtbücherei eingeführt.

Die Bemühungen um die Leseförderung scheinen sich auszuzahlen. Das Interesse von Kindern und Jugendlichen an Büchern ist laut Marion König in Laichingen ungebrochen groß. Das belegen die stetig steigenden Ausleihzahlen in diesem Bereich. Im Jahr 2019 wurden 36 251 gedruckte Kinder- und Jugendbücher ausgeliehen. Das sind elf Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Nicht nur für die Kinder im Angebot

Autoren und Bücher bei Veranstaltungen kennenzulernen, sei nicht nur bei Kindern beliebt. Die zahlreichen Lesungen, Vorträge, Theatervorstellungen, Lesenächte, Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ermöglichten Begegnungen und Gespräche und dienen der aktiven Literaturförderung, sowie der kulturellen Bildung und würden wesentlich zu einer Belebung der Stadtbücherei beitragen, so Marion König.

Zahlreiche Besucher nutzen die Angebote der Stadtbücherei an jedem Öffnungstag. Viele hätten in Zeiten von Corona noch mehr Zeit, sich dort mit Lesestoff einzudecken und zu lesen. Doch darauf müssen sie nun verzichten. Genau wie andere öffentliche Einrichtungen müssen auch Bibliotheken bis auf Weiteres eine Pause einlegen. Auf Lesestoff und Informationen müssen die Nutzer der Stadtbücherei trotzdem nicht verzichten.

 

Die Online-Bibliothek macht es möglich. Rund 30000 E-Books – Romane oder auch Sachbücher – werden über die Homepage der Stadtbücherei bereitgestellt. Zusätzlich sind Hörbücher, Zeitschriften und Zeitungen zum Download abrufbar. Dort finden registrierte Benutzer auch Zugang zu den Datenbanken des „Munzinger-Archivs“ der „Brockhaus-Enzyklopädie“ und dem Filmportal „filmfriend“.

 

Um Schülern die Arbeit während der schulfreien Zeit zu erleichtern, erweitert die Stadtbücherei ihre digitalen Angebote um den „Duden Basiswissen Schule“ und das „Brockhaus Schülertraining“, die derzeit von den Verlagen kostenlos angeboten werden.

 

Zudem verweist die Stadtbücherei auf das Leselernportal „Onilo“, das während der Schließzeit animierte Bilderbücher kostenlos zur Nutzung anbietet.

 

In Planung: Die Wirtschaftsvereinigung Laichingen bietet einen ehrenamtlichen Lieferservice an. Auch die Stadtbücherei möchte sich beteiligen. Wer gedruckte Lektüre benötigt, kann sich per E-Mail oder auch Telefon während der eigentlich üblichen Öffnungszeiten melden. Auf der Homepage können Interessierte nach verfügbaren Medien recherchieren.

 

„Ansonsten schnüren wir auch gerne Überraschungspakete oder beraten am Telefon und schauen, was in den Regalen steht“, zeigt Bücherei-Leiterin Marion König auf. Die Rückgabe kann über den Rückgabekasten erfolgen.

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