Stadt wirbt für Wanderweg, der völlig zugewachsen ist

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 Nun ist alles aus. Nur das „H“ auf dem kleinen weißen Schild verrät, dass man sich noch auf dem „Historischen Wanderweg“ befind
Nun ist alles aus. Nur das „H“ auf dem kleinen weißen Schild verrät, dass man sich noch auf dem „Historischen Wanderweg“ befindet. Aber wie soll’s weitergehen? (Foto: sur)
Heinz Surek

Der Geschichtsverein Laichinger Alb beklagt den Zustand des „Historischen Wanderwegs“. Er beginnt und endet am Parkplatz beim Schützenhaus, führt über die nördliche Markung Laichingens und berührt auch Westerheimer „Hoheitsgebiet“. Doch es gibt kaum mehr ein Durchkommen.

Bei der Mitgliederversammlung des Geschichtsvereins wurden nun Bilder gezeigt, in welchem Zustand sich der „Historische Wanderweg“ heute befindet. Mit Entsetzen hätten die Besucher es zur Kenntnis genommen, dass aus dem „Historischen“ ein „Abenteuer“-Wanderweg geworden sei, bei dem man sich „durch das Dickicht quälen“ und mächtige Baumstämme übersteigen müsse, wenn man den Wanderweg begehen wolle. Was durchaus lohnenswert sei.

 Mit diesen Prospekten hat die Stadt Laichingen auch auf der Messe für Caravan, Motor und Touristik (CMT) in Stuttgart Werbung g
Mit diesen Prospekten hat die Stadt Laichingen auch auf der Messe für Caravan, Motor und Touristik (CMT) in Stuttgart Werbung gemacht. (Foto: sur)

Auf Hinweistafeln werden fachkundig einige interessante historische Bodendenkmale erklärt, so der Geschichtsverein; etwa das „Brünnele“ auf Weidstetten, der „Kuttel-Aple-Stoi“, die Römerstraße, zwei Keltengräber und die eindrucksvolle keltische Viereckschanze auf Westerheimer Markung. Auch für weniger historisch Interessierte biete der etwa neun Kilometer lange Weg über die mittlere Kuppenalb „eine entspannende und geruhsame Rundwanderung“ in reizvoller Landschaft.

1984 vom „Höhlen-Frank“ angelegt

Angelegt wurde der „Historische Wanderweg“ im Mai 1984 von Helmut Frank, dem „Höhlen-Frank“, einem damals international bekannten Laichinger Höhlen- und Fledermausforscher. Außerdem war er als hauptberuflicher Naturschutzwart beim Schwäbischen Albverein tätig, wobei ihm insbesondere der Höhlenschutz am Herzen lag. Einen Monat später konnte Frank auch den von ihm konzipierten „Karstkundlichen Wanderweg“, der bei der Tiefenhöhle beginnt und endet, der Öffentlichkeit vorstellen.

Der Geschichtsverein teilt mit, dass die Stadt Laichingen gut daran tat, über diese beiden Wanderwege professionelle Prospekte anfertigen und diese auf der Stuttgarter CMT, der weltweit größten Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit, verteilen zu lassen. Der Zustand sei aber nicht tragbar. Hier sei dringend Abhilfe vonnöten, wurde gefordert, und die Stadtverwaltung möge privaten Waldbesitzern anbieten, bei der Wiederherstellung des Wanderwegs behilflich zu sein. Ein erstes Informationsgespräch mit Bürgermeister Klaus Kaufmann habe bereits stattgefunden.

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