Stadt beteiligt sich an Jugendarbeit – Kritik am Jugendbeirat

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 Das Jugendhaus in Laichingen.
Das Jugendhaus in Laichingen. (Foto: Archiv / Scholz)
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„Tolle Sache – toller Anfang“: Gisela Steinestel (LAB) hat am Montag die Einstellung des Gemeinderats zur neuen Laichinger Jugendarbeit zusammengefasst. Einstimmig beschloss das Gremium, als Kooperationspartner des schon angelaufenen Projekts einzusteigen. Kritik musste sich der Jugendbeirat anhören.

„Ich vermisse den Jugendbeirat“, sagte am Montagabend Stadträtin Esther Maria Eiben (BWV). Sie war nicht alleine. Auch Bernhard Schweizer (LAB) äußerte leise Kritik an den Mitgliedern des Jugendbeirats, weil von ihnen kein Vertreter anwesend war bei der Sitzung des Gemeinderats. Und das, obwohl die Laichinger Jugend und damit ihre Vertreter im Jugendbeirat von einem Punkt doch direkt betroffen gewesen wären: Bei der Frage, ob die Stadt bei der neuen Jugendarbeit finanziell einsteigen soll.

 Natasha Pilipovic ist eine der beiden Laichinger Streetworkerinnen. Sie empfängt zusammen mit ihrer Kollegin Sophia Burkhardt i
Natasha Pilipovic ist eine der beiden Laichinger Streetworkerinnen. Sie empfängt zusammen mit ihrer Kollegin Sophia Burkhardt in Zukunft nicht mehr nur freitags, sondern auch am Mittwoch die Jugendlichen im Laichinger Jugendhaus. (Foto: Kroha)

Obwohl kein Vertreter des Laichinger Nachwuchses anwesend war, gaben die Räte dem Beschlussvorschlag der Verwaltung grünes Licht. Das bedeutet: Ab April und bis Ende 2020 ist die Stadt finanziell im Boot; dies aber in überschaubarem Rahmen, mit 10 000 Euro. Gleichzeitig übernimmt Laichingen den Vertrag mit dem Dienstleister: der Jugend- und Erwachsenenhilfe Seitz aus Neu-Ulm.

Finanzielle Hauptlast bei Stiftung und Kinderschutzbund

Angestoßen hatten die Jugendarbeit die Bürgerstiftung Laichinger Alb und der Kinderschutzbund. Sie tragen mit 41 000 und 27 500 Euro bis Ende 2020 die finanzielle Hauptlast.

So wirklich spannend wird das Ganze auch erst, wenn der Vertrag ausläuft. Dann muss entschieden werden, ob das Projekt, das derzeit von zwei Streetworkerinnen mit einer 0,5-Stelle betreut wird – und die am Montag erkrankt ebenfalls nicht anwesend sein konnten – weitergeführt wird. Denkbar ist auch, dass sich die Stadt um diese Art der Jugendarbeit dann komplett in Eigenregie kümmert. Oder aussteigt.

Dies hängt in erster Linie von den Ergebnissen ab, die nun erzielt werden. Und schon jetzt seien „überraschend tolle Erfolge“ erzielt worden, wie Ralf Schiffbauer, Vorsitzender der Bürgerstiftung, feststellte. Schweizer stellte fest, dass mit dem neuen Angebot eine Lücke geschlossen worden sei. Nun gebe es fünf Säulen der Jugendarbeit: in Vereinen, an den Schulen, die Jugendarbeit der Kirchen, die neue mobile Jugendarbeit und die Jugendarbeit des Jugendbeirats.

Zu Letzterem äußerte sich auch Uli Rößler (BWV) nachdenklich. Ihm sei aufgefallen, dass er keine Einladungen mehr zu Sitzungen des Jugendbeirats bekomme, sich „nichts mehr bewegt“. Was Bürgermeister Klaus Kaufmann so nicht stehen lassen wollte. Der Jugendbeirat sei sehr wohl aktiv; allerdings habe es personelle Wechsel gegeben, weil einige Akteure nicht mehr an den Schulen seien, Abschlüsse gemacht hätten. Außerdem arbeite der Jugendbeirat derzeit ein neues Projekt aus. Es soll sich mit den Kommunalwahlen befassen, dazu sollen Laichinger Schüler einbezogen werden.

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