So war das Theaterstück des Schützenvereins Machtolsheim

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 Außerirdische (rechts) sind am Wochenende in Machtolsheim gelandet.
Außerirdische (rechts) sind am Wochenende in Machtolsheim gelandet. (Foto: Susanne Kuhn-Urban)
Redaktionsleiter

Ausgesprochen unterhaltsame vier Stunden haben die Besucher in der fast ausverkauften Machtolsheimer Lindenhalle am Samstag verbringen können. Der Schützenverein Machtolsheim feierte seine Jahresfeier, die vom Schützenchor und der Theatergruppe gestaltet wurde.

Umrahmt wurde der fulminante Auftritt der Theatergruppe von den 20 Sängern des Schützenchors und des Berghüler Männerchors unter der Leitung ihres neuen Dirigenten Andreas Bohnacker. Mit lustig-frechen Liedern bereiteten sie das Publikum auf den Schwank in drei Akten von Jürgen Schuster vor.

In diesem ging es unglaublich turbulent zu. Doch die solide Kulissenstube, um die sich das Team um Andreas Wagner, Heiko Müller und Uwe Lamparter kümmerte, hielt dem Trubel stand. Den unbequemsten Platz bei den Aufführungen hatte wohl Souffleuse Michaela Siehler, die in einer winzigen „Sprechmuschel“ auf einem niedrigen Höckerchen vor der Bühne kauern musste.

 Der Schützenchor umrahmte die Aufführung.
Der Schützenchor umrahmte die Aufführung. (Foto: Susanne Kuhn-Urban)

Die Theatertruppe um Regisseur Alexander Quintus verlegte die Handlung natürlich nach Machtolsheim. So konnte er noch einige regionaltypische Schmankerl und Seitenhiebe einbauen. Es zofften sich Grantler Simon Greppmeier (Michael Gnam) mit seiner Nachbarin und Verflossenen, der herrlich habgierigen und arroganten Anneliese Bogner (Selina Sinn) um eine Wiese, die zwischen ihren Grundstücken liegt, und die beide für eine Erweiterung ihrer jeweiligen Betriebe haben wollen. Das Problem war nur, dass die besagte Wiese der als UFO-verrückt geltenden Schwägerin von Anneliese, Wally Bogner (sehr schräg: Anja Häußler), gehört – eine Tarnung, damit die anderen Dörfler sie in Ruhe lassen. Rund um diese Konstellation gruppierten sich weitere Personen: Sepp, der einfältige Angestellte und beste Freund von Simon, der allerdings auch der Liebhaber von Wally war und köstlichst vom lispelnden Jochen Mändle dargestellt wurde. Und Markus, der Sohn von Simon (ein flippiger Jörg Haßler), der eine heimliche Liebschaft zur adretten Julia (Dinah Schmidt), der Tochter von Anneliese, unterhielt. Genügend Raum und Gelegenheit für rasante Dialoge, witzige Grimassen und zum Teil recht derben Sprüchen, wobei sich die Frauen im Vergleich zu den Männern nichts schenkten.

Mit viel Grünzeug behangen

Die Darsteller gingen in ihren Rollen auf und zeigten durchaus Körpereinsatz, das Publikum dankte begeistert mit viel Szenenapplaus. Einfallsreich waren die Kostüme aller Darsteller und unterstrichen deren Charaktere. Vor allem bei den beiden grüngesichtigen Weganern, die mit allerlei Grünzeug behängt waren, lieferte Kathrin Kreitner, die verantwortlich für die Maske war, eine Meisterleistung ab. Die Weganer, die mit Vegetariern oder Veganern so rein gar nichts zu tun hatten, waren scheinbar die außerirdischen Freunde von Wally und stammten vom Stern Wega. Wally stand mit ihnen offenbar in Kontakt. Tatsächlich jedoch lag der Fall anders. Doch mit viel Theater und Küssen kamen wenigstens die Kinder Markus und Julia der zerstrittenen Rivalen Simon und Anneliese zu der heiß begehrten Wiese. Und die beiden Weganer, die in Wirklichkeit der Sohn des Westerheimer Bürgermeisters, Max Rauschmaier (Stefan Haßler), mit seiner „Tusse“ Sandra (Sabrina Bohnacker), waren, durften nach der Auflösung des Kuddelmuddels wieder ins heimische Westerheim entfleuchen. Zuvor hatten sie sich heimlich in Simons Bierkeller getroffen.

Den Abschluss der Jahresfeier bildete wiederum der Männerchor, der gekonnt das typische Männerchorlied „Kleiner Trinkspruch“ und die bissige Satire von „Der Belagerung von Ulm“ vortrug. Nachdem der Beifall kein Ende nahm, gab’s als Zugabe noch das versöhnende „Marmor, Stein und Eisen bricht“ mit auf den Heimweg.

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