So steht es um das Projekt „Fredmon“ in Uganda zu Zeiten des Coronavirus

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Das Fredmon-Team in Uganda
Das Fredmon-Team in Uganda tauscht sich aus, um die bestmögliche Hilfe zu gewährleisten. Das Foto wurde vor der Corona-Pandemie aufgenommen. (Foto: PR)
Redaktionsleiterin

Fluchtursachen bekämpfen, menschenwürdiges Leben ermöglichen: Diesen Schwerpunkt setzen wir, die „Schwäbische Zeitung“, auch in diesem Jahr mit unserer Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt Freude“. Die Spenden kommen der Hilfe für Menschen im Nordirak, ehrenamtlichen Initiativen und Caritas- und Diakonieprojekten in Württemberg sowie in Lindau zugute. Dazu zählt auch das Projekt „Fredmon“ von Monika und Manfred Hiller aus Laichingen, das über die hiesige evangelische Kirchengemeinde läuft.

Dieses Jahr wird uns unvergesslich bleiben. Wir haben Dinge erlebt, die wir uns bis dahin nicht einmal vorstellen konnten.

Manfred Hiller

„Dieses Jahr wird uns unvergesslich bleiben. Wir haben Dinge erlebt, die wir uns bis dahin nicht einmal vorstellen konnten“, sagt Manfred Hiller und fügt an: „Steigende Infektionszahlen und Todesfälle: Leider ist die Corona-Situation in Uganda noch verwirrender als in Deutschland. Trotzdem dürfen wir uns sehr glücklich schätzen, dass wir im Fredmon-Projekt bisher keine schweren Krankheitsverläufe oder gar Todesfälle zu beklagen haben“. Eine schwierige Zeit für die Menschen vor Ort, eine schwierige Zeit für die Unterstützer in Laichingen.

Ein Projekt, das Früchte tragen soll

Das steckt hinter dem Projekt „Fredmon“: Fünf Jahre lang, von 2010 bis 2015, waren Monika und Manfred Hiller mit „Christliche Fachkräfte International“ in einem kirchlichen Hilfsprojekt in Luweero in Uganda engagiert. Damit ihr Einsatz heute noch gute Früchte trägt, haben sie den Verein „Fredmon“ gegründet, der über die evangelische Kirchengemeinde Laichingen Kindern in Uganda eine Schulbildung ermöglichen will.

Die Kinder im Alltag begleiten

Berufsausbildung, Schulgeld, Kleidung, Arztkosten: „Wir wollen einfach Grundwerte geben, damit die Kinder Lesen lernen können und so im Alltag nicht ausgetrickst werden. Wir begleiten sie bis zur Berufsausbildung. Diese dauert dort ein Jahr und bedeutet eine Mitarbeit in einem Betrieb. Einen Lohn gibt es nicht. Deswegen wollen wir die Grundlage dafür setzen, dass sich die Jugendlichen dann selbst versorgen und auf eigenen Füßen stehen können“, erklärt Manfred Hiller. Paten werden weiterhin immer gesucht. 25 Euro im Monat würden benötigt, um einem Kind helfen zu können.

Das sind Monika und Manfred Hiller.
Das sind Monika und Manfred Hiller. (Foto: Scholz)

Der Name „Fredmon“ setzt sich aus den beiden Vornamen Monika und Manfred zusammen. Das Ehepaar hat ein Herz für Kinder, möchte weiter unterstützen – gerade auch in der so schwierigen Zeit mit dem Coronavirus. Monika und Manfred Hiller stehen in regelmäßigem Austausch und Kontakt mit Patrick Mukisa. Der Pastor leitet das Fredmon-Team in Uganda. Ohne ihn sei es nicht möglich, die Hilfe direkt an die Kinder weiterzugeben. Er und seine Frau Esther seien sozusagen die Eltern der Fredmon-Kinder.

Geplant ist, im Dezember nach Luweero zu reisen

Ursprünglich, so erzählt Monika Hiller, war geplant, dass „wir im September dieses Jahres nach Uganda fliegen. Dies war jedoch Corona-bedingt nicht möglich“. Vorgesehen ist nun, im Dezember nach Luweero zu reisen. „Um uns selbst ein Bild von der aktuellen Lage und dem Zustand unserer Fredmon-Kinder zu machen“, zeigt Monika Hiller auf und ergänzt: „Ob dies wirklich realisierbar ist und ob wir uns einem nicht kalkulierbaren Risiko aussetzen, müssen wir abwarten und dann entscheiden“.

Während der Corona-Krise haben wir noch einmal vier Kinder ins Projekt aufgenommen.

Manfred Hiller

Fest stehe aber: Derzeit werden insgesamt 60 Kinder im Fredmon-Programm unterstützt. „Während der Corona-Krise haben wir noch einmal vier Kinder ins Projekt aufgenommen“, erzählt Manfred Hiller weiter. Da die Schulgebühren im Moment entfallen, werde ein Großteil des von den Unterstützern zur Verfügung gestellten Schulgelds zur Versorgung und Betreuung der Kinder im Rahmen eines Ferienprogramms verwendet. „Laut Patrick Mukisa vermissen die Kinder die Schule sehr, denn zuhause müssen alle sehr viel mitarbeiten und bekommen wenig zu essen.“ In Luweero habe sich die Lage zwar etwas beruhigt und es stünden Nahrungsmittel zur Verfügung, doch weiterhin würde es kaum Arbeit geben.

Familien mit Nahrungsmitteln versorgen

„Dank der vielen Spenden und Patrick Mukisas Einsatz vor Ort konnten die ärmsten Familien mit Nahrungsmittel versorgt und dadurch die Not etwas gelindert werden“, erzählt Manfred Hiller. Dennoch mache sich das Ehepaar aus Laichingen Sorgen – hofft auf weitere Hilfen. Die „Schwäbische Zeitung“ möchte mit der Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt Freude“ ebenfalls unterstützen.

„Eine neue Idee des ugandischen Fredmon-Teams ist der Erwerb eines eigenen Ackerlandes zum Anbau beispielsweise von Gemüse. Das beschäftigt uns im Moment auch“, so Manfred Hiller. Es gehe um die so wichtige Selbstversorgung: „Wir prüfen die Gegebenheiten und werden dann, wenn alles passt, dieses Vorhaben unterstützen, da wir dies für eine gute Möglichkeit halten, vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.“

Coronavirus und weitere Widrigkeiten: Für Monika und Manfred Hiller steht nach wie vor fest, dass sie sich weiter für die Kinder stark machen werden.

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