So ist das neue Theaterstück des SV Suppingen

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 Die Mitglieder Theatergruppe des SV Suppingen laden zu seinem Schwank in drei Akten.
Die Mitglieder Theatergruppe des SV Suppingen laden zu seinem Schwank in drei Akten. (Foto: Anders)
Mediaberaterin

Schon die „Drei uff am Bänkle“ stimmten das Publikum in der Kornberghalle in Suppingen auf einen heiteren Theaterbesuch ein. Mit Gottlob (Hansjörg Götz), Hans (alias Gerhard Protschka) und Dieter (gespielt von Nico Fahrner) wurden bereits kurz nach der Begrüßung der Gäste (darunter Ehren- und Stammgast Ulrich Kumpf von der Kaiser Brauerei, sowie die Theatergruppen des TSV Kleinengstingen und SV Machtolsheim) durch Bernd Kühnle (Vorstand des SV Suppingen) die Lachmuskeln der knapp 300 Besucher trainiert.

Die heitere Atmosphäre in der ausverkauften Kornberghalle hielt den ganzen Abend über an, als die Theatergruppe des SV Suppingen zu seinem Schwank in drei Akten „Wilder Stier sucht zahme Kuh“ ihre Premierenvorstellung gab. Schnell war die anfängliche Aufregung bei den elf Darstellern und dem Regisseur Ludwig Nüßle verflogen, denn das Publikum zeigte mit viel Applaus und zahlreichen Lachsalven, dass das unterhaltsame Stück mit seinen Irrungen und Wirrungen und viel Wortwitz vom ersten Akt an sehr gut ankam.

Hof ist Schauplatz

Das Bühnenbild versetzt den Zuschauer auf den Schauplatz des „Holzinger Hofs“. Bauer Eugen (Reiner Stucke), Sohn Flori (Dennis Stucke) und der Knecht Sepp (Tobias Haussmann) werden durch die von der Magd Fanni (Christine Nüßle) unachtsam abgestellte Schubkarre zu Invaliden, die ihre Schmerzen dann mit Schnaps aus dem Versteck zu lindern versuchen. Kein Verständnis bringt dafür Bäuerin Maria (Claudia Mangold) auf. Einzig und allein ihrem Sohn Flori, den sie von vorne bis hinten verhätschelt und zu gerne in feste Hände übergeben möchte, gehört die volle Aufmerksamkeit. Den Flori zu verheiraten, wird zur Aufgabe aller. Dazu wird auch der Viehhändler und Heiratsvermittler Jakob (Kurt Jakob) eingeschaltet, der es versteht, in jeder Hinsicht sein Geschäft zu machen. Nur hat Flori bereits eine andere im Visier, die leider unauffindbar ist. Mittels Zeitungsannonce soll aber Abhilfe geschaffen werden.

Im zweiten Akt reisen die Urlaubsgäste Knuth Hirnlos (Ingo Borst) und sein Frau Amalie Hirnlos (Beate Bückle) an und sorgen für zusätzliche Verwirrungen auf dem Hof. Während der unterdrückte Knuth viel lieber in die Stadt der Liebe gereist wäre, zieht seine herrschsüchtige Frau Amalie Urlaub auf dem Bauernhof an der frischen Luft vor. Sie ist von den Reisezielen ihres Gatten, der die ganze Welt bereisen möchte, nicht zu überzeugen. Als Alternative zum Holzinger Hof käme nur noch Kleinengstingen in Betracht (was bei der Aufführung spontanen Szeneapplaus und Jubel derselbigen Theatergruppe hervorruft).

 Eugen bittet Bäuerin Maria um Vergebung.
Eugen bittet Bäuerin Maria um Vergebung. (Foto: Anders)

Auch entfachte die Bäuerin Maria beim Publikum regelrechte Heiterkeitsstürme, als sie sich im Dialog mit den Urlaubern aus dem Norden in der hochdeutschen Sprache übt. So solle Fanni doch bitte der „Bagasch“ behilflich sein, auf die Koffer blickend und nicht die vor ihr stehenden Gäste meinend. Nachdem die Urlauber versorgt sind, bringt Jakob der Viehhändler zwei heiratswillige Bauerstöchter auf den Hof. Die lebenslustige aber etwas dümmliche Lisa vom Widderstall (Tina Lamparter) und die langsame und sittsame Anna vom Leitnerhof aus Seißen (Marina Günther, die zum ersten Mal auf der Bühne steht und überzeugend ihre Rolle spielt). Nur einmal in ihrem Leben habe Anna bisher die Sau rausgelassen, welche dann auch noch bis zum Ortsende gerannt sei (das Publikum stimmt in großes Gelächter ein). Während Amalie ein Auge auf den Knecht Sepp wirft, fühlt sich Knuth zu den beiden heiratswilligen „Sonnenblumen der Sahara“, wie er sie nennt, hingezogen. Alle bleiben über Nacht auf dem Hof. Als dann Jakob dem Bauern Eugen erzählt, dass es auf dem Holzinger Hof spukt (die Technik versetzt das Publikum gekonnt in Gruselstimmung) bricht Chaos aus und das Stück erreicht seinen Höhepunkt.

Wendung zum Guten

Zum Ende hin findet sich dann schließlich, die von Flori verzweifelt gesuchte Lena (Carolin Pöhler, auch sie gibt hier ihr Debüt und spielt sicher ihre Rolle) auf dem Holzinger Hof ein. Nach einigen Verwirrungen und Enthüllungen wendet sich doch alles zum Guten, selbst Fanni erscheint dem Sepp in ganz neuem Glanz, passenden untermalt durch den altbekannten Song von Tom Jones.

Eine großartige Leistung aller Schauspieler, drei Stunden Unterhaltung pur, es wurde viel gelacht und applaudiert, sind das Resümee eines gelungenen Abends. Allen Besuchern, die noch in den Genuss des Stückes kommen, ist beste Unterhaltung garantiert.

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