Skiabteilung lädt auch ohne Schnee zur Hüttengaudi

Lesedauer: 5 Min
Brigitte Scheiffele

Auch wenn sich ein Wochenende wieder einmal von seiner grauen, kalten Seite zeigt, rafft sich doch manch einer zu einem Spaziergang auf: Runter vom Sofa, raus zum Luft schnappen, ein bisschen Bewegung. Umso schöner ist es, wenn dabei noch ein Einkehrschwung möglich ist. Von November bis März hat die Skiabteilung des TSV Laichingen samstags und sonntags ihre wärmende, kleine Skihütte geöffnet – Schnee muss keiner liegen.

Die Skihütte liegt im Verborgenen. Genauso wie die kleine Skisprungschanze nahe der L1236 – die „Schanze im Buch“ zwischen Westerlau und Flugplatz. Unterhalb der Sportstätte liegt die Hütte. Dort halten Besucher am Wochenende die grauen Wintertage aus.

Der Kachelofen bollert und an den voll besetzten Tischen sitzen in offensichtlich bester Laune eingekehrte Wanderer bei Kaffee und Kuchen. Hinter der kleinen Theke bemühen sich an diesem Wochenende Andreas und Markus Schultheiß mit ihren Ehefrauen Silke und Nicole um die Bewirtung. Angesichts der vielen lecker aussehenden und – natürlich – selbst gebackenen Kuchen fällt die Entscheidung für das richtige Stück schwer. Der Blick fällt über die Eingangstüre, wo ein Fernseher hängt. Zunächst irritiert das Gerät ein wenig, aber nur ein bisschen. Denn ein Weltcuprennen der Nordischen Kombination wird übertragen – passt in eine Skihütte.

Jedes Wochenende übernehmen Mitglieder der Laichinger Skiabteilung von November bis März freiwillig einen Hüttendienst. Sie öffnen das Vereinslokal nicht nur für Mitglieder, sondern auch für Besucher. Samstags um 14 Uhr. Schwer zu sagen sei es, einen fixen Dienstschluss für den Samstag zu benennen. Der sei eben dann, wenn der Letzte gehe. Sonntags ist die Hütte bereits ab 10 Uhr geöffnet. So manch einer hat bei gutem Winterwetter dann schon eine Tour mit Langlaufskiern hinter sich. Aber auch am Sonntag heißt es meistens: Open end.

„Bei Regen kommen weniger, bei gutem Wetter mehr Besucher, und erst recht dann, wenn Schnee liegt und die Langlaufloipen gespurt sind. Dann ist die Bude randvoll“, berichtet Gerlinde Schultheiß. Die Mutter der beiden Männer, die mit ihren Frauen an diesem Wochenende den Dienst übernommen haben, huscht auch selbst immer in die Küche, um ein bisschen auszuhelfen: Teller spülen, abtrocknen und da einspringen, wo es gerade fehlt.

Nicht „irgendein Akkordeon“

Es ist eng, es ist warm. Der Kaffee schmeckt und auch der Glühwein. Und weil es gemütlich ist und die Nordischen Kombinationen auch ohne Ton Sinn macht, greifen Markus Schultheiß und Udo Sixt spontan zu ihren Instrumenten. Sixt legt Wert darauf, dass es sich um eine „Steirische Harmonika“ handelt und nicht um „irgendein Akkordeon“, auf der er dann „Die Fischerin vom Bodensee“ spielt.

Was für den einen ein kurzer Stopp während einer Ausflugstour, ist an diesem Sonntag für den anderen der ganze Nachmittag. „Mit open end“, bekräftigt Markus Schultheiß. Bevor es für ihn und seine Mannschaft am Ende aber so weit ist, müssen sie auf jeden Fall noch eines tun: putzen. Es dürften noch viele graue Wochenenden folgen in diesem Winter.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen