Sie beweisen sich gemeinsam auf der Bühne

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Jutta Kriegler

Die Musical-Revue des Albert-Schweitzer-Gymnasiums war in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich: Die glanzvolle Bühnen-Show hat mit Auszügen aus elf Musicals die Höhepunkte der letzten zehn Jahre zusammengefasst. Neben talentierten Schülern des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG) haben auch zahlreiche ASG-Absolventen mitgewirkt, die nach fünf oder zehn Jahren in ihren Heimatort zurückgekehrt sind, um dort noch einmal auf der Bühne zu stehen. Die jungen Erwachsenen haben ihre vielfältigen künstlerischen Erfahrungen aus den vergangenen Musicals eingebracht und sind dabei bis an ihre Grenzen gegangen.

Die Musical-Revue hatte professionelle Züge und ging damit weit über das übliche Niveau schulischer Auftritte hinaus. Dafür haben die 28 Akteure, begleitet von einer zehnköpfigen Musical-Live-Band, von mehr als 500 Gästen in der Daniel-Schwenkmezger-Halle (DSH) bei der Premiere am Freitagabend stehende Ovationen bekommen. Zusammen mit der zweiten Vorstellung am Samstag haben insgesamt etwa 1000 Besucher diese Sternstunde des Musicals erlebt.

Dank von der Schulleitung

„Die Musical-Revue ist eine Sensation“, sagte ASG-Rektorin Cordula Plappert nach der Premiere. „Unserer Musical-Chefin Karin Schur-Neugebauer ist es gelungen, junge Leute sogar über die Schulzeit hinaus in dieses außergewöhnliche Projekt einzubinden. Das ist eine ganz besondere Leistung. Mein Dank gilt auch dem gesamten Lehrer-Team, das dieses Projekt mit großem Engagement unterstützt hat. Dieser Auftritt ist viel mehr als eine normale Musical-Aufführung. Er ist eine Hommage an die Musical-Tradition am ASG mit ihrer mehr als zehn Jahre andauernden Erfolgsgeschichte.“ Für viele ASG-Schüler seien die Musicals ein Höhepunkt in ihrem Schulleben. Auch die jetzigen Schüler, die noch am ASG seien, hätten großartige Leistungen gezeigt: „Junge, hoch motivierte Schüler und erfahrene alte Hasen sind durch die Proben zu einem unschlagbaren Team zusammen geschweißt worden, eine Zeit mit unvergesslichen persönlichen Erlebnissen.“

Dieser Teamgeist war beim Auftritt deutlich zu spüren. Die Schauspieler, Sänger und Tänzer bildeten eine harmonische Einheit. Dadurch wirkten die Szenen sehr realistisch. Auch die Bühnenbilder und die tollen Kostüme ließen keine Wünsche offen, ebenso die Musical-Band, die ihre Einsätze perfekt auf die Akteure auf der Bühne abstimmte. Sehr gelungen war die Nachtclub-Atmosphäre in „Cabaret“ mit hübschen Tänzerinnen in gewagten, stilechten Outfits – ein echter Hingucker. Bei „Bonnie & Clyde“ gab es trotz Schießerei, Gefängnis und Flucht mit viel Dramatik auch einen Schuss Comedy mit schlagfertigen Dialogen. Die jungen Darsteller zeigten hervorragende Leistungen im Schauspiel und im Gesang, auch bei den Duetten. Das gilt auch für die „West Side Story“ beim heimlichen Treffen Tony und Maria – eine der schönsten Liebeserklärungen der Musical-Geschichte.

Viele der jungen Akteure können nicht nur gut singen oder gut spielen oder gut tanzen. Einige Solo-Stars, die Hauptrollen in mehreren Musicals übernommen hatten, sind Multi-Talente und beherrschen alle drei Kunstformen auf hohem Niveau. Hier zeigte sich die langjährige Erfahrung der ASG-Absolventen, die bei der großen Bühnen-Show ihr Können voll zur Geltung gebracht haben. Die Solo-Tanz-Einlage bei „Dirty Dancing“ mit akrobatischen Hebungen sorgte für spontanen Beifall des Publikums. Sehr gut gespielt waren auch die Szenen aus dem „Tanz der Vampire“ mit einem verführerischen Blutsauger, der allein über seine Körpersprache eine große Spannung erzeugte.

Filmreife Szenen auf der Bühne

Doch es zählen nicht nur die Sänger und Solisten in den Hauptrollen. Auch die vielen kleinen Beiträge und die Auftritte in Gruppen haben diesem Abend Glanz und Farbe gegeben. Die großen Tanzformationen bei „Hairspray“ und „Fame“ zauberten filmreife Szenen auf die Bühne. In „Hair“ gab es ein Revival der Hippie-Zeit mit starken Hauptrollen und individuellen Kostümen, die im Gesamtbild wie ein Gemälde wirkten. Auch bei „Mamma Mia“ oder „9 to 5“ gab es viele mitreißende Dialoge, Tänze und Szenen.

Wie im Zeitraffer wurden die elf Musicals mit den besten Ausschnitten auf den Punkt gebracht. Für Stammgäste, die die Musicals im Laufe der letzten zehn Jahre live miterlebt haben, war die Revue ein „Déjà-vu“, bei dem Erinnerungen an vorige Aufführungen wieder wach wurden. Beim großen Finale mit „We will rock you“ zeigte eine kesse Außenseiterin mit zerrissenen Strümpfen allen wo es lang geht – mit ausgefallenen Ideen und einer starken Stimme. Bei den Rock-Hits klatschte und stampfte das Publikum und ging richtig mit bis der Saal dröhnte – ein mächtiger Auftritt. Kaum möglich, alle herausragenden Rollen und Szenen der Revue zu nennen, die es verdient hätten. Was bleibt, ist der Gesamteindruck. Und der hat nicht nur Ausschnitte der elf Musicals gezeigt, sondern auch einen Ausschnitt der Jugend in Laichingen, die bei der Musical-Revue mit ihrem Können und ihrer Begeisterung einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

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