Schulen appellieren auch an die Eltern

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Yannik Schrade, Vorsitzender des Jugendbeirates, will einen „offenes Gespräch“ über das Thema.
Yannick Schrade, Vorsitzender des Jugendbeirates, will einen „offenes Gespräch“ über das Thema. (Foto: Scheiffele)
Schwäbische Zeitung
Brigitte Scheiffele

Über nächtliche Ruhestörung, Müll, Zigarettenqualm und Pöbeleien beklagen sich Anwohner rund um das Laichinger Schulgelände. Betroffen davon sind besonders die Forststraße, Mörikestraße, Max-Lechler-Straße und Uhlandstraße. Der Jugendbeirat hatte in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, sich vermittelnd einzubringen.

Im Verbindungsweg Mörikestraße/Uhlandstraße sollte zudem ein Mülleimer durch die Stadtverwaltung aufgestellt werden. Der Jugendbeirat wurde sofort aktiv und suchte das Gespräch mit den Anwohnern. Mittlerweile hätten sich auch junge Menschen bei Anwohnern entschuldigt. Eine spontane Aufräumaktion erfolgte weiter durch Schüler der Klasse 8 der Erich-Kästner-Schule, begleitet und angeregt durch deren Lehrerin Sandra Fiedler.

Etwas schwieriger gestaltet sich die Kontaktaufnahme des Jugendbeirats zu den vermeintlichen Ruhestörern, die Versuche würden laut Vorsitzendem Yannik Schrade intensiviert: „Wir wollen unbedingt ein offenes Gespräch.“ Allerdings machte der Jugendbeirat in dieser Sache auch erste Erfahrungen mit Verfahrensvorschriften, die allem Elan Geduld abverlangen: Der Beschluss zum zeitnahen Aufstellen eines Mülleimers muss nämlich erst nach einem offiziellen Antrag vom Gemeinderat abgesegnet werden. „Ob wir wollen oder nicht, wir müssen warten, bis dieser am 26. Februar tagt“, so Schrade.

Drei Schulen haben sich geäußert

In der Zwischenzeit haben sich auch drei Schulen zur Sachlage geäußert. Rektor Johannes Treß von der Realschule fand seit Freitag keine Zeit für eine Stellungnahme:

Respektvolles Verhalten und die Beseitigung von Müll ist laut Schulleiterin Anne Dorothee Schmid „schon immer Thema im Unterricht der Erich-Kästner-Schule und wichtig“. Sie betont, dass Schüler das Schulgelände nicht verlassen dürften und sich darüber im Klaren seien, dass auch das Rauchen nicht erlaubt ist: „Ein Auskommen mit der Nachbarschaft ist mir wirklich wichtig.“

Cordula Plappert, Schulleiterin des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, äußert sich dahin, dass „Lehrkräfte, und damit die Schule, auch einen Erziehungsauftrag haben. Das ist Gesetz. Wichtig ist aber, dass dieser ergänzend zu dem der Eltern erfolgt.“ Während des Unterrichts und auch bei außerschulischen Veranstaltungen werde darauf geachtet, die Hausordnung und den damit verbundenen Verhaltenskodex einzuhalten. Die Schule habe zudem ein Leitbild, das dieses Jahr noch stärker im Fokus stehe. Während der Pausen darf auch am Gymnasium das Gelände nicht verlassen werden. Vor und nach dem Unterricht sei die Schule nicht in der Verantwortung.

„Trotzdem werden wir mit den Schülern darüber sprechen, dass wir uns Anwohnern gegenüber anständig verhalten. Das hat mein Vorgänger, Hermann Persch, bereits thematisiert“, so Plappert. Sie weiß aber auch: „Die Respektlosigkeit nimmt zu, auch wir haben damit zu kämpfen.“ Sie könne nur in ihrem Bereich ahnden, auf der Straße habe sie keine Handhabe. Die Gesellschaft verändere sich und als Rektorin appelliere sie auch an die Eltern. Schließlich gehe es bei diesen Vorwürfen ebenso um die Wochenenden.

Marion Serwe, Schulleiterin der Martinschule, berichtet, dass das bei Schülern regelmäßig thematisiert wurde. Auch die aktuelle Diskussion habe Eingang in den Unterricht gefunden. Nicht zuletzt, weil der Schülersprecher dem Jugendbeirat angehöre. „An der Martinschule legen wir Wert darauf, unsere Schülerschaft auf ein gelingendes soziales Miteinander vorzubereiten und fordern das auch ein“, so Serwe.

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