Schiedsrichter muss nach Finale des Laichinger Hallenfußballturniers beschützt werden

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Fabian Dörflinger

Die 24. Auflage des Laichinger Hallenfußballturniers rund um den „Burkhardt-Cup“ hätte eigentlich allein schon wegen des neuen Wanderpokals etwas Besonderes sein sollen, doch das Endspiel überschattete das Turnier auf unschöne Weise. Nach einem Spielabbruch stand der TSV Laichingen als neuer Turniersieger fest, der sich über den „Erfolg“ gegen den TSV Obere Fils kurz nach dem Endspiel noch nicht sofort richtig freuen konnte.

Das Endspiel zwischen dem TSV Laichingen und dem TSV Obere Fils war fast genau fünf Minuten lang eine eindeutige Sache – für die Mannschaft aus Wiesensteig, ehe sich ein Spieler des Teams aus dem „Täle“ zuerst eine Zwei-Minuten-Strafe und dann eine rote Karte wegen Schiedsrichterbeleidigung einfing. So weit so gut. Obere Fils führte zu diesem Zeitpunkt mit 1:0 und war die bessere Mannschaft. Danach schaffte es der Gastgeber, – in nun ständiger numerischer Zahl – durch Sebastian Klein zwar zum Ausgleich, mehr aber nicht.

Als aber ein weiterer Oberfilsener kurz vor Ende der regulären Spielzeit nach einem Foulspiel sich die nächste Zeitstrafe einhandelte, kochten die Emotionen auf Seiten des A-Ligisten hoch. Mit etwas mehr Fingerspitzengefühl des Unparteiischen hätte die Partie vielleicht harmonischer enden können, doch die Wiesensteiger hatten ihre Emotionen nicht mehr im Griff. Noch bevor die zweite Zeitstrafe in der Verlängerung abgelaufen war, gab es dann auch schon die nächste Zeitstrafe, wodurch die Partie nach den Statuten des WFV nun abgebrochen werden musste.

„Es war alles regelkonform, aber so wollten wir das nicht“, sagte Sebastian Frank von der Laichinger Abteilungsleitung. Vor allem deshalb nicht, weil erst einige Ordner die Gemüter des Gastes beruhigen und den Unparteiischen dann in die Umkleidekabine geleiten mussten. „Da freut man sich im ersten Moment natürlich nicht, aber im Endeffekt haben wir einfach Fußball gespielt“, sagt Laichingens Trainer Heiko Schäfer.

Neuer Pokal nach 23 Jahren

Spätestens bei der Siegerehrung war aber nichts mehr von großem Ärger erkennbar und die Laichinger stolz über die Siegprämie in Höhe von 555 Euro – und den neuen Wanderpokal, der die alte Trophäe nach 23 Turnierjahren abgelöst hat.

Neben den bitteren Ende machte zu Beginn das kurzfristige Absagen der Mannschaft aus Wendlingen kurze organisatorische Probleme, die die 14 teilnehmenden Teams aber nicht weiter störten. Vor allem nicht die SGM Machtolsheim/Merklingen, die am Ende ebenfalls auf den Treppchen stand: Mit 7:6 besiegten sie den SV Mähringen nach Zehnmeterschießen im kleinen Finale, wobei Marco Klein gleich zwei Schüsse der Mähringer Kicker entschärfte. Auszeichnen durfte sich zudem SGM-Kicker Benjamin Lever, der sich mit sieben Treffern zum Torschützenkönig krönen lassen durfte. Die nächste Einzelehrung und damit einen kleinen Trost gab es für Christian Mayer vom TSV Obere Fils, der zum besten Torhüter des Turniers gewählt wurde.

Ein etwas enttäuschendes Abschneiden verbuchte der SC Heroldstatt. Nach 21 Toren und vier Siegen ging er als klarer Sieger der Vorrundengruppe A hervor, stellte im Viertelfinale gegen den SV Mähringen aber plötzlich das Fußballspielen ein und schied glatt mit 0:3 aus dem Turnier aus. Der TSV Blaubeuren hatte nicht die nötigen Nerven und schied gegen den TSV Obere Fils im Viertelfinale nach Zehnmeterschießen aus.

Trotz des nicht gerade ruhmreichen Endspiels war der TSV Laichingen auch in diesem Jahr zufrieden mit dem Verlauf. „Obwohl es nur 14 Teams waren, war die Halle gut besucht. Auch die Stimmung nach dem Turnier war mehr als gut, zu diskutieren gibt es ja in diesem Jahr genug“, sagte Sebastian Frank nach dem Turniertag.

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