„Sanktionen haben sich positiv ausgewirkt“

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Jetzt sind die Gäste da, hier wartet die WOG am Montagabend noch auf die weißrussische Delegation. Am Tischende: Joachim Claus,
Jetzt sind die Gäste da, hier wartet die WOG am Montagabend noch auf die weißrussische Delegation. Am Tischende: Joachim Claus, Vorsitzender der Regionalgruppe der Ost-West-Gesellschaft. (Foto: memu)
Schwäbische Zeitung
Brigitte Scheiffele

Joachim Claus, Vorsitzender der Regionalgruppe Laichingen der Ost-West-Gesellschaft (WOG), hat am Mittwoch eine Delegation aus Neswish (Weißrussland) in Laichingen begrüßt. Darunter Bürgermeister Ivan Krupko, dessen Stellvertreter Sascha Maisenia und drei Vorsitzende verschiedener Kolchosen. Hintergrund des Besuchs: Im Sommer soll in Laichingen das 25-jährige Jubiläum der Städtefreundschaft zwischen Laichingen in Neswish gefeiert werden, im Rahmen des Laichinger Stadtfests. Dies wird nun vorbereitet.

Am heutigen Donnerstag wird Bürgermeister Klaus Kaufmann die Gäste aus Neswish empfangen. Unter anderem soll dabei über die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Freundschaftsvertrages zwischen Neswish und Laichingen gesprochen werden. Eine offizielle Städtepartnerschaft zwischen Laichingen und Neswish (15 000 Einwohner) besteht aber nicht. Die Jubiläumsfeier soll laut Joachim Claus im Rahmen des Laichinger Stadtfestes stattfinden, wofür etwa 25 Personen aus Neswish nach Laichingen kommen werden. Claus versucht aus diesem Anlass, über eine Wunschliste die Ausreise von Menschen aus Neswish zu beantragen, mit denen die Regionalgruppe seit Jahren in fester Verbindung steht. Der Freundschaftsvertrag zwischen den Städten Neswish und Laichingen wurde am 16. Juni 1991 in Neswish und am 19. April 1993 in Laichingen unterzeichnet.

Besuch in Wiblingen

Außerdem werden die Mitglieder der WOG-Regionalgruppe Laichingen gemeinsam mit ihren Gästen aus Weißrussland die Behinderteneinrichtung „Tannenhof“ in Wiblingen besuchen. Die Einrichtung für betreutes Wohnen mit Werkstätten entspricht der Größe nach einem Komplex, über dessen Umsetzung sich die weißrussische Delegation derzeit in der Heimat Gedanken macht. Die WOG-Ortsgruppe plant hierzu eine finanzielle Unterstützung. Am Freitag wird sich die Gruppe noch im Laichinger Pflegeheim und Seniorenzentrum über die Einrichtungen und deren organisatorische Abläufe informieren.

„Unser Kontakt zu unseren Freunden in Neswish ist trotz der weltpolitischen Lage unverändert gut. Wir halten daran fest und können nur feststellen, dass sich auch dort die Lebensqualität positiv verändert hat“, sagt Claus. Neswish habe sich zu einer sehr sauberen und hübschen Stadt entwickelt und nach wie vor sei die Gastfreundlichkeit eine wahre Freude. „Die Sanktionen gegen Russland haben sich eigentlich positiv auf Weißrussland ausgewirkt, denn die wirtschaftliche Nachfrage hat sich dort vervielfältigt“, fügt er hinzu.

An eine Reise nach Neswish denken die Laichinger in diesem Jahr nicht. Aber eine Städtepartnerschaftskonferenz in Wittenberg im April ist möglicherweise eingeplant. „Hier kommen alle weißrussischen Städte mit deutschen Partnerstädten und regionalen Vertretern zusammen“, sagt Claus.

Fest steht, dass die WOG in diesem Jahr wieder Tschernobyl geschädigte Kinder nach Nadeshda in ein Rehabilitations- und Erholungszentrum im Norden Weißrusslands schicken wird. 28 Kinder können sich dort mit zwei Pädagogen 21 Tage lang erholen. Die Kinder werden von einer Vertrauensperson in Neswish ausgesucht. Im vergangenen Jahr haben Mitglieder der WOG Laichingen das Heim besucht und befunden: „Solange das Geld reicht, müssen wir weitermachen. Die medizinische Abteilung ist sauber und mit guten Geräten nach westlichem Standard ausgestattet“, so Ulla Claus. Spenden seien aber weiterhin dringend nötig. Erstmals gehen laut Claus weitere Überlegungen dahin, auch Eltern mit behinderten Kindern in der Einrichtung betreuen zu lassen. Für eine Entscheidung will Claus aber erst den Kostenvoranschlag abwarten.

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