„Rock dein Leben“-Festival: Polizei lobt Zusammenarbeit mit Veranstalter und Security

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Der Laichinger Flugplatz am Montagnachmittag. Dort, wo kein Gras mehr ist, stand die Hauptbühne.
Der Laichinger Flugplatz am Montagnachmittag. Dort, wo kein Gras mehr ist, stand die Hauptbühne. (Foto: Brück)
Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm

Die Festivalgäste sind weg. Bis spätestens Dienstagabend will der Veranstalter alle Sachen verräumt und abtransportiert haben. Was dann noch auf dem Laichinger Flugplatz vom Deutschrock-Festival übrig bleibt, ist rein optisch vor allem die Verwüstung des Rasens. „Aber die ist nicht so schlimm, wie wir es befürchtet hatten“, berichtet Hans-Peter Bleher, Chef des Flugsportvereins, dem die drei Tage noch etwas in den Knochen stecken: „Es waren anstrengende Tage. Ich muss das jetzt erst einmal alles sacken lassen.“

Doch schon bald sollen die Gespräche mit allen am Festival beteiligten Personen und Behörden aufgenommen werden, um über die Zukunft von „Rock dein Leben“ zu sprechen. Geht es nach Veranstalter Andy Kamm, solle die Entscheidung zeitnah fallen. Wann genau, lassen er und auch der Flugsportverein offen. „Wenn es soweit ist, teilen wir es mit“, so Bleher. Rückblickend schätzt er den Festivalverlauf als „gut“ ein. „Besonders freut mich, dass wie die im Vorfeld geäußerten Bedenken ausräumen konnten“, sagt er.

Positives Fazit

Auch die Polizei zieht ein positives Fazit. Wie Polizeisprecher Uwe Krause auf Nachfrage mitteilte, seien von der Polizei an den drei Tagen – Donnerstag bis Samstag – insgesamt 23 Straftaten aufgenommen worden, die in Verbindung mit den Festival stehen. Davon wurden 13 Taten während des Festivals und die anderen im Rahmen von Kontrollen auf dem An- und Abfahrtsweg zum Festival festgestellt. Dabei habe es sich ausschließlich um Delikte von Alkohol am Steuer gehandelt, Drogen, Beleidigungen oder kleinere Schlägereien ohne schwerwiegenderen Verletzungen, so Krause.

Die Schlägereien ereigneten sich zudem vorwiegend unter den Festivalbesuchern. Nur einmal sei eine laut Polizei unbeteiligte Person leicht verletzt worden. Eine Mutter wollte ihren Sohn mit dem Auto abholen. Dabei wurde sie von einem betrunkenen Festivalbesucher angegangen. Ihr Mann kam ihr zu Hilfe. Daraufhin schlug der Festivalbesucher auf den Mann ein. Die Security sei laut Polizei dazwischen gegangen und habe den Mann solange festgehalten, bis die Beamten eintrafen.

„Völlig normales Aufkommen“

Krause schätzt die Straftaten insgesamt als „völlig normales Aufkommen bei einer Veranstaltung von dieser Größe“ ein: „Die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter und der Security verlief einwandfrei.“

Auch der Zoll, der Donnerstag und Freitag am Rastplatz auf der L1230 bei Machtolsheim gemeinsam mit der Polizei kontrollierte konnte zwar am ersten Tag noch insgesamt drei Fälle aufnehmen. Dabei wurden bei einem Festivalbesucher 1,8 Gramm Marihuana sichergestellt. Am Freitag aber gab es laut Zoll keinen weiteren Aufgriff, der im Zusammenhang mit dem Festival stand.

„Wir haben uns rein rechtlich nichts vorzuwerfen“

Der Feldstetter Jäger Bernhard Tiedeken, dessen Jagdrevier in der Nähe des Festivalgeländes liegt, hatte sich am Freitag über die Stadt als Genehmigungsbehörde, aber auch über das Festival beschwert: Er sei im Voraus nicht gefragt worden und fordere Schadensersatz im Falle von Wildschäden. Die Stadtverwaltung sagte nun auf Nachfrage: „Aus Sicht des Ordnungsamtes haben wir uns rein rechtlich nichts vorzuwerfen. Alle, die wir fragen mussten, haben wir gefragt“, so Hauptamtsleiter Stefan Binder. Schadensersatz werde von der Stadt zudem keiner bezahlt – auch nicht für die betroffenen Landwirte.

Laut Flugsportverein und Veranstalter habe es jedoch weit im Vorfeld des Festival einen Termin gegeben, zu dem alle betroffenen Jäger eingeladen wurden. Dies bestätigt auch der Westerheimer Jäger Jürgen Bührle, dessen Jagdrevier direkt ans Festivalgelände grenzt. „Das stimmt. Es hat einen Termin gegeben, zu dem alle eingeladen wurden“, sagt Bührle. Bernhard Tiedeken hält an seiner Meinung fest: „Ich wurde nicht gefragt.“

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