Regenrückhaltebecken ist marode – Sanierung kostet 1,4 Millionen Euro

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Der Beton des Regenrückhaltebeckens Nord wird saniert.
Der Beton des Regenrückhaltebeckens Nord wird saniert. (Foto: Hascher, privat)
Schwäbische Zeitung

Der Beton der 40 bis 50 Jahre alten Regenrückhaltebecken (RÜB) in und um Laichingen ist teilweise sanierungsbedürftig. Weil die Becken künftig mit Maschinen ausgerüstet werden sollen, die als eine Art Rechen größere im Wasser schwebende Teile im Becken zurückhalten, damit sie nicht ins Grundwasser gelangen, wurde der Beton einer Untersuchung unterzogen und es muss umfassend saniert werden, bevor die neuen Maschinen installiert werden können. Das kostet viel Geld – im Fall der Betoninstandsetzungsarbeiten am RÜB Nord liegen diese bei rund 1,4 Millionen Euro.

Der Laichinger Bauamtsleiter Günter Hascher erklärt: „Die Untersuchungen waren erforderlich, um abzuklären, ob die Betonteile während der Lebenszyklen der Maschinentechnik saniert werden müssen oder ob eine Sanierung erst nach Ablauf der Lebenszyklen erforderlich wird.“ Bauingenieure eines Büros aus Albstatt waren als Prüfer unterwegs. Hascher fasst die Ergebnisse so zusammen: „Der vorgefundene Zustand der zahlreichen Regenüberlaufbecken wurde aus betontechnologischer Sicht als schlecht beschrieben und bewertet. Nach jahrzehntelangem Betrieb wurden die Betonoberflächen durch den lösenden Angriff der Abwässer stark geschädigt. Aufgrund der Vielzahl an Abplatzungen mit freiliegender, korrodierter Bewehrung haben die Sachverständigen zur Sicherstellung der Dauerhaftigkeit empfohlen, die Regenüberlaufbecken umfassend instand zu setzen.“

Bei den drei geschlossenen RÜB in der Heinrich-Kahn-Straße, der Radstraße und der Wilhelmstraße sind die Betoninstandsetzungsarbeiten bereits abgeschlossen. Gekostet hat das rund 385 000 € .

Seit diesem Frühjahr wird das RÜB Nord in Laichingen instandgesetzt. Hascher sagt: „Der Gesamtaufwand dafür liegt bei rund 1,4 Mio Euro weil sehr umfangreiche Arbeiten ausgeführt werden müssen.“ An der betonierten Tauchwand auf der Westseite des Beckens seien auf der ganzen Länge Hohlstellen, Abplatzungen und bereits stark korrodierte Bewehrungseisen festzustellen. Der Träger müsse zurückgebaut und nach der Instandsetzung der westlichen Überlaufrinne, neu hergestellt werden. Des Weiteren ist die beckenseitige Abdichtung der Bauwerksfugen verbraucht und enthält Dichtmittel, die man heute als problematisch erachtet, und muss ausgestauscht werden.

Die gut erkennbare Schiefstellung des Wandkopfes an der Bauwerksfuge im Bereich des Sandfanges in der südöstlichen Ecke des Beckens müsse im Zuge der Instandsetzung durch einen Rück- und Neubau der Wand saniert werden. In der Ablaufrinne vom Sandfang seien die Halbschalen aus Steinzeug weitestgehend nicht mehr funktionsfähig oder gar nicht mehr vorhanden.

Der Bauamtsleiter erklärt: „Der Beton wurde über Jahre sehr stark beansprucht, die betonierte Rinne muss in großen Teilen mittels Hochdruckwasserstrahlen (HWA) entfernt und neu betoniert werden. Der in der Rinne und im Notüberlauf befindliche Aufbeton liegt stellenweise hohl und muss ebenfalls ersetzt werden.“ Die Arbeiten sollen bis Ende Oktober 2019 abgeschlossen werden.

Die Stadt müsse in den kommenden Jahren zahlreiche weitere Becken und Pumpwerke mit einem Aufwand von mehreren Millionen Euro instandsetzen, kündigt Hascher an.

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