Neuer Vorstand: Das verändert sich alles beim TSV Laichingen

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 Die „fünf Freunde“, der alte Vorstand, v.li.: Reiner Strohm (ausgeschieden), Jürgen Sternemann (ausgeschieden), Rolf Graser (au
Die „fünf Freunde“, der alte Vorstand, v.li.: Reiner Strohm (ausgeschieden), Jürgen Sternemann (ausgeschieden), Rolf Graser (ausgeschieden), Walter Heilenmann und Uli Rößler. (Foto: rau)
Redaktionsleiter

Im Hallenfußball würde man „Blockwechsel“ dazu sagen, was der TSV Laichingen bei seiner Hauptversammlung am Mittwoch im Waldstadion vollzogen hat. Drei Mitglieder des fünfköpfigen Vorstands verließen das Leiter-Gremium von Laichingens größtem Verein. Drei neue Gesichter stießen hinzu. Einen Einschnitt bedeutet vor allem der Abgang von Jürgen Sternemann. Er kümmerte sich 22 Jahre lang um die Finanzen des TSV. Und die sind geordnet.

Mit viel Applaus und warmen Danksagungen hat sich der TSV Laichingen bei der Hauptversammlung des Hauptvereins (die 15 Abteilungen halten eigene Versammlungen ab) am Mittwoch in der Gaststätte Waldstadion von drei Vorsitzenden verabschiedet. Zehn Jahre lang gehörte dem fünfköpfigen Vorstandsgremium Rolf Graser an, sechs Jahre Reiner Strohm und ganze 22 Jahre Jürgen Sternemann.

Die Winter waren kälter, und die Sprache hier auch nicht so mein Ding. 

Jürgen Sternemann, stammt aus dem Ruhrgebiet

Letzterer, von Beruf Steuerberater, erinnerte sich in einer launigen Ansprache an seinen Anfang beim TSV zurück – der zeitlich zusammenfiel mit seinem Umzug auf die Alb. Es war 1996, er kam als Kind des Ruhrgebiets zuerst nach Ulm, dann nach Laichingen. Er beschrieb den erlittenen Kulturschock so: „Die Winter waren kälter, und die Sprache hier auch nicht so mein Ding.“ Alles eben „ein bissle anders“. Auch der TSV stand zu dieser Zeit vor einem Wechsel – und einer ungewissen Zukunft.

Martin Schwenkmezger wollte seinen Vorstandsposten niederlegen, doch Nachfolger: Fehlanzeige.

Sternemann erinnerte sich an eine vom damaligen Bürgermeister Andreas Raab einberufene „Notfallsitzung“ im Sitzungssaal des Alten Rathauses. Er als „Rei’gschmeckter“ war mit am Tisch. Ein Nachfolger für Schwenkmezger wollte sich aber auch hier nicht aus der Deckung wagen; der Verein drohte, vom Amtsgericht von Ulm aus zwangsverwaltet zu werden. Das sei der Moment gewesen, in dem er sich gemeinsam mit Uli Rößler ein Herz gefasst habe. Und eine neue Ära beim TSV Laichingen eingeleitet wurde.

Glücklich, wer Nachfolger hat

Rößler zeigte sich am Mittwoch betrübt über den Rückzug seines langjährigen Weggefährten. Gleichzeitig aber auch Verständnis, wie auch für das Ausscheiden von Strohm und Graser. Und er betonte, dass es an sich auch gut und sinnvoll sei, wenn es Wechsel gebe – sofern man Nachfolger vorweisen könne.

 Armin Riek (Dritter von rechts) mit den sieben Familien, die das Sportabzeichen abgelegt haben.
Armin Riek (Dritter von rechts) mit den sieben Familien, die das Sportabzeichen abgelegt haben. (Foto: Steidle)

Im vorliegenden Fall sei es erfreulicherweise recht schnell gelungen, solche zu finden, so Rößler. Für ihn selbst wird die Reise im TSV noch mindestens zwei Jahre weitergehen. Er, wie auch der Fünfte im Bunde des TSV-Hauptvorstandes, Walter Heilenmann, hängen nochmal eine Wahlperiode dran. Rößler wird danach aber auf jeden Fall neuer, alleiniger Rekordhalter beim TSV sein, was die Zahl der Vorstandsjahre angeht. Mit 22 Jahren hat diesen Platz nun zunächst Sternemann inne, noch vor Martin Schwenkmezger. Diesem ist Rößler nicht nur im TSV nachgefolgt. Auch im Laichinger Gemeinderat ist er, wie einst Martin Schwenkmezger, Sprecher der größten Fraktion, der BWV.

Einstimmig war der alte Vorstand von den rund 60 Anwesenden zuvor entlastet worden. Und ohne Gegenstimme wählte die Versammlung dann auch die Nachfolger der Ausgeschiedenen sowie Walter Heilenmann und Uli Rößler (wieder) in ihre Ämter. Neu dabei im Hauptvorstand sind Johannes Schwenk, Karlheinz Lehner und Mehmet Karakurum. Wer welche Aufgabe übernimmt, kläre sich im Laufe der Zeit, sagte Uli Rößler. Er werde wohl zunächst die Aufgaben von Jürgen Sternemann (welcher der Vereinsführung als künftiger Kassenprüfer erhalten bleiben wird) schultern – die Finanzen im Griff behalten. Die können sich sehen lassen. Der Verein ist seit Mai schuldenfrei.

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