Nacht- und Nebelaktion: Hunderte Räder aus Autohaus geklaut

Lesedauer: 7 Min
 Blick auf die Fricker-Niederlassung in Laichingen. Zwischen 60 und 70 Radsätze, die dort für Kunden gelagert wurden, haben Kri
Blick auf die Fricker-Niederlassung in Laichingen. Zwischen 60 und 70 Radsätze, die dort für Kunden gelagert wurden, haben Kriminelle in der Nacht von Samstag auf Sonntag geklaut. Dazu brachen sie einen Container auf. (Foto: rau)
Redaktionsleiter

Großer Schaden für das Laichinger Mercedes-Benz-Haus Fricker. Unbekannte haben in der Nacht auf Sonntag zwischen 60 und 70 Radsätze gestohlen. Geschäftsführer Konrad Pfaff vermutet hinter der Aktion eine gut organisierte Bande. Der Schaden soll mehr als 100 000 Euro betragen. Die betroffenen Kunden, denen die Räder gehören, sollen so schnell wie möglich kontaktiert werden.

Die Räder mitsamt Felgen – in Summe klauten die Diebe wohl knapp 300 Räder – lagerten in einem großen Übersee-Container auf dem rückwärtigen Fricker-Gelände. Diesen brachen die Täter auf. Das sperrige Diebesgut muss mit einem Laster weggeschafft worden sein. In einer ersten Meldung hatte die Polizei am Mittwoch noch von rund 25 gestohlenen Radsätzen (à vier Rädern) gesprochen; Fricker-Geschäftsführer Konrad Pfaff geht im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ allerdings von weit mehr aus: 60 bis 70 Radsätze seien geklaut worden.

Pfaff vermutet weiter, dass es sich bei den Tätern um Profis handelt. Denn diese hätten nur die teuersten Reifen und Felgen (auf welche es die Diebe wohl in erster Linie abgesehen haben dürften) mitgenommen. So zum Beispiel Aluminium-Felgen des Mercedes-Tuners AMG. Weniger teure Stahlfelgen hätten die Diebe da gelassen.

Wir haben ja keine permanente Polizei mehr in Laichingen vor Ort“

Pfaff geht auch davon aus, dass das Autohaus gezielt ausgespäht und die Aktion von langer Hand vorbereitet worden ist. Schon vor sechs Wochen sei dort Alarm ausgelöst worden, einen Schaden oder Einbruch habe man allerdings nicht feststellen können. Jedoch sei ein verdächtiger LKW nahe der Laichinger Fricker-Niederlassung gesehen worden. Doch bis die alarmierte Polizei nach einer Dreiviertelstunde vor Ort war, sei dieser schon wieder weg gewesen. „Wir haben ja keine permanente Polizei mehr in Laichingen vor Ort“, so Pfaff. Dass es sich um eine Bande gehandelt haben muss, liegt für ihn auf der Hand. „Das schafft niemand alleine.“

Nicht das erste Mal

Es ist nicht das erste Mal, dass Fricker Opfer einer mutmaßlich in der organisierten Kriminalität beheimateten Gruppe wird. Schon vor vier Jahren wurden im großen Stil Räder des Mercedes-Händlers geraubt, allerdings am Hauptsitz in Ulm. Aufgeklärt werden konnte dieser Fall nicht.

Pfaff hofft, dass die Ermittlungen im aktuellen Fall mehr zu Tage fördern. Die Polizei sucht Zeugen: Wer in der Nacht vom vergangenen Samstag auf Sonntag im Bereich des Laichinger Autohauses und der Wäschekrone verdächtige Fahrzeuge oder verdächtige Verladearbeiten beobachtet hat oder ungewöhnliche Geräusche oder Lichtquellen wahrnahm, der soll sich melden (Telefon 07333 / 950960). Zwar ist das Fricker-Gelände in Laichingen mit Kameras ausgestattet; den Bereich, in dem der Container mit den Reifen stand, hatten diese allerdings nicht im Blick. Die gestohlenen Reifen später einmal zu identifizieren, dürfte schwer werden. Sie haben keine speziellen Seriennummern.

Der Schaden dürfte lauf Konrad Pfaff deutlich mehr als 100 000 Euro betragen. Zwar sei seine Firma versichert, allerdings bedeute die Aktion laut Pfaff für seine Firma einen erheblichen logistischen Aufwand. Denn die Räder gehörten Kunden, die Fricker für diese lagerte. Nun müssen neue Räder her. In rund zwei Wochen, so Pfaff, soll für alle betroffenen Kunden aber Ersatz vorhanden sein. Die Zeit drängt. Der Reifenwechsel steht wieder an. Die betroffenen Kunden sollen so schnell wie möglich kontaktiert werden. Pfaff bedauert die Unannehmlichkeiten, verspricht aber, dass der Austausch so geräuschlos wie möglich über die Bühne gehen wird.

Reifenwechsel vor dem Winter: Darauf müssen Sie achten
Wir haben in der Werkstatt von Autoservice Schick in Leutkirch den Mechanikern über die Schulter geschaut: Woran erkennt man eigentlich Winterreifen - und was passiert in der Werkstatt?
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen