Nach Platz vier bei Heim-EM: So stolz sind die Eltern von Alina Reh

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Alina Reh läuft bei der Heim-EM in Berlin mit einem fulminanten Lauf auf Rang vier. Auch ihre Eltern waren dabei.
Alina Reh läuft bei der Heim-EM in Berlin mit einem fulminanten Lauf auf Rang vier. Auch ihre Eltern waren dabei. (Foto: imago)
Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm

Foto hier, Foto da. Am Tag nach ihrem fulminanten Lauf ist Alina Reh am Berliner Breitscheidplatz keine Unbekannte mehr. Das bekommen auch ihre Eltern zu spüren, die extra für den 10 000-Meterlauf ihrer Tochter in die Hauptstadt geflogen sind, sie aber offenbar nicht wirklich zum Greifen bekommen: „Da bildet sich gerade eine Traube um sie“, berichtet Alinas Vater Bernhard Reh am Telefon im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“: „Sie wird immer wieder von Fans angehalten. Ich glaube, wir haben uns den falschen Platz ausgesucht“, scherzt er.

Doch der Laichinger Läuferin scheint das gut zu tun – nach all den Verletzungsproblemen in der Vorbereitung. Da sei sie schon auch mal zur „Psychotante“ geworden, meint Vater Bernhard, der von alle nur Benni genannt wird: „Seit ihren Verletzungen bekam sie kurz vor den Wettkämpfen öfters Selbstzweifel.“ Doch jetzt, so findet er, seien diese beseitigt: „Wir sind total happy“, sagt er über Alinas vierten Platz bei der Leichtathletik-EM.

Sie wird immer wieder von Fans angehalten. Ich glaube, wir haben uns den falschen Platz ausgesucht“

Denn anders als viele andere im Olympiastadion oder auch zuhause vor dem Fernseher, hätten Vater Benni und Mutter Silke sofort gewusst, dass es am Ende sogar Rang vier wurde und nicht „nur“ Rang fünf – wobei auch das ein ordentliches Ergebnisses gewesen wäre.

„Für uns war das klar“, sagt Vater Benni: „Wir hatten den kompletten Überblick.“ Alina selbst wohl nicht so ganz. Ihren Vater habe sie während des Laufs zwar gesehen, ihre Mutter aber nicht. Und gehört? „Gehört habe ich sowie nichts. Auch nicht von meinem Trainer. Es war so laut. Das hat richtig gepusht“, sagt die Laichingerin.

Am lautesten sei es vor allem gegen Ende ihres Laufs im Stadion und auf den Rängen gewesen. Am Anfang sei Alina laut Einschätzung ihres Vaters schlecht reingekommen. „Aus Respekt vor den Temperaturen“, sagt er. Doch dann wurde es nochmal richtig spannend. Wenige Runden vor Schluss lag die 21-Jährige noch 100 Meter hinter Yasemin Can, der Europameisterin über 10 000 Meter von 2016.

„Sie ist ihr immer näher gekommen“, berichtet Vater Benni. „Die Stimmung war so unglaublich. Die Zuschauer haben sie angefeuert und nicht Harting und Co. Mir war klar: Da geht noch was.“ Und tatsächlich hat es noch gereicht. Beim Überqueren der Ziellinie reißt Alina ihre Hände in den Berliner Himmel.

Noch keinen Rückflug gebucht

Am Tag danach fühlte sie sich noch „ein bisschen müde“. Doch während ihre Eltern schon am Donnerstagabend wieder den Heimflug angetreten haben, weilt sie noch bis mindestens Sonntag in der Hauptstadt, um die Heim-EM zu genießen. Dazu gehört es auch, die Kollegen, die anderen deutschen Leichtathleten, zu unterstützen – zum Beispiel beim Wasserreichen beim Marathon am Sonntagmorgen. Einen Rückflug habe sie noch nicht gebucht. „Wenn schon mal so ein Event im eigenen Land ist, dann muss man das auch mitnehmen.“

Alina Reh bei der EM in Berlin.
Die Laichinger Läuferin Alina Reh (2. v. r.) bei der Heim-EM im Berliner Olympiastadion. Die spätere Drittplatzierte Meraf Bahta (2. v. l.) läuft neben ihr im gelben Trikot der Schweden. (Foto: Imago)
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