Musikschüler überraschen mit außergewöhnlichen Leistungen

Lesedauer: 6 Min

Freude über die gelungenen Vorträge: Die jungen Talente der Musikschule Laichingen-Blaubeuren-Schelklingen haben am Sonntag bei
Freude über die gelungenen Vorträge: Die jungen Talente der Musikschule Laichingen-Blaubeuren-Schelklingen haben am Sonntag bei der Kammermusikstunde im Alten Rathaus Bestleistungen hingelegt. Als Belohnung gab es vom „Verein der Kammermusikstunde“ bunte Blumentöpfe mit den ersten Frühlingsboten. (Foto: Jutta Kriegler)
Schwäbische Zeitung
Jutta Kriegler

Das Vorspiel der Musikschüler im Alten Rathaus ist schon immer ein Höhepunkt des Jahres gewesen. Dieses Mal war das Niveau der musikalischen Leistungen besonders beeindruckend. Unter den Schülern der Musikschule Blaubeuren-Laichingen-Schelklingen waren junge Musiker mit großem Talent. Die Vorträge waren kurzweilig und spannend, auch durch die Vielfalt der Instrumente und Musikrichtungen.

Schülervorspiele sind oft eine Geduldsprobe für die Zuhörer. Das ist in Laichingen anders: Dort spielen immer nur die besten Schüler vor. Den Anfang machte das Trompetentrio von Musiklehrer Hans Mohr mit Simon Ponzer (16), Xaver Renz (18) und Jakob Riek (14) mit einem Stück von Julien Porret (1894-1914), heiter, melodisch und sicher vorgetragen – ein schönes Zusammenspiel. Dann folgte das Oboen-Duett mit Johanna Hintz (14) und Hanna Wörz (13). Mit Wechsel in Tempo und Lautstärke und barocken Triller gaben die Schülerinnen von Ruth Unterkofler de Suite in G-Dur von Johann Pez (1664-1716) musikalischen Ausdruck.

Begleitet wurden sie von Leoba Rehm (13) am Klavier. Bei ihrem Solo wählte die Schülerin von Christian Riegner den türkischen Marsch von Mozart (1756-1792), ein schnelles Stück mit einigen Tücken, doch die junge Musikerin hat sich wacker geschlagen. Danach war Lena Länge (17) mit ihrer Violine an der Reihe, unterrichtet von Almut Schmiedel. Bei ihrer „Obertass Mazurka“ von Henryk Wieniawski (1835 -1880) beeindruckte sie mit schrägen Tönen und gekonnten Trillern – ein außergewöhnliches Stück mit hohem Anspruch.

Komponist Scott Joplin (1868-1917) kam gleich zwei Mal zum Zug: Riegner-Schülerin Marika Steeb (15) spielte den „Maple Leaf Rag“ auf dem Steinway-Flügel, einen schwungvollen Klassiker mit technischen Herausforderungen. Wenn man aus dem Rhythmus kommt, findet man schwer wieder hinein, doch Marika setzte klare Akzente und meisterte ihre Aufgabe.

Jonas Haußmann (16), Schüler von Roland Rundio, spielte Scott Joplin am Keyboard, angeschlossen an einen Lautsprecher. In „El Gope“ imitierte er Banjo, Klarinette, Trompete und andere Instrumente, gut und sicher vorgetragen. Auch Alessia Fadda (17) am Waldhorn, unterrichtet von Christoph Schellen, hat ihre Sache gut gemacht. Weich und warm spielte sie Variationen von Franz Strauß, op.13 (1822-1905) und brachte ihr Instrument ansprechend zur Geltung. Musiklehrerin Astrid Schmid übernahm die Begleitung am Klavier.

Das Violinen-Duo Paul Killius (14) und Kevin Neuburger (13) von Liana Einwiller wählte mit dem Konzert für zwei Violinen op.3 Nr.8 eine sehr schöne Melodie von Antonio Vivaldi (1678-1741), vorgetragen mit großer Spielfreude und einem feinen Gespür für diese Musik und das Zusammenspiel mit dem musikalischen Partner, gemessen am Alter der beiden Jungs eine hervorragende Leistung.

Pauls Bruder Nick Killius (12), Trompetenspieler aus der Klasse von Hans Mohr, wählte mit der Sonate C-Dur von Giambattista Cirri (1740-1808) ein anspruchsvolles Stück mit einer wunderschönen Melodie in großen weichen Bögen, sehr gut vorgetragen und interpretiert, von seiner Mutter Tatjana Bräkow-Killius, Musiklehrerin am Albert-Schweitzer-Gymnasium, am Klavier begleitet.

Die ausgefallenste Komposition an diesem Vormittag war sicher „Silent Movie“ von Benedict Brydern (1966), eine Filmmusik mit schrägen Tönen, vielen Tempowechseln und außergewöhnlichen Motiven. Querflöten-Lehrerin Manuela Riegner empfahl dem Publikum, sich dabei skurrile Szenen von Chaplin oder Fellini vorzustellen. Ein anspruchsvolles Werk, das sie nur fortgeschrittenen, sehr versierten Schülern zutrauen konnte wie Viktoria Geßner (19), Antonia Häberle (15), Franziska Rauh (16) und Tom Killius (16), die alle Bestleistungen zeigten.

Tom Killius, der älteste der drei Killius-Brüder, mehrfacher Preisträger von „Jugend musiziert“, legte danach noch ein fulminantes Querflöten-Solo hin. Mit seinem virtuosen Vortrag der Sonatina von Eldin Burton (1913-1979) meisterte er höchste Schwierigkeitsgrade und bekam viel Beifall dafür. Weiche, warme, melodische Wellen wechselten mit wilden Eskapaden, die die Extravaganz der Querflöte betonten – eine außergewöhnliche Leistung.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen