Musik verbindet die Menschen

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Schwäbische Zeitung

/ isi - „Es gibt eine goldene Regel für die Austauschbeziehungen zwischen Laichingen und anderen Städten“, sagte Laichingens Bürgermeister Friedhelm Werner gestern im Alten Rathaus. Gebannt warteten 25 Mädchen und Jungen des tschechischen Gymnasiums Unicov – 20 von ihnen gehören dem dortigen Schulorchester an – auf die nicht ganz ernst gemeinte Antwort des Rathauschefs, die da lautete: Wer im Alten Rathaus empfangen werden möchte, muss sich musikalisch vorbereiten und ein Stück präsentieren.

Diese „Herausforderung“ nahmen zwei Schülerinnen des tschechischen Gymnasiums sogleich an und spielten jeweils zwei Stücke auf dem Steinway-Flügel im Alten Rathaus. Das fiel den Musikerinnen nicht sonderlich schwer. Schließlich gehören sie dem Orchester des Gymnasiums in Unicov an. „Wenn Menschen die Musik lieben, ist eine fruchtbare Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg möglich“, betonte Laichingens Bürgermeister. Er hofft, dass zwischen den Laichinger und Unicover Schülern eine enge Freundschaft entsteht.

Die tschechischen Schüler besuchen in dieser Woche im Rahmen eines Austauschs mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) die Gemeinde auf der Alb. Friedhelm Werner erzählte den Gästen Wissenswertes über Laichingen. Er warb unter anderem für die Tiefenhöhle, aber auch für den örtlichen Einzelhandel. Anschließend gab die tschechische Musik- und Deutschlehrerin Zuzana Loutocka Einblicke in die Geschichte ihrer Stadt. So erhielt Unicov, auf deutsch Mährisch-Neustadt, im Jahr 1223 das Königsrecht. Bis zum Zweiten Weltkrieg wohnten viele Deutsche in Unicov. „90 Prozent der Einwohner waren damals deutsch“, informierte Zuzana Loutocka. Mit seinen etwa 12000 Einwohnern sei Unicov heute ähnlich groß wie Laichingen.

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