Im Alb-Donau-Kreis sind Masernfälle gemeldet worden.
Im Alb-Donau-Kreis sind Masernfälle gemeldet worden. (Foto: Andrea Warnecke)
Schwäbische Zeitung

Masern können tödlich verlaufen, derzeit wird heftig über eine Impfpflicht diskutiert. Auch im Alb-Donau-Kreis sind Maserfälle aufgetreten, vier an der Zahl. Dies teilte am Freitag das Landratsamt mit. Es empfiehlt eine Nachholimpfung.

Der Fachdienst Gesundheit im Landratsamt in Ulm informierte am Freitagmittag, dass ihm seit diesem April vier Masernfälle gemeldet worden seien. Die Erkrankten seien zwischen 20 und 47 Jahre alt und waren nicht gegen Masern geimpft. In Baden-Württemberg sind seit Januar bereits über 60 Masernfälle registriert worden. Die aktuelle Masern-Situation spreche „für die Möglichkeit einer weiteren Ausbreitung in andere Land- und Stadtkreise“.

„Weitere Erkrankungen können nur vermieden werden, wenn ein ausreichend hoher Impfschutz erreicht wird“, sagt Dr. Gonser, Leiter des Fachdienstes Gesundheit in Ulm. „Prüfen Sie Ihren Masern-Impfstatus und holen Sie versäumte Impfungen nach. Eine möglichst gut geimpfte Bevölkerung schützt beispielsweise bei Masern auch die Allerkleinsten, die für die Impfung noch zu jung sind.“

Masern sind eine hochansteckende Erkrankung durch Masernviren. Sie kann besonders bei Säuglingen und Erwachsenen ernste Folgen haben. Mit der Impfung kann man sich – und andere! – schützen. Der Impfschutz gilt als vollständig, wenn in der Kindheit zwei Masernimpfungen erfolgt sind. Vielen Jugendlichen und Erwachsenen fehlt hierzulande die zweite Impfung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt, in der Kindheit versäumte Impfungen nachzuholen.

Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden, wird eine einmalige Masernimpfung empfohlen, wenn sie bisher nicht geimpft sind, sie als Kind nur einmal geimpft wurden oder unklar ist, ob sie schon geimpft wurden.

Bei vor 1970 Geborenen geht man davon aus, dass sie Kontakt zu Masern hatten und daher geschützt sind.

Die Impfung führt bei etwa neun von zehn Geimpften zu einem wirksamen Masernschutz. Die Impfung wird in Deutschland seit über 30 Jahren angewendet – bevorzugt als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung) – und von den Krankenkassen bezahlt.

Zu allen Fragen rund ums Impfen und natürlich auch zur Kontrolle des Impfbuches können Sie sich von Ihrem Haus- oder Kinderarzt beraten lassen. Fundierte Information sind auf der Impf-App STIKO@rki des Robert Koch-Instituts kostenlos zu bekommen.

Das Gesundheitsamt empfiehlt auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Gesundheitsberufen, den eigenen Impfschutz zu überprüfen und zu vervollständigen.

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