Machtolsheimer Sportverein plaudert aus dem Nähkästchen

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Susanne Kuhn-Urban

Ganz schön ins Zeug gelegt haben sich die Mitglieder des Sportvereins Machtolsheim, um ihrem Publikum bei der Jahresfeier ein wahres Feuerwerk an Unterhaltung bieten zu können. Sie haben Tänze einstudiert, wie wild Plakate geschrieben, ein Auto aus Pappkarton gebaut, Videofilme gedreht und so ein pfiffiges Programm auf die Beine gestellt. Die Gäste in der vollbesetzten Lindenhalle dankten es den Akteuren mit lautstarkem Beifall und häufigen Rufen nach Zugaben.

Das Moderatorenteam hat seine Sache prima gemacht. Michael Bleher, Stefan Haßler, Rainer Payer und Markus Scheid tauchten zunächst als unwissende Helfer bei der Jahresfeier auf und mutierten im Laufe des Abends äußerst erfolgreich zu Sängern, schwäbischen Mundartdichtern, Pantomimen sogar und Artisten. So plauderten sie aus dem Nähkästchen von Machtolsheim. Thema war neben einem ominösen Fetteimer, der schon ewig in der Ortsmitte stehe, der schlecht beleuchtete Wedel, der ein Weihnachtsbaum gewesen sein soll und die komischen elektrischen Schafe, die auf dem Sportplatz unterwegs sind. Einer der Höhepunkte des Abends war sicherlich das Lied vom Damenklo „Seit Ewigkeiten gibt es einen Ort, an dem sich alle Frauen gleich: vor dem Damenklo“.

Dance Kids eröffnen rasant den Abend

Den Abend eröffnet haben die Dance Kids mit einer rasanten Tanzshow bei Schwarzlicht. Raffiniert mit fluoreszierenden Farben bemalt, ergaben sich wirbelnde Farbspiele auf der Bühne. Der schwäbische Dialekt spielte beim Heimatabend – unter diesem Motto stand die diesjährige Jahresfeier – naturgemäß eine große Rolle. So kündigten die Moderatoren als nächsten Programmpunkt auch nicht Ropeskipping an, sondern „Soil hopfa“. Die Mädels zeigten ihr Können bei einer abwechslungsreich choreografierten Vorführung. Sehr gekonnt umgesetzt war auch der witzige Rückblick auf die vergangene Hauptversammlung des Sportvereins: Auf der Leinwand war eine Bundestagsdebatte zu sehen – allerdings unterlegt mit Sätzen aus dem Machtolsheimer Sportvereinsleben und die Politiker mit passenden Namen der Sportvereinsmitglieder versehen.

Gerne wäre man wohl auch dabei, wenn die Volleyballmädels zu einem Turnier fahren. Denn zur Beruhigung der Nerven werden auf der Fahrt lauthals Schlager gesungen – jeweils mit den zu den Liedern passenden Accessoires versehen. Der Videofilm ließ die Besucher der Jahresfeier hautnah daran teilhaben.

Ganz still und leise dagegen ging es bei der Volleyballjugend zu: Stumm zeigten zwei junge Sportlerinnen ihre Konversation, die sie auf riesige Plakate geschrieben hatten. Quintessenz: Alle anderen vom Team sind schon längst beim Fasnetsumzug in Gosbach.

Schwäbisch für Anfänger bei den Fußballfrauen

Um Schwäbisch für Anfänger ging es beim Beitrag der Fußballfrauen. Als Zuschauer kommentierten sie auf Schwäbisch ein Fußballspiel, dann eine Szene am Küchentisch. Glücklicherweise wurden die Kommentare zum besseren Verständnis ins Hochdeutsch übersetzt – wenn auch nicht immer im eigentlichen Sinne.

Beim Jazztanzauftritt der Popgruppe ging es wieder rasant zu auf der Bühne. Die Damen hatten je einen Buchstaben auf dem T-Shirt und zum Schluss waren die Tänzerinnen bestens sortiert, denn die Jahresfeiergäste konnten den Titel des Abends ablesen: „Heimatabend!“ Eine Zugabe durfte nicht fehlen.

Was man alles aus einem breiten Ring aus weißem Filzstoff machen kann, zeigten die Fußballer. Je nach Lied war der Ring ein Cowboyhut, der Helm beim Boxkampf – natürlich zur Musik von „Rocky“, eine Schwimmweste, ein Bart, der Schleier einer Nonne (Sister Act) oder ein Lenkrad (Im Wagen vor mir). Nach dem Eignungstest zweier Zuwanderer an der baden-württembergischen Grenze traten noch die Goldkehlchen aus der Fußballabteilung auf. Sie wollten sich für die „Voices of the Schützenchor“ bewerben. Nach der Melodie von „Seasons in der Sun“ trugen sie das Stück „Früher wars au schee“ vor.

Mehr Bilder zur Jahresfeier gibt es im Internet unter www.schwaebische.de.

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