Landwirt will Gestank freiwillig eindämmen

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Die Schweine in einem Stall im Südwesten Laichingens sorgten für dicke Luft bei Anwohnern. Nun will der Landwirt freiwillige Ma
Die Schweine in einem Stall im Südwesten Laichingens sorgten für dicke Luft bei Anwohnern. Nun will der Landwirt freiwillige Maßnahmen gegen die Stinkerei ergreifen. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung
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Aufatmen bei Anwohnern im Laichinger „Herdweg“ und „Im Sonnenwinkel“, zumindest ein bisschen. Landwirt Wilhelm Schmid wird Maßnahmen ergreifen, um die Geruchsbelästigung zu minimieren. Auf freiwilliger Basis. Unter anderem der Ex-Stadtrat Kurt Wörner hatte gegen die aus seiner Sicht unhaltbaren Zustände mobilgemacht und Unterschriften gesammelt. Rein faktisch gab das Landratsamt nun dem Landwirt aber Recht.

Seit rund zehn Jahren hält Wilhelm Schmid auf seinem Hof am Südwestrand Laichingens Schweine. Die nächsten Wohnhäuser liegen rund 700 Meter Luftlinie entfernt. Trotzdem vernahmen Anwohner, vor allem in den Straßen „Herdweg“ und „Im Sonnenwinkel“, ab und an ein gewisses „G’schmäckle“ in der Luft. Kurt Wörner beklagte, dass der Geruch der Schweine die Lebensqualität in den betroffenen Wohngebieten extrem mindere. Es sei im Sommer oft nicht möglich gewesen, im Freien zu sitzen. Er startete eine Unterschriftenkampagne, wollte Druck auf den Landwirt ausüben, dass dieser etwas gegen den Geruch in der Luft tut.

Geruch im gesetzlichen Rahmen

Dies war nun – in Teilen – erfolgreich. Wie das Landratsamt am Donnerstag mitteilte, lägen die Geruchsemissionen des Schweinehaltungsbetriebs zwar „innerhalb des gesetzlich zulässigen Rahmens“. Deswegen bestehe rechtlich kein Handlungsspielraum. Trotzdem will Bauer Schmid etwas tun. „Als freiwillige Maßnahme und auf eigene Kosten“, so das Landratsamt, werde dieser seine Güllelagerbehälter mit einer „Schwimmdecke“ ausrüsten. Dies könne eine Reduzierung der Geruchsemissionen von voraussichtlich „bis zu 14 Prozent“ bewirken. Der Landwirt wolle außerdem für die Gülleausbringung die „moderne“ Schleppschuh-Technik beschaffen.

Damit, so heißt es in der Mitteilung, könne die Gülle „zielgenauer in den Boden eingebracht“ werden. So reduzierten sich auch die Geruchsemissionen beim Gülleausfahren. „Erfreut“ zeigte sich die Landkreisverwaltung über dieses Einlenken, welches erkennen lasse, „dass dem Betriebsinhaber die Anliegen der Anwohner wichtig sind“.

Rechtslage eindeutig

Umfassend geprüft habe das Landratsamt die Beschwerden der Anwohner. Landrat Heiner Scheffold und Vertreter des Landratsamts berieten sich dazu gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Kaufmann, Kurt Wörner (noch immer Kreisrat) und einem Vertreter der Anlieger. Die Rechtslage sei eindeutig. Nach der bundesweit geltenden Geruchsimmissionsrichtlinie seien für Wohngebiete Geruchsimmissionen von maximal zehn Prozent der Jahresstunden zulässig. Diese würden im vorliegenden Fall sogar unterschritten. Umgerechnet bedeuten diese zehn Prozent, dass an knapp zweieinhalb Stunden täglich Gerüche wahrnehmbar sein dürfen. Man verkenne nicht, so das Landratsamt, „dass auch diese Stunden für die Betroffenen unangenehm seien“. Ob die freiwillig ergriffenen Maßnahmen wirken, wird sich spätestens im Sommer zeigen. Als Ex-Stadtrat hat Kurt Wörner sicher wieder mehr Zeit, die er auch auf der Terrasse verbringen dürfte.

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