Laichinger Sänger ergattert Plattenvertrag

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Redaktionsleiter

Steht der Laichinger Schlagersänger Mike van Hyke vor seinem Durchbruch in der Szene? Zumindest ist ihm nun etwas gelungen, was er selbst als seinen „persönlichen Lottogewinn“ bezeichnet: Der im Hauptberuf als Friseur tätige Sänger hat einen Plattenvertrag abgesahnt. Dieser untermauert eine Welle des Erfolgs, auf der der Laichinger derzeit zu reiten scheint.

Es gilt als das größte Festival seiner Art in Deutschland: Beim „Schlagermove“ in Hamburg tummelten sich auch in diesem Juli wieder tausende verrückte Schlagerfans und feierten ein Fest der guten Laune. Und mittendrin – besser gesagt auf der Bühne – fungierte als einer der Stimmungsmacher: der Laichinger Mike van Hyke. 15 00 Fans jubelten ihm zu. Auf der Bühne stand er mit Künstlern wie Bernhard Brink, der Gruppe Wind und Klaus und Klaus. Sein Auftritt vor all den bunt gekleideten Schlager-Hippies war jedoch nur der Start in einen Traum-Sommer, wie ihn der Laichinger, der eigentlich Mike Häberle heißt, noch nicht erlebt hat. Unter anderem trat er mit Nino de Angelo auf.

Seit Jahren arbeitet sich Mike van Hyke im deutschsprachigen Schlagerbusiness Stufe um Stufe auf der Karriereleiter nach oben. Er hat klein angefangen. Sang manchmal nur vor einer Handvoll Zuhörern. Seinetwegen dürften vor wenigen Jahren wohl nur wenige Besucher die „Gladbacher Schlagerhölle“ oder Konzerte im „Brauhaus Urfels“ in Duisburg besucht haben – außer einem. Seinem Vater.

Herz schlägt im Pott

Seit Anfang an begleitet Karl-Heinz Häberle seinen Sohn, fährt ihn zu Auftritten mittlerweile in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seinen ersten Fuß in die Türe des Schlagers kann Mike van Hyke im Ruhrgebiet stellen, dort schlage das Herz des Schlagers, erklärte er ein Mal.

Zunächst aber zog Mike Häberle kleinere Kreise. Vor acht Jahren trat er beim Laichinger Stadtfest auf, stand auch auf der Bühne in Heroldstatt oder Böhringen. Lange zahlen Vater und Sohn für das Hobby des Sohnes drauf. Doch Vergangenheit.

Mittlerweile bleibe was hängen, sagt Karl-Heinz Häberle. Das Schlager-Business sei für seinen Sohn keine Draufzahl-Sache mehr. Bundesweit Bekanntheit erlangte der Laichinger im vergangenen Jahr, als Gast in der RTL-Show „Das Supertalent“. Und mehr als ein Hobby ist das Singen mittlerweile auch. Wobei es das eigentlich schon immer war: nämlich eine grenzenlos erscheinende Leidenschaft für Herzschmerz, Weltschmerz und am Ende in den Songs meist: Hoffnung.

Gerade herrscht Freude pur im Hause Häberle. Mitte August kehrte Mike van Hyke mit einem Plattenvertrag zurück von einem Gesangswettbewerb im österreichischen Brixen im Thale (Tirol). Der Laichinger setzte sich gegen elf weitere Kandidaten durch. Punkten konnte er unter anderem mit seiner Performance von „Ich hab’ die Zeit verflucht“.

„Immer noch sprachlos“

Wie „Weihnachten und Geburtstag zusammen“ sei dies, lässt Mike van Hyke wissen. Denn: Der Sieg brachte ihm nicht nur eine Reise für zwei Personen nach Gran Canaria (inklusive eines dortigen Auftritts) ein, sowie einen schweren Pokal aus Glas, sondern auch einen Plattenvertrag. Die Firma MCP wird seine nächste Single produzieren. Die nächste Stufe. „Ich bin immer noch sprachlos und mehr als glücklich“, so Mike van Hyke.

Seine ersten Sporen hatte sich Mike van Hyke in Laichingen in der Schulband der Realschule verdient, „Let’s Fetz“ hieß die Combo. Mittlerweile arbeitet er mit diversen Produzenten zusammen, die auch Songs für ihn schreiben. Das Singen ist für ihn zu einem zweiten Hauptberuf geworden. In Neu-Ulm betreibt er einen Friseur-Salon. Und zuletzt war er auch auf der Bühne in Ulm zu erleben: beim Christopher-Street-Day auf dem Rathausplatz.

Der Schlager-Sommer aber neigt sich langsam dem Ende zu. Ein Höhepunkt – neben weiteren Auftritten im gesamten deutschsprachigen Raum – wartet auf den Laichinger Anfang September. Er nimmt wieder Teil an der Schlager-Trophy in Vilshofen. Dann kommt der Herbst, und der schenkt Mike van Hyke vielleicht wieder mehr Zeit für seine Julia. Im vergangenen Sommer gaben sich die beiden in Laichingen das Ja-Wort. Ein Rolls Royce hatte die beiden nach der Trauung am Alten Rathaus abgeholt.

Auf der Überholspur jedenfalls dürfte die Karriere des schlagerbegeisterten Laichingers auch im kommenden Jahr weitergehen. Was wohl die nächste Stufe bringt? Auf eines freut sich der Sänger besonders in 2019: Dann gehe es für ihn „endlich“ mal nach Nordrhein-Westfalen zu „sehr großen“ Karnevals-Veranstaltungen.

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