Laichinger Erntebittgottesdienst am Sonntag eine Stunde später

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Daniel Mack bei der Maisernte.
Daniel Mack bei der Maisernte. (Foto: Länge)
Schwäbische Zeitung

Vor 200 Jahren – 1816 – gab es Frost im Juli und jeden Monat schneite es mindestens einmal bis auf 800 Meter Meereshöhe – weshalb das Jahr 1816 auch das Jahr ohne Sommer genannt wird. Was war geschehen? Auf der Insel Sumbawa in Indonesien war 1815 der Vulkan Tambora ausgebrochen. Riesige Aschewolken stiegen bis zu 43 Kilometer in die Höhe, 140 Milliarden Tonnen Asche verdunkelten die Sonne. Die Asche in der Atmosphäre brachte im Folgejahr auf der Nordhalbkugel einen vulkanischen Winter, der in Europa – und vor allem hier in Süddeutschland – große Hungersnöte verursachte, das sogenannte „Jahr ohne Sommer“. König Wilhelm I. von Württemberg hat im Mai 1817, als der Hunger und die Not am größten waren, seinen Untertanen empfohlen: Betet. Damit waren die Erntebittgottesdienste und Erntebittstunden, die seit 200 Jahren in der Evangelischen Landeskirche gefeiert werden, eingeführt. Am kommenden Sonntag, 8. Juli, feiert die evangelische Laichinger Kirchengemeinde den diesjährigen Erntebittgottesdienst, sie teilt mit: „Wir bitten Gott um das tägliche Brot und eine gute Ernte in diesem Jahr.“ Beachtet werden sollte, dass der Erntebittgottesdienst eine Stunde später beginnt, um 10.30 Uhr, „damit es für die Landwirte nach der Stallarbeit zeitlich nicht gar so eng wird bis zum Gottesdienst.

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