Laichinger Dachdecker ist der Beste in ganz Baden-Württemberg

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 Voller Freude: Simon Bachofer bei der Übergabe des Meisterbriefs.
Voller Freude: Simon Bachofer bei der Übergabe des Meisterbriefs. (Foto: Fotostudio Keller)
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Als Geselle zog er von dannen, und kam als Meister zurück nach Laichingen. Sogar als Bester des Jahrgangs. Die Laichinger Firma Bauer Bedachungen ist stolz auf ihren neuen Dachdecker-Meister Simon Bachofer. Gleichzeitig findet sie es schade, dass noch immer viele eine Ausbildung im Handwerk scheuen würden. Gerade hier seien die Aufstiegschancen immens. Simon Bachofer hat schon wieder den nächsten Schritt gemacht.

Mittlerweile fungiert Simon Bachofer als Betriebsleiter der Laichinger Firma Bauer Bedachungen. 24 Mitarbeiter hat der Betrieb von Chef Andrej Bauer, der ebenfalls anwesend war am vergangenen Samstag bei der Übergabe der Meister-Urkunden in Karlsruhe. „Es hat mich so unglaublich riesig gefreut, da auch keiner damit gerechnet hat, dass er Jahrgangsbester ist“, sagt Andrej Bauer. Er und Simon Bachofer kennen sich schon länger. Bachofer war erst Ferienarbeiter bei ihm, anschließend Aushilfskraft, dann wurde er Lehrling, später Geselle und jetzt ist er Meister.

 Mit anderen Meistern.
Mit anderen Meistern. (Foto: Fotostudio Keller)

Der beste des diesjährigen Jahrgangs im Land Baden-Württemberg sogar. Der „Meister“ gliedert sich in einen neunmonatigen Vorbereitungskurs, einen Vollzeit-Kurs. Absolviert wird der von allen Anwärtern im Land unterm Dach der Handwerkskammer in Karlsruhe. Es folgt schließlich auch noch ein Meisterstück.

„Megastolz“ und „Gänsehaut-Feeling“

Dass er seinen „Meister“ bestanden hat, weiß Simon Bachofer seit diesem Frühjahr. Wie er sich im Vergleich mit seinen Mit-Meistern geschlagen hat, das kam erst jetzt heraus. Die Laichinger Abordnung, die bei der effektgeladenen Übergabefeier der Meisterbriefe dabei war, erlebte nach eigener Aussage „Gänsehaut-Feeling“. Andrej Bauer ist „megastolz“ auf Simon Bachofer, den er als seine „rechte Hand“ bezeichnet. Dies neben seiner Tochter Lena (Leitung Einkauf und Auftragsabwicklung) und seiner Frau Tanja (Leitung Finanzen und Personal).

Und was sagt Bachofer selbst? „Besonders stolz macht mich, dass ich mich gegen sehr gute und erfahrene Dachdecker durchgesetzt habe. Da der Meister ja der höchste Titel im Handwerk ist, waren meine Klassenkameraden alle sehr gut. Es ist ein besonderes Gefühl, in dieser hohen Disziplin auch noch der Beste zu sein. Überwältigend.“

 Simon Bachofer mit Chef Andrej Bauer (re. neben ihm).
Simon Bachofer mit Chef Andrej Bauer (re. neben ihm). (Foto: Bauer)

Aber ein Meister ist bekanntlich noch nie vom Himmel gefallen, auch nicht Simon Bachofer. Die Zeit des Meisterkurses sei „anstrengend und hart“ gewesen. Jedoch, und das ist auch ein Tipp von ihm: „Wenn man Spaß am Handwerk hat und es gerne macht, kann man weit kommen. Man sollte seine Ziele einfach verfolgen, egal was andere davon halten.“

Handwerk hat nicht den Stellenwert

Damit spielt Simon Bachofer darauf an, dass das Handwerk in Deutschland aus seiner Sicht „leider nicht den Stellenwert hat, den es verdient“. Auch Andrej Bauer ist dieser Meinung. Viele, so teilen sie mit, wüssten höchstwahrscheinlich gar nicht, welche „einmaligen Aufstiegschancen“ es im Dachdeckerhandwerk gebe. Beispiel Simon Bachofer. Als Geselle seien Jobs wie Projektleiter, Gruppenführer, Vorarbeiter, Bauführer oder auch Gebäude-Energieberater drin.

Und als Meister – so wie Simon Bachofer – könne man ganz schnell „zur Spitze der Führungskräfte im Dachdeckerhandwerk“ gelangen. Oder man wird Unternehmer. In vielen Betrieben würde sich nämlich die Nachfolgefrage stellen. Außerdem sei die Meisterprüfung im Dachdeckerhandwerk, bei entsprechendem Schulabschluss, auch eine „großartige Grundlage für ein weiterführendes Studium“.

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