Laichingen findet keine Lösung für Kinderbetreuung

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Hitzig debattiert: In der Machtolsheimer Einrichtung reicht der Platz nicht aus.
Hitzig debattiert: In der Machtolsheimer Einrichtung reicht der Platz nicht aus. (Foto: Scholz)

Die Verwaltung legte vier Varianten vor. Alle beinhalten den Neubau des Kindergartens Regenbogen mit 3,6 Millionen Euro. Dahingehend ist die Stadt mit der katholischen Kirchengemeinde eine Verpflichtung eingegangen.

Variante 1 sieht weitere Investitionen von 900 000 Euro für einen Anbau in Machtolsheim und zwei Neubauten Ü3 in Laichingen mit 2,5 Millionen Euro vor. Es ist mit sieben Millionen Euro die teuerste Variante.

Variante 2 mit 3,6 Millionen Euro entspricht dem Ersatzneubau „Regenbogen“. Hinzu kommen Betriebskosten von 485 000 Euro jährlich für die Kindertagespflege Delau (35000 Euro), jene für die Wohnung Laichingen mit 50000 Euro und für die Ü3-Betreuung in Suppingen (200000) Euro.

Variante 3 beinhaltet mit 6,15 Millionen Euro die zwei Neubauten in Laichingen für eine Ü3-Betreuung (2,5 Millionen Euro) sowie die U3-Betreuung in Suppingen (50 000 Euro).

Variante 4 könnte 4,7 Millionen Euro kosten: 50 000 Euro davon für die U3-Betreuung in Suppingen sowie für Delau und eine Million Euro für den Anbau der Bleichberg-Kita.

Eine klare Ausrichtung mit Leitfaden war das Ziel, um der angespannten Situation in den Kindergärten und -krippen der Stadt Laichingen Herr zu werden. Die Sachbearbeiterin Svenja Troll hatte vier mögliche Szenarien ausgearbeitet, um ein mittel- bis langfristiges Konzept der Kinderbetreuung zu erstellen. Vier Möglichkeiten, die den Gemeinderäten alle nicht passten. Eine hitzige Diskussion entwickelte sich in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause. Eine Lösung wurde nicht gefunden. Stattdessen hieß es vom Laichinger Bürgermeister Klaus Kaufmann (parteilos) nach gut eineinhalb Stunden Diskussion um 22.53 Uhr: „Ich sehe Ihre Konfusion. Wir werden die Beratung jetzt abbrechen.“ Das Thema wird das Gremium also im September weiter beschäftigen.

Zuhörer sind enttäuscht

Viele Zuhörer, darunter Eltern aus Machtolsheim, verließen enttäuscht den Sitzungssaal. Im Machtolsheimer Kindergarten „Pusteblume“ toben derzeit 67 Kinder im Erdgeschoss. Die Einrichtung sei mehr als voll. „Eigentlich gibt es keine Bewegung mehr. Wir haben Sie gewählt, damit Sie sich für unsere Belange einsetzen“, so Heike Lamparter in der vorangegangenen Bürgerfragestunde. Die Machtolsheimerin fügte an: „Eine wohnortnahe Kinderbetreuung ist wichtig und eine Pflichtaufgabe der Stadt.“ Diese Meinung vertrat auch der Machtolsheimer Ortsvorsteher Jochen Sinn: „Der Ortschaftsrat ist einstimmig der Meinung, dass so schnell als möglich gebaut werden soll. Der Kindergarten ist überbelegt, was zu Spannungen und Unzufriedenheit führt.“

Deutlich wird das auch in den voraussichtlichen Hochrechnungen für die Kindergartenjahre 2018/2019 und 2019/2020. Während die Ortsteile Feldstetten und Suppingen gut „gewappnet“ seien, würde im Ü3-Bereich in Machtolsheim im Kita-Jahr 2018/2019 eine komplette Gruppe fehlen. Doch auch in der Kernstadt werde es eng. Um die Betreuung zu gewährleisten, steht mindestens ein Anbau – möglich wäre da die Kita Bleichberg – mit Kosten von einer Million Euro an. Hinzu komme: Die Krippenplätze sind ab dem kommenden Kindergartenjahr voll ausgeschöpft.

Anbau, Neubau, Container

Anbau, Fahrten der Machtolsheimer nach Suppingen, Neubau oder Container: Die Zahlen und Szenarien Trolls legten dar, wie kompliziert die Situation ist und das dazu weitere Faktoren wie die unterschiedlichen Betreuungsmodelle und Rechtsansprüche beitragen. Einigkeit im Rat: Es ist ein komplexes Thema, dessen Herausforderung es ist, eine gerechte Lösung zu finden – für Eltern, Kinder und die Stadt, die in ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt ist. Kaufmann: „Ich habe keine finanziellen Mittel und deswegen kann ich kein Geld ausgeben. Das ist die traurige Wahrheit.“ Eine weitere sprach Ratsfrau Gisela Steinestel (IGEL) aus: „Massenkinderhaltung herrscht in Machtolsheim.“ Anstelle eines Neubaus brachte der Rat die Idee eines mobilen Raumsystems, also eines Containers, ein. Auch ein Anbau wurde diskutiert. Das Stadtoberhaupt betonte dabei abermals: „Wir werden enorme Schulden aufnehmen müssen. Einen solchen Beschluss zu fassen, wäre idiotisch. Ich kann nicht sehenden Auges die Stadt ins Verderben laufen lassen.“

Die Verwaltung legte vier Varianten vor. Alle beinhalten den Neubau des Kindergartens Regenbogen mit 3,6 Millionen Euro. Dahingehend ist die Stadt mit der katholischen Kirchengemeinde eine Verpflichtung eingegangen.

Variante 1 sieht weitere Investitionen von 900 000 Euro für einen Anbau in Machtolsheim und zwei Neubauten Ü3 in Laichingen mit 2,5 Millionen Euro vor. Es ist mit sieben Millionen Euro die teuerste Variante.

Variante 2 mit 3,6 Millionen Euro entspricht dem Ersatzneubau „Regenbogen“. Hinzu kommen Betriebskosten von 485 000 Euro jährlich für die Kindertagespflege Delau (35000 Euro), jene für die Wohnung Laichingen mit 50000 Euro und für die Ü3-Betreuung in Suppingen (200000) Euro.

Variante 3 beinhaltet mit 6,15 Millionen Euro die zwei Neubauten in Laichingen für eine Ü3-Betreuung (2,5 Millionen Euro) sowie die U3-Betreuung in Suppingen (50 000 Euro).

Variante 4 könnte 4,7 Millionen Euro kosten: 50 000 Euro davon für die U3-Betreuung in Suppingen sowie für Delau und eine Million Euro für den Anbau der Bleichberg-Kita.

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