„Kuckucksbienen“ – warum nicht alle Bienen fleißig sind

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Schwäbische Zeitung

Hinweise zum Naturgarten bietet die Homepage des BUND unter www.bund-laichingen.de (unter presse, vortrag und dann lebendige_gaerten)

Dass Wildbienen in ihrer kurzen Lebenszeit nicht Urlaub in „Bienenhotels“ machen, sondern emsig bemüht sind für Nachwuchs zu sorgen, davon konnten sich zwölf Kinder im Rahmen des Sommerferienprogramms beim BUND Laichingen überzeugen.

Anhand von Filmausschnitten erfuhren die Kinder, dass es in Deutschland über 500 verschiedene Wildbienen gibt. Leider sei die Hälfte vom Aussterben bedroht. Dies ist auch für uns Menschen ein Problem, denn Wildbienen erfüllen eine wichtige Funktion: Sie bestäuben Pflanzen, von denen der Mensch lebt.

Die Kinder erfuhren auch Kurioses – manche Wildbienen leben auf Kosten von anderen Wildbienen, indem sie ihre Eier in deren fertige Brutkammern legen, weswegen sie auch „Kuckucksbienen“ genannt werden. Während die meisten Wildbienen im Boden nisten, lassen sich manche Arten auch durch künstliche Nisthilfen helfen.

Nach dem Ausfüllen des „Bienenfüherscheins“ kam der praktische Teil: Die Kinder bearbeiteten vorgesägte Rohlinge aus Bambus, deren Hohlräume sie ausputzten und glätteten, damit die potenziellen Bewohner sie als Brutkammer annehmen und sich nicht an den Flügeln verletzen. Wenn die Nisthilfen an einem sonnigen uns regengeschützten Standort angebracht werden, können die Röhren im nächsten Frühjahr besetzt werden, aus denen dann im darauf folgenden Frühjahr fertige Wildbienen schlüpfen werden. Der Besiedlungserfolg hängt aber sehr davon ab, ob die Wildbienen einen geeigneten, natürlichen Lebensraum vorfinden. In diesem Zusammenhang rät der BUND ab von modernen Gärten mit immergrünen Pflanzen. Wenn keine geeigneten Blühpflanzen als Pollen- und Nektarlieferanten vorhanden sind, dann handelt es sich nicht um Gärten im ökologischen Sinn. Diese „Gärten“ seien insektenfeindlich und beschleunigen das Artensterben. Stattdessen sollte man „Natur zulassen“ in Form von blühenden Hecken, Stauden und Wildblumen, auf die die heimische Insektenwelt geprägt ist.

Hinweise zum Naturgarten bietet die Homepage des BUND unter www.bund-laichingen.de (unter presse, vortrag und dann lebendige_gaerten)

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