Kita-Anbau soll ohne Ausschreibung erfolgen – folgt jetzt Stunk?

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 In solch einem Wagen sollen die künftigen Laichinger Waldkindergarten-Kinder Schutz suchen.
In solch einem Wagen sollen die künftigen Laichinger Waldkindergarten-Kinder Schutz suchen. (Foto: Junginger)
Redaktionsleiter

Kaum ein Thema hat Laichingens Stadträte, die Verwaltung, vor allem aber Eltern in Machtolsheim im vergangenen Jahr so beschäftigt, wie der Mangel an Kindergartenplätzen. Doch eine Lösung wurde gefunden und beschlossen, das Kinderhaus „Pusteblume“ zu erweitern.

Planen soll den Anbau jetzt das Laichinger Architektur-Büro Ott – ohne Ausschreibung. Das dürfte vor allem bei einer Fraktion Erinnerungen wecken an die Kita Bleichberg. Auch hier war das Büro Ott beauftragt worden, ohne dass es eine Ausschreibung gegeben hatte – zum Missfallen der LAB.

Offenbar kann sich die Laichinger Verwaltung noch daran erinnern, wie vor sieben Jahren die Vergabe der Architektenleistungen für die damals neue Kita am Bleichberg ablief. Nämlich nicht ohne Kritik. Die Verwaltung – der Bürgermeister hieß noch Friedhelm Werner – hatte damals vorgeschlagen, dass die Architekten Ott die Bleichberg-Kita planen sollten; was der LAB-Fraktion nicht gefiel. LAB-Sprecher Bernhard Schweizer forderte, dass nicht nur von den Otts, sondern zumindest auch von allen anderen Laichinger Architekten Vorschläge eingeholt werden sollten. Dies sei wichtig im Sinne von „Offenheit und Gleichberechtigung“. Die LAB aber wurde überstimmt, die Architekten Ott erhielten den Zuschlag.

Ausschreibung? Fehlanzeige

Nun will die Laichinger Verwaltung wieder so verfahren. Im Beschlussvorschlag für die Gemeinderatssitzung am Montag, 18. März (ab 18.30 Uhr), heißt es, dass abermals das Büro Ott beauftragt werden soll; eine Ausschreibung? Fehlanzeige.

Begründung: Otts verfügten über „erstklassige Referenzen“ (unter anderem besagte Kita am Bleichberg), sie seien erfahren im Kindergartenbau, zuverlässig und böten Gewähr für eine reibungslose Ausführung. Etwas weiter vorne im Text betont die Verwaltung, dass dieses Vorgehen ohne Ausschreibung rechtlich einwandfrei sei.

Weil es sich bei Architektenleistungen um „geistig-schöpferische Leistungen“ handele, könnten diese, anders als Bauleistungen, auch freihändig vergeben werden. Frei nach dem Motto: Hier geht es um den Geschmack. Und über diesen zu streiten, kann bekanntlich ausufern. Deshalb wohl die Empfehlung der Verwaltung an die Stadträte, die die Entscheidung treffen müssen, gleich auf Otts zu setzen. Das Laichinger Büro ist bekannt, direkt vor Ort und gilt als zuverlässig.

Wie sich die LAB positioniert, wird spannend zu erleben sein am Montag. Das Vorhaben als solches dürfte sie aber vollumfänglich unterstützen. Der Anbau soll einer neuer Gruppe Platz bieten. Als Kosten taxiert die Verwaltung 850 000 Euro. Dass es aber auch mit den Architekten Ott keine Garantie gibt, dass die Kosten eingehalten werden, zeigte auch die Kita am Bleichberg. Statt 1,9 Millionen Euro kostete das Projekt schließlich 2,5 Millionen Euro. Wegen der höheren Preise im Baugewerbe, wie es hieß.

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