Kinder liegen diesem Ehepaar am Herzen

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 Monika und Manfred Hiller helfen ganz aktiv.
Monika und Manfred Hiller helfen ganz aktiv. (Foto: Scholz)
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Fünf Jahre lang, von 2010 bis 2015, waren Monika und Manfred Hiller mit „Christliche Fachkräfte International“ in einem kirchlichen Hilfsprojekt in Luweero in Uganda engagiert. Damit ihr Einsatz heute noch gute Früchte trägt, haben sie den Verein „Fredmon“ gegründet, der über die evangelische Kirchengemeinde Laichingen Kindern in Uganda eine Schulbildung ermöglichen will. Die „Schwäbische Zeitung“ möchte ebenso unterstützen – mit Hilfe der Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt Freude“.

Wir haben Kinder gesehen, die einfach so arm sind.

Manfred Hiller

„Wir haben nochmals neue Kinder aufgenommen“, erzählt Manfred Hiller. Das heißt: Aktuell werden 47 Kinder unterstützt. Der Bedarf sei groß. „Wir haben immer noch Anfragen von Familien“, weiß Hiller und fügt an: „Die Arbeit geht weiter“ – derzeit sogar in besonderer Art und Weise.

Momentan ist Ferienzeit. „Einige Kinder haben ihren Abschluss gemacht. Die Ergebnisse erhalten sie aber erst im Februar“, berichtet Hiller. In der zweimonatigen Ferienzeit gehe es nun um eine volle Betreuung von insgesamt 17 Kindern. Über das Hilfsprojekt wurde ein Haus angemietet, Verpflegung und eine Lehrerin gestellt. Gut 1500 Euro sind zu stemmen, damit „Vollwaisen auch gut beheimatet und betreut sind“.

Wie alles begann

Die Kinder liegen Monika und Manfred Hiller am Herzen. Sie ist Friseurmeisterin, er gelernter Glasermeister. Beide sind „Helfer-Typen“. Im Jahr 2010 ging das Ehepaar im Rahmen von „Christliche Fachkräfte International“ nach Luweero. Die gebürtige Ennabeurerin arbeitete dort als Beraterin für Kleingewerbe und erteilte „Hygiene-Unterricht.“

Der Nachfrage wegen wurde das Angebot auch auf Back- und Kochkurse ausgedehnt. „Wir haben Kinder gesehen, die einfach so arm sind“, erzählt Manfred Hiller. Der gebürtige Laichinger begleitete seine Frau. Aus deren Aktion entstand auch seine Aufgabe: Manfred Hiller baute insgesamt 56 Backöfen.

Der Name als Kombination

Nachdem der Dreijahresvertrag ausgelaufen war, hatte das Ehepaar das Gefühl, „noch nicht fertig zu sein“. Sie verlängerten ihr Engagement um zwei Jahre. „Kurz vor unserer Rückkehr nach Deutschland starben Mutter und Vater von acht Kindern an HIV. Und so hat für uns alles angefangen“, zeigt Manfred Hiller auf. Ihnen sei klar gewesen, dass sie das Land nicht einfach hinter sich lassen wollen. Sie wollten weiter machen – benachteiligten Kindern helfen.

 Das Ehepaar Hiller unterstützt Kinder.
Das Ehepaar Hiller unterstützt Kinder. (Foto: PR)

Der Name setzt sich aus den Buchstaben in ManFRED und MONika zusammen. „Wir haben als Mitarbeiter Pastor Patrick Mukisa vor Ort. Er ist ehrlich, beschönigt nichts, zeigte uns damals die Kultur und ist uns so zu einem guten Freund geworden. Ohne ihn würde es gar nicht gehen“, erzählt Monika Hiller. Die Helferin fügt an: „Wir können uns darauf verlassen, dass das Geld auch ankommt, wo es gebraucht wird.“

Jüngst war Pastor Patrick Mukisa auch in Laichingen zu Gast. Das erste Mal. „Es war toll, dass ihn alle Interessierten kennenlernen konnten und so auch das Verhältnis gesehen haben. Viele haben gemerkt, dass er ein besonderer Mensch ist“, zeigt Manfred Hiller auf. Er „lebt“ das Projekt.

Nicht austricksen lassen

Berufsausbildung. Schulgeld, Kleidung, Arztkosten: „Wir wollen einfach Grundwerte geben, damit die Kinder Lesen lernen können und so im Alltag nicht ausgetrickst werden. Wir begleiten sie bis zur Berufsausbildung. Diese dauert dort ein Jahr und bedeutet eine Mitarbeit in einem Betrieb. Einen Lohn gibt es nicht.

Deswegen wollen wir die Grundlage dafür setzen, dass sich die Jugendlichen dann selbst versorgen und auf eigenen Füßen stehen können“, erklärt Manfred Hiller. Wie die Situation aussieht, erklärte Mukisa bei einem Gemeinde-Begegnungsabend: „Wenn man durch Fredmon unterstützt wird, ist es, als würde man von der Müllhalde in den Himmel kommen.“

Ein Beispiel sei Viola, die erste, die Unterstützung aus Deutschland erhielt. Sie beendete jetzt ihre Realschulzeit. Ein Vorbild sei auch Edward. Er stamme aus einer armen Familie. „Manchmal haben Kinder nur eine Mahlzeit in 24 Stunden“, so Mukisa. Es mangele an Hygiene und Nahrung. Krankheiten entstünden. Seine Zuhörer brachte er zum Nachdenken.

Reisen und Verständnis fördern

Weitergeben, was auf diesem Teil der Erde passiert: „Wir möchten jedes Jahr auch eine Reise machen, um einfach das Verständnis zu fördern“, sagt Manfred Hiller. Die nächste ist schon geplant: Eine Reisegruppe aus elf Personen wird im Januar kommenden Jahres nach Luweero aufbrechen.

 Monika und Manfred Hiller mit einer Reisegruppe in Luweero (Uganda).
Monika und Manfred Hiller mit einer Reisegruppe in Luweero (Uganda). (Foto: Privat)

Das Ehepaar sucht darüber hinaus noch weitere Paten, die unterstützen. „Auf der Warteliste stehen noch weitere sechs Kinder. Vielleicht findet sich der eine oder andere, der eine Patenschaft übernehmen möchte“, so der Laichinger. 25 Euro im Monat würden benötigt, um einem Kind helfen zu können.

Weitere Informationen rund um das Projekt „Fredmon“ mit den Aktivitäten und Möglichkeiten gibt es im Internet unter

www.fredmon.org

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