„Jungs kann man halt nur durch Wettbewerbe motivieren“

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Bub zeigt die Leseleiter in der Bücherei.
Bub zeigt die Leseleiter in der Bücherei. (Foto: Wermeling)

In der Stadtbücherei hat das Bücherei-Team vor Kurzem eine sehr positive Zwischenbilanz von der Aktion „Leseleiter“ gezogen.

Die Leseleiter soll Kinder zum Lesen animieren, durch den Wettbewerbsgedanke soll ihr Ehrgeiz geweckt werden. Und so geht’s: Die Kinder bekommen einen Leseleiterpass und können auch gleich mit dem ersten Buch anfangen. Es gibt fünf Stufen auf der Leiter. Um eine Stufe aufzusteigen, müssen die Kinder das erste Buch lesen und anschließend zu diesem Fragen beantworten. Dann werden Punkte in den Pass eingetragen und der Bücherwurm kann eine Stufe aufsteigen.

„90 Kinder haben teilgenommen bis jetzt. Von der Zahl bin ich positiv überrascht“, sagte Marion König, die Büchereileiterin. Sie hat diesen Zwischenerfolg Bernhard Schweizer, Initiator des Projekts, Wilfried Wiedmann (beide vom Lionsclub) und rund 30 anwesenden Kindern mit ihren Eltern vorgestellt. Knapp die Hälfte der Teilnehmer waren bisher Jungs, normal seien eher 20 Prozent Jungs in der Bibliothek, sagte König erfreut. Schweizer fügte an, mit einem Schmunzeln: „Jungs kann man halt nur durch Wettbewerbe motivieren.“

Mit 1000 Euro hat Lionsclub die „Leseleiter“ unterstützt, dafür wurden 100 neue Bücher gekauft, speziell für die Aktion. „Durch die Leseleiter sind mehr lesende Kinder als sonst im ersten Quartal gekommen“, sagte Marion König. Einen deutlichen Anstieg habe die Bücherei auch bei Erstlesern verzeichnet. Bücherei-Mitarbeiterin Lena Findeisen hatte sich die Mühe gemacht und alle 100 Bücher durchgelesen, um zu jedem Buch Fragen stellen zu können. Gebaut worden ist die Leiter von Schreiner Thilo Möller.

Auf die Frage von Bernhard Schweizer „wie wichtig ist euch das Lesen?“, antworteten die Kinder und Eltern gleichermaßen: sehr wichtig! Auf die Leseleiter ist Schweizer in einer anderen Bibliothek gestoßen. Davon begeistert, stellte er die Idee seinen Lionsclub-Freunden vor: der Startschuss. „Die Idee ist das eine, das Andere die Umsetzung. Hier nochmals großen Dank an die netten Damen der Bücherei“, sagte Schweizer. Geht es nach ihm, sollen weitere Büchereien auf der Laichinger Alb mit Leseleitern ausgestattet werden.

Und wer war bisher der „gierigste“ Bücherwurm? Ein Zweitklässler, der nur drei Wochen gebraucht hat, um die fünfte Stufe zu erklimmen. Bis jetzt haben 35 Kinder diese Stufe erreicht. Für die Kinder, die es bis zur dritten geschafft haben, gab es eine kleine Belohnung. Wer es auf die fünfte geschafft hat, bekam einen Preis, eine Urkunde und darf sich „Lesekönig“ nennen. Teilnehmen können Kinder der zweiten bis vierten Klasse. Ein paar Erstklässler waren auch dabei.

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