Jetzt beginnt der Wahlkampf: Fraktion kritisiert geplantes Gewerbegebiet und den Bürgermeister

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 Uli Rößler leitete die Versammlung.
Uli Rößler leitete die Versammlung. (Foto: rau)
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Außer Wilhelm Häberle treten alle aktuell im Laichinger Gemeinderat vertretenen BWV-Stadträte wieder an. Auf der Liste stehen (die neuen Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge; Uli Rößler: „So haben wir es immer gemacht“): Für Laichingen Ulrich Rößler, Jörg Schneider, Alexander Frank, Esther Maria Eiben, Alexander Schmidt, Benjamin Bäuerle (neu), Vera Epple (n), Walter Erdle (n), Walter Heilenmann (n), Dr. Imke Hügner (n), Mehmet Karakurum (n), Michael Kumpf (n), Johannes Länge (n), Professor Georg Schmidt (n), Jens Söllner (n), für Suppingen Werner Scheck, für Machtolsheim Reiner Fink, Jochen Sinn (n), Reiner Häberle (n), für Feldstetten Elisabeth Enderle, Gudrun Harscher (n), Dieter Niewiedziol (n).

Die BWV Laichingen (Bürgerliche Wählervereinigung) will sich für eine „lebenswerte Stadt“ einsetzen. Nun gab die größte Fraktion im Gemeinderat bekannt, mit welchen 22 Kandidaten sie bei der Gemeinderatswahl in Laichingen punkten möchte. Unter ihnen ein Professor, eine Ärztin, Handwerker und Betriebswirte – „ein buntes Gemisch an Berufen und Begabungen“, stellte Fraktionssprecher Uli Rößler fest. Dem neuen Gemeinderat nicht mehr angehören möchte Landwirt Wilhelm Häberle. Auch zur Debatte um günstigen Wohnraum bezog die BWV am Montag im Rössle Stellung.

Bescheiden, aber trotzdem selbstbewusst trat die BWV bei ihrer öffentlichen Nominierungsversammlung auf. Ansehnliche 30 Gäste – die meisten Kandidaten auf der Liste für die Wahl am 26. Mai – hatten sich im Rössle-Saal versammelt. Es dürfte für sie ein Ansporn sein, was BWV-Sprecher und Versammlungsleiter Uli Rößler als Losung ausgab: 40 Prozent der Stimmen „plus X“ peile die Fraktion bei der Wahl an. Ähnlich viele wie bei der zurückliegenden.

Allerdings schränkte Rößler ein: Es sei vermessen davon zu sprechen – was andere Fraktionen aber täten –, als Ziel gleich einen Sitz zusätzlich im Laichinger Rat auszugeben. Angesichts der Voraussetzungen vor der diesjährigen Wahl – womöglich eine Fraktion zusätzlich, das „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“ (BBW) –, sei dies schwer zu realisieren; außerdem sei der aktuelle Gemeinderat nur wegen fünf Überhangmandate 27 Sitze groß; normalerweise gibt es nur 22 Laichinger Stadträte.

Attacken gegen kommunalpolitische Mitbewerber

Die etablierten BWV-Vertreter präsentierten sich schon im „Wahlkampf-Modus“ am Montag; wobei das ebenfalls anwesende Ehrenmitglied Martin Schwenkmezger, ausgeschiedener Stadtrat und Vorgänger von Uli Rößler als Fraktionssprecher, meinte, der Begriff „Kampf“ sei unpassend. Trotzdem sparte die Runde nicht mit Attacken gegen die kommunalpolitischen Mitbewerber.

So auch gegen Bürgermeister Klaus Kaufmann. Reiner Fink etwa, der sich schon seit 20 Jahren bei der BWV engagiert, kritisierte im Zusammenhang mit der Diskussion um das geplante interkommunale Gewerbegebiet zwischen Merklingen und Nellingen, dass – anders als jetzt vonseiten einiger Bürgermeister, wie auch Kaufmann, behauptet – zu Beginn nie die Rede davon gewesen sei, dass man das Gebiet als Gegenfinanzierung für den Merklinger Bahnhof benötige. „Das stimmt nicht.“ Zur Gegenfinanzierung sei vielmehr die Erhöhung der Grundsteuer beschlossen worden. Einig zeigten sich Fink, Rößler und andere darin, dass das Gewerbegebiet zu groß ausfalle – man könne doch mit zunächst nur zehn Hektar beginnen und dann schauen, wie sich die Nachfrage entwickelt?

 Sie alle wollen für die BWV in den Laichinger Gemeinderat.
Sie alle wollen für die BWV in den Laichinger Gemeinderat. (Foto: rau)

Eine Spitze setzte Rößler auch in Richtung Ferenc Capo und seinem „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“ ab. Es sei ihm schleierhaft, wie die Stadt dessen Forderungen umsetzen soll. Denn die Stadt verfüge gar nicht über entsprechende Flächen, auf denen Capo gerne mehr sozialen Wohnungsbau sehen würde. Außerdem handele es sich bei diesem „auch nicht um die Kernaufgabe einer Stadt“, so Rößler, der anmahnte, dass in Laichingen angesichts der Kassenlage zunächst nicht über „Wünschenswertes“ schwadroniert, sondern „Notwendiges“ umgesetzt werde. Verschließen wolle sich die BWV der Wohnungsnot im neuen Gemeinderat trotzdem nicht.

Weitere Schwerpunkte der BWV seien, so Rößler, eine gute Infrastruktur, der Erhalt Laichingens als attraktive Einkaufsstadt, gute Schulen – wobei es nicht länger hingenommen werden könne, dass sich hier das teils schuldenfreie Umland aus der Verantwortung stehle –, die Sicherung der ärztlichen Versorgung sowie auch in Zukunft Teilorte „mit eigenem Charakter“. Deshalb lehne es die BWV auch ab, anders zum Beispiel die Igel, die unechte Teilortswahl abzuschaffen, welche den Teilorten Sitze im Rat garantiert.

Außer Wilhelm Häberle treten alle aktuell im Laichinger Gemeinderat vertretenen BWV-Stadträte wieder an. Auf der Liste stehen (die neuen Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge; Uli Rößler: „So haben wir es immer gemacht“): Für Laichingen Ulrich Rößler, Jörg Schneider, Alexander Frank, Esther Maria Eiben, Alexander Schmidt, Benjamin Bäuerle (neu), Vera Epple (n), Walter Erdle (n), Walter Heilenmann (n), Dr. Imke Hügner (n), Mehmet Karakurum (n), Michael Kumpf (n), Johannes Länge (n), Professor Georg Schmidt (n), Jens Söllner (n), für Suppingen Werner Scheck, für Machtolsheim Reiner Fink, Jochen Sinn (n), Reiner Häberle (n), für Feldstetten Elisabeth Enderle, Gudrun Harscher (n), Dieter Niewiedziol (n).
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