Jede Kaninchenrasse wird gekennzeichnet

Lesedauer: 4 Min

 Die Kaninchen werden tätowiert.
Die Kaninchen werden tätowiert. (Foto: PR)
Susanne Kuhn-Urban
Redaktionsassistenz

In diesem Jahr veranstaltet der Kleintierzuchtverein Laichingen im Herbst seine 100 Lokalschau. Dort präsentieren die Züchter ihre schönsten Kaninchen, die von einer Jury bewertet werden. Die SZ begleitet die beiden Vereinsmitglieder Jürgen und Maximilian Rothenbacher und ihre Zuchtkaninchen durch das aktuelle Zuchtjahr, um zu erfahren, was alles getan werden muss, um für sein Kaninchen auch eine gute Bewertung oder gar einen Preis zu bekommen.

Voraussetzung für Ausstellung

Um die Tiere zur Ausstellung bringen zu dürfen, müssen sie gekennzeichnet werden. Dazu werden die Kaninchen in den Ohren tätowiert. Das übernimmt ein Tätowiermeister, der dafür eine spezielle Ausbildung absolvieren musste. „Jeder Kleintierzuchtverein hat eine eigene Vereinsnummer, welche in das rechte Ohr tätowiert wird. Wir in Laichingen haben die Nummer ,Z507’, die Jugendzüchter die Nummer ,ZJ507’. Ins linke Ohr kommt eine Nummer, welche sich aus den drei Kriterien – Geburtsmonat, Geburtsjahr und einer fortlaufende Nummer – zusammensetzt“, erläutert Jürgen Rothenbacher.

Zuchtmeldungen schreiben

Jede Kaninchenrasse wird hierbei einzeln gekennzeichnet. Dabei muss jeder Züchter eine Zuchtmeldung schreiben, wobei er jeden einzelnen Wurf aus dem laufenden Jahr gesondert aufschreiben muss. Auf dieser Meldung wird die Rasse dokumentiert, die Elterntiere, die Anzahl der Jungen, der Geburtsmonat und das Geschlecht.

Bei der Kennzeichnung wird mit dem ersten Wurf im Jahr begonnen. Zunächst sind die Rammler, die männlichen Kaninchen, an der Reihe. „Wenn jetzt der erste Wurf aus dem Februar ist und aus sechs Tieren besteht, bekommt das erste Kaninchen die Nummer 281. Sie ist folgendermaßen zusammengesetzt: Monat Februar 2, Jahr (201)8 und die fortlaufende Nummer 1. Da zweite Tier bekommt die Nummer 282 und so weiter bis 286. Danach wird der nächste Wurf dieser Rasse gekennzeichnet. Sind die Kleinen im März geboren, bekommt das erste Tier die Nummer 387. Somit kann jeder Züchter auf den Ausstellungen genau feststellen, wie alt das Tier ist.

Tätowierzange kommt zum Einsatz

Tätowiert wird mit einer sogenannten Tätowierzange. Bei diesem Gerät können die einzelnen Zahlen ausgewechselt werden. Sie stanzt winzige Löcher in das Kaninchenohr, ähnlich wie sich Menschen Ohrringe stechen lassen. Nachdem die Kennzeichnung eingestanzt ist, werden die kleinen Löcher mit Tusche überpinselt. Nachdem die Tusche getrocknet ist, ist diese nur noch an den tätowierten Stellen, den Zahlen, zu sehen.

Alle Tiere, die von den einzelnen Züchtern mit der Zuchtmeldung gemeldet und tätowiert worden sind, werden ins Zuchtbuch eingetragen. Dieses Zuchtbuch schickt der Verein an den Kreisverband. Dieser meldet es an den Kreisverband. „So kann genau nachvollzogen werden, wie viele Tiere in den jeweiligen Rassen in Deutschland nachgezogen worden sind“, erläutert Rothenbacher.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen