Jazz hoch zwei in Laichingen

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Schwäbische Zeitung

Beschwingt ins neue Jahr grooven können Musikliebhaber am nächsten Wochenende gleich doppelt in Laichingen. Am Samstag, 3. Februar, gastieren die „Swinging Ladies“ in der Alten Aula des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. Und am Sonntag, 4. Februar, lädt die Bürgerstiftung Laichinger Alb zu ihrem zweiten Jazz-Brunch ins Volksbank-Auditorium. Der Vorverkauf hat begonnen.

Am Samstag, 3. Februar, laden die Veranstalter der Laichinger Konzertreihe „Stunde der Kammermusik“ wieder ein zu ihrem traditionellen Jazzkonzert in der Alten Aula des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, mit dem das musikalische Jahr eröffnet werden soll. Diese besondere „Stunde der Kammermusik“ zu Beginn des Jahres findet nun bereits zum achten Mal statt. Dieses Mal am Start: fünf Damen der Band „The Swinging Ladies“. Laut Einladung werden diese „mit außerordentlichem Können und viel Leidenschaft“ Jazz der 50er- bis 70er-Jahre bieten. Es werden berühmte Kompositionen aus dieser Zeit swingend, groovig-funkig und mit Latin-Touch – dargeboten. Karten sind ab sofort für 15 Euro in der Aegis-Buchhandlung (18 Euro an der Abendkasse) erhältlich. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Doch wer sind die „Swinging Ladies“ überhaupt?

Zusammengeführt und als Band gegründet wurden sie 1994 von der deutschen Jazz-Kontrabassistin Lindy Huppertsberg. Die erste Besetzung bestand aus vier hervorragenden US-Amerikanerinnen und Lindy Huppertsberg am Bass. Die Band tourte acht Jahre in Europa, veröffentlichte zwei Alben, trat im Fernsehen und Radio auf und war äußerst erfolgreich. 2002 wurde die Band mit deutschen Musikerinnen besetzt, „die wunderbare US-Trompeterin und Sängerin“ Stacy Rowles, Tochter des legendären Pianisten Jimmy Rowles, blieb in der Frontline. Für sieben Jahre bestritt die neue Band zahlreiche Konzerte im In- und Ausland und nahm ein Album auf. Stacy Rowles starb 2009 bei einem Autounfall. Seitdem treten „The Swinging Ladies“ mit verschiedenen Bläserinnen und Sängerinnen auf. Die aktuelle Besetzung umfasst die originale Rhythmusgruppe „und zwei sehr talentierte, junge deutsche Bläserinnen“: Lindy Huppertsberg (Bass), Carola Grey (Schlagzeug), Gee Hye Lee (Klavier), dazu kommen die Trompeterin Cora Brunner und Stephanie Lottermoser am Saxophon.

Bandgründerin Lindy Huppertsberg ist eine der bekanntesten Kontrabassistinnen Europas. Bassist Ray Brown gab ihr den Namen „Lady Bass“. Nach einem autodidaktischen Crashkurs auf dem Bass wurde sie 1980 zur „Vollbassistin“ der Frankfurter Barrelhouse Jazzband. Parallel zu Konzertreisen studierte sie in Mainz Schulmusik, und schloss das Studium im Jahr 1985 mit dem Staatsexamen ab. Nach zehn Jahren gründete Lindy Huppertsberg ihre eigenen Bands, wie „The Swinging Ladies“, Centerpiece“ oder „WitchCraft“. Sie stand auf der Bühne und im Studio mit Jazzgrößen wie Buddy Tata, Benny Payton, Kenny Burell, Paul Kuhn, Charly Antolini und Bill Ramsey. Der kräftige, swingende Bass von Lindy Huppertsberg ist in vielen Besetzungen gefragt. Tourneen führten sie bereits in über 60 Länder der Erde. 2001 wurde sie zur Ehrenbürgerin von New Orleans ernannt. Seit 2014 ist sie wieder Mitglied der Barrelhouse Jazzband.

Jazzig geht es dann weiter am Morgen danach, von 11 bis 16 Uhr am Sonntag, 4. Februar: Die Bürgerstiftung Laichinger Alb lädt ein zu ihrem zweiten Jazz-Brunch. Das Jazz-Ensemble mit Roland Ernst aus Ehingen begleitet die Gäste während des Brunchs immer wieder mit schwungvoller Musik. Bewundern können die Gäste außerdem Werke von Nicole Diener, Gisela Jungbauer und Uwe Köhler. Deren Kunstwerke können außerdem bei einer Auktion ersteigert werden. Geboten ist außerdem eine „liebevolle und kreative Kinderbetreuung“ von 13 bis 15 Uhr. Der Jazz-Brunch findet statt im Auditorium der Volksbank Laichinger Alb in der Bahnhofstraße 19 in Laichingen. Der Eintritt kostet zehn Euro, Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre sind frei. Karten gibt’s im Vorverkauf bei der Volksbank. Der Verzehrbon kann während der Veranstaltung erworben werden. Die Gäste entscheiden vor Ort, was und wie viel sie „von den Köstlichkeiten genießen möchten“. Und was lässt das Jazz-Ensemble um Roland Ernst erklingen?

Mit dem New Orleans-Hot-Jazz-Zauber geht es zurück in die frühen Zeiten des Jazz, Blues und Swing der 20er-,30er- und 40er-Jahre. Diese heiteren und fröhlichen Melodien und Rhythmen sind „eine zeitlose elegante, klare Musik und verfügen über eine große Ausstrahlungskraft“. Kurzum, die Band brilliere mit vorzüglichen Soli als auch bei der Umsetzung der steten eindrucksvollen Arrangements. Die Musiker sind Roland Ernst (Klarinettist und Saxophonist), Peter Fischer (Sänger, Gitarrist, Banjospieler), Bassist Uli Kuh, Posaunist Wolfgang Müller, Pianist Peter Schwaderer und Schlagzeuger Tim Beck.

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