„Ich liebe den Stilmix“

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Heimspiel im Café Deli an diesem Donnerstag um 20.30 Uhr: Die Tonite Band gehört zu den beliebtesten Bands in der Region – Teil
Heimspiel im Café Deli an diesem Donnerstag um 20.30 Uhr: Die Tonite Band gehört zu den beliebtesten Bands in der Region – Teil der Konzertreihe „Alb Live“, links: Steffen Knauss, Mitte: Werner Dannemann. (Foto: pr)

Innerhalb weniger Jahre sind die Alb-Live-Konzerte zu einem Garant geworden für musikalische Qualität: Ungewöhnliche Konzerte an ungewöhnlichen Orten, wechselnde Bands und Besetzungen, wechselndes Publikum. Ob Jazz, Rock, Blues, Pop, Soul oder Latin – Organisator Steffen Knauss findet immer die passende Location, trifft immer den richtigen Ton. Dem Bassist aus Magolsheim ist es gelungen, Musiker und Sänger auf die Laichinger auf die Alb zu holen, die sonst nur in Großstädten zu hören sind. Vor dem nächsten Konzert am Donnerstag im Laichinger Deli hat unsere Mitarbeiterin Jutta Kriegler mit ihm gesprochen.

Steffen, wie gelingt es dir, Leute wie den New Yorker Soul- und Gospel-Sänger John Alexander nach Laichingen zu locken?

Das sind über Jahre und Jahrzehnte hinweg gewachsene Freundschaften zu anderen Berufsmusikern, die so etwas möglich machen. Wir treffen uns bei gemeinsamen Konzerten, machen Musik, werden Freunde. Und natürlich wollen wir auch hier auf der Alb gemeinsam Musik machen.

Ganz so einfach ist die Sache dann aber doch nicht, oder?

Die internationalen Kontakte sind eine Sache, die organisatorischen Herausforderungen bei den Konzerten eine andere. Jedes Konzert ist anders. Die Location muss stimmen, die Atmosphäre, die Musik, das Zielpublikum. Bei der Tonite Band im Deli kommen Pop- und Blues-Fans, im Heroldstatter Rössle die Rock-Fans, in den Ausstellungsräumen von Betten-Striebel spielen wir Jazz und kubanische Musik, in der Bücherei verbinden wir Musik und Poesie. Aber auf der Alb haben wir einen Heimvorteil.

Was bringt dieser Heimvorteil?

Ich habe sieben Jahre lang mit meiner Frau und meinem Bruder das Deli geführt. Außerdem wohne ich mit meiner Frau seit über 20 Jahren auf der Alb. Ohne persönliche Kontakte und Sponsoren wäre eine solche Konzertreihe nicht möglich – jedenfalls nicht zu diesen Eintrittspreisen, die in Ulm mindestens doppelt so hoch wären, in Großstädten der USA ein Mehrfaches. Aber hier oben auf der Alb sind die Leute einfach nicht dran gewöhnt, so viel Geld für Kultur auszugeben. Andererseits haben wir hier denselben musikalischen Anspruch – egal ob wir in Laichingen spielen oder in London, New York, Los Angeles, Miami oder Havanna.

Worin unterscheiden sich Konzerte auf großen Festivalbühnen von Konzerten in Laichingen?

Die Qualität ist dieselbe, die Besetzungen sind kleiner. Aber das passt zum Publikum – wir spielen für 50 bis 150 Leute. Das bedeutet, dass das Publikum die Musiker aus nächster Nähe erleben kann. Ich mag den direkten Kontakt zum Publikum.

Warum der Wechsel bei den Stilrichtungen und Locations?

Ich finde es inspirierend, an ungewöhnlichen Orten zu spielen. Also nicht nur im Café Deli, sondern auch mal in einer Rock-Kneipe oder in einem Festzelt. Oder in einer Werkstatt, im Schafstall, in einem Weinkeller oder einem alten Kino. Auch das Publikum springt drauf an. Was die Musik betrifft: Ich liebe den Stilmix. Ich mache kubanische Musik mit Javier Herrera, Tanzmusik mit d-lite, Boogie und Blues mit Boogielicious und Lee Mayall, Rock mit Yasi Hofer, Andy Susemihl oder Southern Crossroads, Pop & Soul mit Rick Washington und John Alexander, Jazz mit Joe Fessele. Auch die Konzerte mit Schlagersängerin Laura Wilde machen mir viel Spaß.

Wann ist das nächste Konzert?

Am Donnerstag ab 20.30 Uhr ist das letzte Alb-Live-Konzert in diesem Jahr – ein echtes „Heimspiel“ mit der Tonite Band im Deli, bestehend aus einer bewährten Kern-Band aus der Region und wechselnden Gaststars. Dieses Mal haben wir Werner Dannemann eingeladen, ein herausragender Sänger und Gitarrist. Wir lassen die 60er Jahre wieder aufleben – mit Klassikern von Hendrix, Clapton, Cream und Cocker.

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