Halloween: Wenn Streiche zu Straftaten werden

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Beleuchteter Kürbis
Ein Halloween-Kürbis mit Geister-Motiv steht am Straßenrand, während ein Auto vorbeifährt. (Foto: Felix Kästle/Archiv / DPA)
Schwäbische Zeitung

In der Nacht zu Allerheiligen, dem 1. November, ist Halloween. Das wird mittlerweile auch in Deutschland gefeiert. Kinder gehen am Abend verkleidet als Hexen oder Gespenster von Tür zu Tür. Dort fragen sie mit „Süßes oder Saures“ nach Süßigkeiten. Das bedeutet: Wer keine Süßigkeiten gibt, dem wird ein Streich gespielt. Bei diesen Streichen wird beispielsweise der Garten mit Toilettenpapier dekoriert.

Wer Schaden verursacht, riskiert eine Haftstrafe

Jedoch kann so ein Streich, der an Halloween üblich ist, schnell zu einer Straftat werden. Wird fremdes Eigentum beschädigt, liegt eine Straftat vor. Diese hat Konsequenzen: Etwa eine Geldstrafe oder sogar eine Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren. Außerdem muss der Verursacher den Schaden ersetzen.

Die Polizei mahnt deshalb die Eltern, mit ihren Kindern über die Streiche und die möglichen Konsequenzen zu sprechen. Den Kindern soll verständlich gemacht werden, was erlaubt ist und was nicht. Zeugen einer solchen Straftat bittet die Polizei, die Eigentümer oder die Polizei zu informieren.

Dutzende Sachbeschädigungen im vergangenen Jahr

Der Appell der Beamten des Polizeipräsidiums Ulm erfolge aus gutem Grund: Im vergangenen Jahr wurden der Polizei nach Halloween allein aus dem Bereich des Polizeipräsidiums Ulm dutzende Sachbeschädigungen gemeldet. Am stärksten davon betroffen waren die Landkreise Göppingen mit 20, gefolgt von Ulm und dem Alb-Donau-Kreis mit 17 Sachbeschädigungen. Weniger waren es in den Landkreisen Heidenheim mit zwei und Biberach mit einer Sachbeschädigung.

Im Alb-Donau-Kreis stiegen Unbekannte auf ein Haus und beschädigten dabei die Dachziegel. Andere demolierten mehrere Autos und ein Gartentor. In einem Wohngebiet in der Ulmer Oststadt schlugen Unbekannte an elf Autos die Scheiben ein. Den Schaden schätzte die Polizei auf etwa 4500 Euro.

„Streiche sind dann ok, wenn alle darüber lachen können – auch die Betroffenen“

„Streiche sind ok“, sagt die Polizei und wird konkreter: „Ein Streich ist, wenn alle lachen können. Auch die Betroffenen.“ Wer aber Gefahren schaffe, Sachen beschädige oder gar Menschen verletze, werde zurecht verfolgt und angezeigt. Die Polizei weist auch darauf hin, dass der Schadenersatz die Verursacher sogar über Jahrzehnte belasten könne.

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