Höhlenverein dreht neuen Infofilm ab

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Szene aus der Rahmenhandlung: Kinder fragen Höhlenforscher aus, was sie machen. Dann geht die Reise los.
Szene aus der Rahmenhandlung: Kinder fragen Höhlenforscher aus, was sie machen. Dann geht die Reise los. (Foto: HVL)
Schwäbische Zeitung

Beim Spielen im Wald stoßen Kinder auf eine Gruppe von Höhlenforschern, die gerade aus einer Höhle kommen. Diese Gelegenheit lassen sich die Kinder nicht entgehen und fragen die Höhlenforscher über ihr Treiben in der Unterwelt aus. Was tut man in Höhlen, was findet man in Höhlen, wozu forscht man in Höhlen? Dies ist die Rahmenhandlung eines neuen Informationsfilms für das Höhlenkundliche Museum an der Tiefenhöhle Laichingen. Ab kommender Woche ist er dort zu sehen; als ein Beitrag zum diesjährigen Jubiläum, welches der Laichinger Höhlenverein feiert: 125 Jahre Entdeckung der Tiefenhöhle und 70-jähriges Bestehen des Vereins.

Der neue Infofilm (14 Minuten) löst einen älteren Film ab, der bisher dort zu sehen war. Der Film zeige „auf spannende Weise“, so der Laichinger Höhlen- und Heimatverein, alle Aspekte der Höhlenforschung und Höhlenkunde auf – also Befahrungstechniken, die Vermessung und Dokumentation von Höhlen, aber auch das Leben in der Höhle, den Sinterschmuck der Höhlen, unterirdische Flüsse und Höhlen als Archive. So diene der Film dazu, den Stellenwert der Höhlenkunde in Wissenschaft und Forschung zu thematisieren und von Abenteuer und Sport zu trennen. Im Höhlenkundlichen Museum öffnet er dem Höhlenbesucher die Welt der Höhlen. Der Höhlenverein weiter: „Das Höhlenmuseum mit neuem Infofilm und die Tiefenhöhle bilden dadurch ein einzigartiges Informationszentrum zum Thema ,Karstlandschaft und Höhle’."Deshalb sind seit 2006 beide Einrichtungen auch Infostelle des Geoparks Schwäbische Alb.“

In der größten Eishalle der Welt

Ein Jahr lang dauerten die Dreharbeiten. Der Aufwand für den Filmemacher Uwe Krüger war groß. Er hat nicht nur das Drehbuch für den Film geschrieben, sondern stand auch selbst hinter der Kamera und steuerte als Regisseur die Laichinger Höhlenforscher des Höhlen- und Heimatvereins, die für die Erstellung des Films zu Schauspielern wurden.

Das Team hat viele Höhlen als Drehort aufgesucht, um die Arbeit der Höhlenforscher unter Tage zu demonstrieren, so auch die größte Eishalle der Welt im Toten Gebirge (Österreich). Das hier gewonnene Material wurde mit Archivaufnahmen aus 23 weiteren Höhlen in fünf verschiedenen Ländern ergänzt. Das Filmen unter Tage war sehr anspruchsvoll und Teamarbeit. Allein der Transport der schweren und teuren Filmausrüstung erforderte viele Helfer.

Eine kleine Herausforderung sei es gewesen, den richtigen Drehort für die Rahmenhandlung zu finden, nämlich wie die Kinder beim Spielen auf die Höhlenforscher treffen, die gerade aus einer Höhle herausklettern. Nach langem Suchen wurde ein versteckter Höhleneingang in der Nähe von Sontheim gefunden, in dessen Umfeld sich keine störenden Lärmquellen befanden – ein besonders wichtiges Kriterium, das für die Aufnahme des Originaltons zu berücksichtigen ist.

Uwe Krüger, der seit vielen Jahren aktives Mitglied im Laichinger Höhlen- und Heimatverein ist, hat für seine filmische Verarbeitung des Themas „Höhle“ schon mehrfach internationale Preise erhalten. zuletzt auf dem 10. Internationalen Archäologie- Film- und Kunst-Festival Cinarchea@Archäomediale. Sein hier gezeigter 45-minütiger Film „Der Stab, der Geiger und die Höhlenforscher“ entstand im Toten Gebirge, dem Kernarbeitsgebiet der Laichinger Höhlenforscher. Der Film erzählt die Geschichte von archäologischen Funden der Laichinger Höhlenforscher im „Schönen Loch“, deren Bergung und deren wissenschaftliche Untersuchung und nachfolgenden Recherchen vor Ort.

Der neue Film erforderte:

fünf Tage Vorbereitung/Organisation

drei Tage Drehortsuche und Vorbereitung für die Geschichte

zwei Drehtage für die Rahmenhandlung mit Kindern

acht Drehtage für weitere Filmsequenzen

Archivaufnahmen aus 23 Höhlen aus fünf Ländern (Rumänien, Österreich, Frankreich, Deutschland, Indien) der letzen fünf Jahre

Insgesamt lagen 170 Stunden Filmmaterial vor

20 Tage Schnitt

Musik – wurde komponiert von Toni Burger und Christian Kapun

Schauspieler: Mitglieder des Höhlen- und Heimatvereins

Zu sehen ist der neue Infofilm ab kommender Woche im Höhlenkundlichen Museum der Tiefenhöhle.

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