Händler der Laichinger Alb wollen jetzt das Netz aufmischen

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Erfolg für die Wirtschaftsvereinigung Laichingen: Gemeinsam mit der Stadt hatte sie sich um Gelder aus dem Topf eines vom Land initiierten Ideenwettbewerbs zur Zukunft des digitalen Handels beworben. Nun gibt es den Förderhöchstsatz: 200 000 Euro. Beachtlich angesichts dessen, dass nur sieben Kommunen zum Zug kamen: Auch die Nachbarstadt Blaubeuren bekommt Geld.

Im besonderen Fokus stünden in den sieben Sieger-Städten nun „die Sicherung von Nahversorgungsstrukturen mit regionalen Produkten und die Digitalisierung lokaler Märkte“. Das sagte nach der Übergabe der Förderbescheide am Freitag in Stuttgart Peter Hauk (CDU), Minister für den Ländlichen Raum. Alle sieben Kommunen haben das Ministerium mit verschiedenen Konzepten überzeugt, wie sie Amazon & Co. künftig Paroli bieten möchten. Bewerben konnten sich nur kreisangehörige Städte und Gemeinden explizit „des ländlichen Raums“.

Heroldstatt nicht dabei

Angeschoben hatte das Projekt in Laichingen die Wirtschaftsvereinigung; für diese war Ralf Schiffbauer in Stuttgart mit dabei. Die Stadt musste aber ins Boot, da nur Kommunen den nötigen Antrag zur Förderung des Online-Handels stellen konnten.

Was Laichingens Bürgermeister Klaus Kaufmann sehr freut: Dass nicht nur Laichingen, sondern verbunden mit der Laichinger Bewerbung quasi die komplette Laichinger Alb eingebunden werden soll; dabei sind – außer Heroldstatt – auch die Gemeinden Berghülen, Merklingen, Nellingen und Westerheim.

„Klasse“ fand es Landtagsabgeordneter Manuel Hagel (CDU) dass neben Laichingen mit Blaubeuren eine zweite Kommune aus dem Alb-Donau-Kreis zum Zug gekommen ist. Auch Landtagsabgeordneter Jürgen Filius (Grüne) gratulierte den beiden Städten. Laichingen bekommt die Höchst-Fördersumme (200 000 Euro), Blaubeuren 160 000 Euro.

Was in Laichingen genau mit dem Geld geschieht, wird in Bälde vorgestellt. In einem Punkt scheint Blaubeuren schon weiter. Hier steht jetzt schon fest, bei welcher Person als „Kümmerer“ und Ansprechpartner der Händler die Fäden zusammenlaufen: bei Tilon Fahrner.

„Maultäschle“ aus dem Netz

Geplant ist auch ein Austausch Blaubeurens mit Laichingen, gemeinsam bilden die Städte ein Mittelzentrum. Dass seine Stadt dabei ist, bezeichnete Bürgermeister Jörg Seibold als „großen Erfolg“. Der „Umstrukturierungsprozess“ der Blaubeurer Innenstadt könne nun „erfolgreich weiter gestaltet werden“.

Für Laichingen hat die Wirtschaftsvereinigung schon Ideen, damit auch heimische Händler mehr vom Kuchen des Online-Handels abbekommen. Entstehen soll ein lokaler Online-Marktplatz. Gedacht ist an eine App, an einen Lieferdienst von Produkten und an ein gemeinsames Portal im Internet. Manuel Hagel kann sich vorstellen, dass künftig „die Maultäschle beim heimischen Metzger online vorbestellt werden“; dies klinge zwar „noch ungewöhnlich“ – „doch genau das wollen wir künftig im Land möglich machen“.

Lokale Online-Marktplätze hätten „riesige Potenziale“, so Hagel, den innerörtlichen Handel um eine neue Facette zu erweitern und kundenfreundlicher zu machen. Neben dem Ministerium stehen den Kommunen bei dem Modellprojekt der Gemeindetag und der Handelsverband Baden-Württemberg zur Seite.

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