„Gutes, glückliches, erfolgreiches Jahr für die VHS“

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VHS-Leiterin Ilse Fischer-Giovante (re.) und Petra Rösch-Both mit dem neuen Programm der Volkshochschule.
VHS-Leiterin Ilse Fischer-Giovante (re.) und Petra Rösch-Both mit dem neuen Programm der Volkshochschule. (Foto: Rauneker/Archiv)
Schwäbische Zeitung

Jedes Jahr veröffentlicht die Volkshochschule (VHS) Laichingen-Blaubeuren-Schelklingen im ersten Quartal einen Abschlussbericht über das Vorjahr. Laut VHS-Leiterin Ilse Fischer-Giovante fällt er heuer besonders gut aus: 15 888 Teilnehmer in 654 Veranstaltungen konnten die Kursleitungen im Jahr 2019 insgesamt begrüßen. Weitere Auszüge der Bilanz sind veröffentlicht.

Im Berichtsjahr 2019 unterrichteten an der VHS 372 Referenten und Kursleiter. Es fanden 533 Kurse und Lehrgänge statt sowie 121 Einzelveranstaltungen, dazu zählen Vorträge unterschiedlicher Fachbereiche, Konzerte, Kabarettveranstaltungen, Kindertheater. Außerdem wurden drei Besichtigungsfahrten angeboten zu Audi, Evobus und in die Staatsgalerie Stuttgart.

Deutlich mehr Teilnehmer als im Vorjahr

Insgesamt nahmen 15 888 Teilnehmer die verschiedenen Angebote wahr. Damit erreichte die VHS 13,6 Prozent mehr Teilnehmer als im Vorjahr. Entsprechend positiv schloss sie mit Gesamteinnahmen von 1,56 Mio Euro ab.

Schwerpunktthema des ersten Semesters waren die „Auswirkungen des Klimawandels auf die Region“, dazu gehörten unter anderem ein Vortrag zu E-Mobilität, Wetterkunde, Natur-, Kräuter-, Waldführungen, ein Geologieseminar und ein Seminar zur Bienenzucht.

Gute Belegungszahlen hatten Vorträge im gesellschaftlichen Bereich: „10 Jahre Finanzkrise“ oder „Die verkaufte Demokratie – wie wir unser Land dem Geld opfern“, „Hat Europa noch eine Chance?“ Großes regionales Interesse verbuchte die VHS bei einem Vortrag von Professor Hans Medick über „Laichingen im 30-jährigen Krieg – Geschichte von unten“.

„Altes Postamt“ zieht viel Publikum

Ein Höhepunkt war im Februar die Eröffnung des renovierten „Alten Postamt“ in Blaubeuren, in dem seither in vier Räumen Sprachkurse, Wochenendseminare im Beruflichen Bereich, Entspannungs- und Gymnastikkurse, Kochkurse in der Gastroküche und im großen Saal Konzerte und Vortragsveranstaltungen stattfinden. Die Miete teilen sich die Stadt Blaubeuren und die VHS. Das VHS-Publikum freut sich über das ansprechende Ambiente. Seit Bezug des „Alten Postamts“ nahm die Teilnehmerzahl in Blaubeuren um 35 Prozent zu.

Semesterthema im zweiten Semester war „Italien… – ein verrücktes, chaotisches, manchmal aus der Zeit gefallenes Land“ mit Politikvorträgen, Kulturveranstaltungen, Kreativ-und Kochevents.

Auch Kabarett und Kleinkunst

Auch unterhaltsam-intelligente Aspekte des VHS-Programms kamen nicht zu kurz: Kabarett, Kleinkunstveranstaltungen und Reparatur-Café in Kooperation mit dem „Fröhlichen Nix Blaubeuren“, Autorenlesungen mit Wladimir Kaminer, Ulrich Ritzel, Felix Huby und Motorrad-Weltenbummlerin Lea Rieck – teilweise in Kooperation mit der Stadtbücherei Laichingen oder dem Bücherpunkt Blaubeuren. Auch beteiligte sich die VHS mit einer Veranstaltung am „Internationalen Frauentag“, an der „Langen Nacht der Volkshochschulen“, an der „Ersten Blaubeurer Kulturnacht“ und am gemeinsamen „Ferienprogramm der VHS-Region Donau-Iller“.

Themen für Eltern sind gefragt

Ausgebaut wurde der Bereich „Pädagogik/Psychologie“ mit Elternvorträgen wie „Jungen brauchen klare Ansagen“ oder „Generation Bewegungsmuffel“ und Angeboten zur häuslichen Pflege von – beispielsweise demenzkranken – Angehörigen.

Fortgesetzt wurden die nachfrageorientierte Qualifizierungsreihe für „Kinderpflegerinnen“, die „Weiterqualifizierung für die pädagogische Arbeit mit U3-Kindern“, sowie die Fortbildungsreihe für Erzieherinnen. Insgesamt 172 pädagogische Fachkräfte wurden fortgebildet. Im Bereich „Berufliche Bildung“ war der Lehrgang „Fachkraft Büromanagement“ prüfungsrelevant. 23 Prozent aller VHS-Angebote waren berufsbezogen, eine große Zahl von Teilnehmern nutzte das gebührenreduzierende „Förderprogramm des Europäischen Sozialfonds.“

Fast die Hälfte des VHS-Programms nimmt der „Fachbereich Gesundheit“ ein, mit Entspannungs- und Bewegungsangeboten – 275 Kurse mit insgesamt 2935 Teilnehmern.

Deutschkurse dominieren im Sprachbereich

Im Sprachbereich dominierten die „Deutschkurse“, vor allem die Integrationskurse mit Abschlußprüfungen: 30 Kurse mit 430 Teilnehmern aus 23 Ländern. In Zusammenarbeit mit dem „Profilkolleg Ulm“ fanden vormittags und abends Integrationskurse statt, teilweise mit Alphabetisierung. Den personellen Aufwand für Organisation und Teilnehmerberatung beschreibt die VHS als immens, die Zusammenarbeit mit dem Bamf als überaus schwierig und bürokratisch. Sehr angestiegen ist die Teilnehmerzahl der Deutschkurse am Abend, die Teilnehmer kommen überwiegend aus Süd- und Osteuropa.

Auch die Altersgruppen der Teilnehmer hat die VHS ausgewertet: 25 Prozent aller Teilnehmer sind unter 18 Jahren, den Großteil mit 56 Prozent stellen die 35- bis 65-jährigen.

Ferienprogramm sind sehr gefragt

Vielfältige und hochkarätig kreativ ausgerichtete Ferienprogramme waren weiterhin gut nachgefragt, unter anderem angeboten in Projektform in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit als „Talentcampus“ – kostenfrei für sozial schwächere Schüler – oder als Projekt der Landesstiftung Baden-Württemberg für Kinder mit Migrationshintergrund im Laichinger Waldklassenzimmer.

Diese sozialen Projekte bilanziert die VHS als sehr betreuungsintensiv und nicht kostendeckend – jedoch dem sozialen Auftrag der VHS entsprechend.

Sehr positiv entwickelte sich weiterhin der Handwerks-und Kreativbereich mit gut besuchten, anspruchsvollen und hochwertigen Kursen – insgesamt 120 Kurse mit über 1200 Teilnehmern und besonders hohem Männeranteil.

Insgesamt verbucht die VHS das Jahr 2019 als wirtschaftlich erfolgreich, gut nachgefragt sowie inhaltlich vielseitig und anspruchsvoll: „Ein glückliches, gutes Jahr“, sagt die VHS-Leiterin Ilse Fischer-Giovante.

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