Grünes Wasser soll Höhlenrätsel lösen

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Wolfgang Ufrecht schüttet den leuchtendgrünen Farbstoff Uranin in eine Karstspalte ein. (Foto: surek)
Schwäbische Zeitung
Florian Surek

Ein wahrlich buntes Treiben haben Schaulustige am Samstagmorgen auf dem Gelände der Laichinger Kläranlage Ost verfolgen können: Professor Wolfgang Ufrecht von der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Blautopf schüttete eine grell-grüne Flüssigkeit in eine Karstspalte – Uranin (siehe Kasten).

Die von der Arge Blautopf und Arge Blaukarst initiierte Aktion soll eine wesentliche Frage beantworten: Wie fließt das Wasser auf der Laichinger Alb auf seinem Weg zum Blautopf in Blaubeuren?

Um darauf eine Antwort zu erhalten, holten sie sich fachliche Hilfe: das Karlsruher Institut für Angewandte Geowissenschaft. Die grelle Flüssigkeit, die Ufrecht aus einem orangefarbenen Kanister schüttete, sei „ein Stoff, der auch in der Kosmetik verwendet wird und keinen Schaden im Untergrund anrichtet“. Das nämlich sei eine Auflage gewesen, die die Forscher erfüllen mussten, um grünes Licht für ihren Feldversuch zu bekommen.

Mit der Entdeckung der Hessenhauhöhle bei Berghülen im vergangenen Jahr steht nun fest, dass es neben der bislang bekannten Urblau, die im Blautopf endet, noch einen weiteren unterirdischen Fluss, gibt – die Nordblau. In beiden unterirdischen Wassersystemen sollen Computer den Stoff Uranin messen. Dadurch erhoffen sich die Höhlenforscher die Erkenntnis, auf welchem Weg das Wasser von der Laichinger Alb in Blaubeuren ankommt.

Auch im Römersteiner Ortsteil Zainingen fand dieser Versuch am Wochenende statt. Dabei stellt sich auch die Frage, ob das Wasser von dort den gleichen Weg durch den Untergrund nimmt wie das aus Laichingen oder ob es mehrere unterirdische Quellen gibt. Bis das Uranin jedoch in den Höhlensystemen oder gar im Blautopf angekommen ist, könnten einige Tage vergehen, ergänzte Wolfgang Ufrecht. Eine Auswertung der Ergebnisse werde erst in den nächsten Wochen vorliegen.

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