Fronleichnam in Laichingen am Sonntag

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Pfarrer Karl Enderle mit den Ministranten am Altar auf dem Duceyer Platz nach der feierlichen Fronleinamsprozession durch Laichi
Pfarrer Karl Enderle mit den Ministranten am Altar auf dem Duceyer Platz nach der feierlichen Fronleinamsprozession durch Laichingen. (Foto: Steidle)

Weitere Fotos zu Fronleichnam und zum Gemeindefest in Laichingen finden Sie im Internet unter

www.schwaebische.de/fronleichnam2018-laichingen

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Das Fronleichnamsfest ist in Laichingen am Sonntag nachgeholt worden. Warum das Fest bei der katholischen Kirchengemeinde Laichingen seit einigen Jahren immer am Sonntag nach Fronleichnam gefeiert wird, das hat einen einfachen, praktischen Grund: Am Festtag selber gibt es die Tradition in Westerheim und Ennabeuren, während am Sonntag darauf organisatorisch bedingt in Laichingen gefeiert wird. Das ist voll akzeptiert, denn auch in den Ländern, in denen Fronleichnam kein gesetzlicher Feiertag ist, kann das Fest erst am Sonntag darauf gefeiert werden. Pfarrer Karl Enderle kann sich in der Seelsorgeeinheit Laichinger Alb nicht zerreißen und an einem Tag nur an einer Prozession teilnehmen.

Bei herrlichem Sonnenschein hat nun die katholische Kirchengemeinde Laichingen mit der von Suppingen am Sonntag das „Hochfest des Erlösungswerkes Jesu Christi“ nachgeholt, wie Fronleichnam von Pfarrer Enderle definiert wird. Im Anschluss an die Eucharistiefeier in der Kirche Maria Königin zu festlicher Blasmusik der Stadtkapelle zog die Gemeinde in einer Prozession hinaus ins Freie zum Duceyer Platz, wo bei der Stadtbücherei der Altar aufgebaut war.

Stadtkapelle musiziert feierlich

Die Stadtkapelle begleitete den Prozessionszug mit zahlreichen Gläubigen und setzte unter der Leitung von Dirigent Gerhard Engler mit Prozessionsmärschen und Hymnen einen schönen musikalischen Akzent. Es ist in Laichingen lange Tradition, dass die Stadtkapelle Laichingen die Fronleichnamsfeier musikalisch umrahmt. Bei der Messe ließ das Ensemble um Gerhard Engler das „Amen“ und die Bachkantate „Jesu bleibet meine Freud’“ erklingen. Es begleitete das Volk bei den Liedern, so eingangs zu „Lasset am heiligen Fest heute uns fröhlich sein“.

Pfarrer Karl Enderle trug bei der Prozession die Monstranz mit der heiligen Hostie durch die Straßen Laichingens, begleitet von zahlreichen Ministranten und den Kommunionkindern, die fleißig Blumen streuten. Am Altar vor der ehemaligen Radschule trug er das Johannes-Evangelium von der „wunderbaren Brotvermehrung“ vor und erteilte der Gemeinde den feierlichen Segen, ehe die Gläubigen zurück zur Kirche Maria Königin schritten, wo dann die Bevölkerung zu einem Gemeindefest im Hof der Kirche geladen war.

Unter dem Motto „Frieden“ stand der herrliche Blumenteppich vor dem Altar auf dem Duceyer Platz in der Stadtmitte Laichingens – in Anlehnung an das Motto „Suche Frieden“ des Katholikentags in Münster. Zu sehen auf dem Kunstwerk aus Blumen waren Symbole des Friedens, so eine weiße Taube und ein bunter Regenbogen. Weitere wunderschöne Motive gab es vor dem Altar in der Kirche auf vier Platten zu bestaunen, den die Erstkommunionkinder mit Eltern und Helfern gestaltet haben.

Diese zeigen in Erinnerung an das Motto der diesjährigen Erstkommunionfeier „Jesus, wo wohnst Du?“ Orte, an denen Jesus zu finden ist: in der Kirche, in der Eucharistie, in Brot und Wein nach der Wandlung sowie im Herzen jedes Menschen. Ein Team von rund 30 „Künstlern“ mit zahlreichen Kindern um Christine Sommer und Marienschwester Rita Fleck hatte am Samstag in der Garage des Pfarrhauses die Blumenteppiche gestaltet. Es sei gar nicht so einfach gewesen, ausreichend Blumen in diesem Jahr zu finden, wie zu hören war. Der Grund: Der heftige Hagel vor eineinhalb Wochen hatte auch die Blumen in den Gärten Laichingens in Mitleidenschaft gezogen.

In seiner Festpredigt zu Fronleichnam ging Pfarrer Karl Enderle auf den herrlichen Blumenteppich der Kommunionkinder ein und er beantwortete ihre Frage, die über dem Teppich stand: „Jesus, wo wohnst Du?“ Ausgehend vom Pfingstfest mit der „Sendung des Heiligen Geistes“ und der „Vollendung des Erlösungswerks Christi“ wohne Jesus Christus in jedem Herzen jedes Menschen. Jesus lehre die Ehrfurcht vor der Schöpfung und den wunderbaren Werken seines himmlischen Vaters und sei deshalb auch in der Natur mit seinen herrlichen Blumen gegenwärtig. Schließlich dringe der Gottessohn über das Sakrament der Eucharistie und mit seiner großen Liebe in jeden Menschen und lasse ihn teilhaben am ewigen Leben, erläuterte Enderle. Dieses große Glaubensgeheimnis teilen sich die Gläubigen in der Gemeinde, um es zu begreifen und zu fassen. Es werde in der Kirche mit den offenen Fenstern, dem vierten Bild des symbolträchtigen Blumenteppichs, geteilt. Jesus gelange über die Eucharistie zu den Menschen. Die Erinnerung an Christus werde in den Kirche weltweit gelebt.

Weitere Fotos zu Fronleichnam und zum Gemeindefest in Laichingen finden Sie im Internet unter

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