Frenetische Frei.Wild-Party als Finale

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Redaktionsleiter

Mehrere tausend Fans der Gruppe Frei.Wild haben am Samstagabend auf dem Flugplatz die größte Party gefeiert, die es bisher in Laichingen gegeben haben dürfte. Die südtiroler Deutschrock-Musiker versetzten die Menge in Ekstase. Und deuteten an, kommendes Jahr gerne wieder nach Laichingen zu kommen.

Bevor um kurz vor 23 Uhr der von vielen heiß ersehnte Auftritt von Frei.Wild beginnen konnte, schickte ein Ansager von der Bühne einen Wunsch ins Publikum, den so manche auch als Warnung verstehen mussten. Er bat die Zuhörer, es sofort den Sicherheitskräften zu melden, wenn sie jemanden mit Bengalischen Feuern oder anderen gefährlichen und verbotenen Feuerwerkskörpern entdecken. Zunächst aber waren es Frei.Wild um Frontman, Sänger und Gitarrist Philipp Burger, die ein Feuerwerk abbrannten. Ein musikalisches. Vom ersten Ton an hatten die Deutschrocker die schätzungsweise zwischen 6000 und 8000 Fans auf ihrer Seite. Insgesamt sollen rund 9000 Besucher, so Veranstalter Andy Kamm, das Festival besucht haben.

Einfach - und effektiv

Laut, aggressiv, direkt und deutsch – die Songs von Frei.Wild kommen – größtenteils – im Gewand von hartem, zackigem und schnellem Rock daher. Harmonisch einfach gestrickt, musikalisch B-Ware. Der Puls der Zuhörer schnellte jedoch sofort in ungeahnte Höhen. Sicher auch, weil es keine One-Man-Show ist, die der charismatische Burger abzieht, sondern weil er das Publikum einbezieht, direkt mit seinen Fans kommuniziert. Diese sangen, auch am Samstag in Laichingen, lauthals mit, sie schienen nahezu alle Lieder auswendig zu kennen. Man spürte eine überaus starke Verbundenheit zwischen Band und Fans. Und zwischen Fans und Fans. Viele lagen sich in den Armen.

„Ich hoffe, ihr kommt nächstes Jahr wieder!“, schmettert Burger schon zu Beginn in die Menge, welche prompt zurück grölt. Der Sänger bedankt sich bei Andy Kamm für die Organisation, und immer wieder auch bei seinen Fans, die er in der Regel mit „Freunde“ anredet. „Ihr seid ein supergeiler Haufen!“

„Die Band, die Wahrheit bringt“

Inhaltlich drehen sich die Songs mit Titeln wie „Südtirol“ oder „Das Land der Vollidioten“ um Heimat, Freundschaft und Zusammenhalt; vor allem aber um das Gefühl, ausgegrenzt zu werden. Von wem, wird oft nur angedeutet, ist im Grunde aber klar: Von „denen da oben“, der Politik, Chefs, Medien. Aber auch von Freunden (oder Freundinnen). Omnipräsent ist die Zur-Schau-Stellung einer Opfer-Attitüde. Doch Rettung naht: in Form einer Band namens Frei.Wild. Ein Song heißt treffend: „Die Band, die Wahrheit bringt.“ Es wäre untertrieben zu sagen, dass die Show den Fans in Laichingen gefällt. Sie sind aus dem Häuschen.

Am Ende knallen Frei-Wild selbst noch ein wirkliches Feuerwerk ab. Es kracht und regnet Luftschlangen. Die Ansage vom Beginn fruchtete übrigens auch. Nur ein Bengalo und ein Böller wurden während des Konzerts gezündet. Ein Übeltäter wurde gefasst und abgeführt.

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