Frauen glänzen mit einer Perle nach der anderen

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Das Frauen-Ensemble aCHORd zeigte sehr viel Können.
Das Frauen-Ensemble aCHORd zeigte sehr viel Können. (Foto: Köpf)

Ausgelassen und beschwingt hat sich das Laichinger Frauen-Ensemble aCHORd bei der Stunde der Kammermusik am Sonntag präsentiert. Im vollbesetzten Bürgersaal des Alten Rathauses freute sich Organisator Volker Hausen über die erschienenen Gäste, die „so zahlreich zu würdigen wissen, was wir hier kulturell und vokalisch zu bieten haben“.

Die 15 versierten Sängerinnen unter der Leitung von Christine Menge, einer studierten Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin, singen, weil es ihnen Spaß macht und „uns berührt“, erklärte Michaela Fasolin, die zusammen mit den Sängerinnen Sabine Graser-Kühnle und Elke Tuchnowski das Moderatoren-Trio bildete, das charmant durch das Programm führte. Das Ensemble, das vor sechs Jahren vom Laichinger Gesangverein Frohsinn gegründet wurde, zeigte sich stimmlich und klanglich angenehm vielschichtig. Mit ihrem facettenreichen Programm und der Liederauswahl aus verschiedenen Musikepochen beglückte es das Publikum mit Chorstücken in sechs verschiedenen Sprachen. Mit ihrem aktuellen Projekt „Perlen der Chormusik“ geht aCHORd auf kleine Tour. Auftakt war das Konzert bei der Stunde der Kammermusik.

Hagebutte, Federn und Daunen

Die „Perlen der Chormusik“ beziehen sich auf die verschiedenen Musikgattungen und Chorstücke. So gingen die Moderatorinnen auf die einzelnen Lieder des Programms ein: „Diese herrlichen Perlen haben wir zu einer schönen Perlenkette geschnürt“, sagte Elke Tuchnowski. Aber nicht nur Perlen seien Bestandteil der Kette, „auch eine Hagebutte ist dabei“, ergänzte Sabine Graser-Kühnle und spielte auf das erfrischende und mit viel Können vorgetragene Arrangement „Das Männlein“ von Uli Führe an. Dass auch Federn und Daunen zur Perlenkette gehören, bewiesen die Sängerinnen mit den nächsten Stücken, in denen es tierisch zuging: Das Stück „Im Park“ nach Joachim Ringelnatz überzeugte, und „Ich wollt ich wär ein Huhn“ wirkte dank Gackern und dem unterhaltsamen Interagieren der Sängerinnen belebend und entlockte dem Publikum so einige Lacher. Auch der italienische Satz „Wann uns die Henn“ aus dem 16. Jahrhundert gefiel den Zuhörern außerordentlich gut.

Weiter ging es mit besonderen Klängen im Stück „Java Jife“ von Michael Kainberger, „eine weitere Perle in der Perlenkette“, erläuterte Sabine Graser-Kühnle. Auch die japanische Volksweise „Hotaru Koi“ und das bekannte Stück „Can‘t help falling in love“ wurden von den Sängerinnen kunstvoll und voller Leidenschaft vorgetragen. Kein Wunder, bei ihrer musikalischen Leiterin Christine Menge, die professionell und akzentuiert dirigierte und bei „Can’t help falling in love“ das Ensemble schön auf dem Flügel begleitete.

„Nun fädeln wir unsere letzten Perlen auf die Kette“, leitete Sabine Graser-Kühnle den Abschluss ein. Auch eine Perle aus Horn vom Geweih der Elche sei dabei: das Stück „die Elche“ von Arunga Heiden, das besonders gefühlvoll vorgetragen wurde. Und das jiddische Stück „Dos Kelbl“, vorgetragen in der Originalsprache, stehe für die Schicksalsperle, denn „jeder Mensch habe sein eigenes Schicksal zu tragen“, ergänzte Elke Tuchnowski.

Mit viel Applaus wurde aCHORd belohnt, und dem Publikum wurde eine Zugabe nicht vorenthalten, denn „es hat Ihnen wohl gefallen, unsere Perlenkette“, meinte Sabine Graser-Kühnle. Dass sie damit Recht hat, bestätigte Zuhörerin Irmgard Payer aus Machtolsheim – Sie habe den Gesang als „einwandfrei“ empfunden und sei begeistert über die „wirklich tollen Stimmen“.

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