In Flammen: Werner Dannemann bei seinem Auftritt mit der Tonite Band im Laichinger Café Deli. Nächste und letzte Chance auf die
In Flammen: Werner Dannemann bei seinem Auftritt mit der Tonite Band im Laichinger Café Deli. Nächste und letzte Chance auf die Tonite Band in diesem Jahr – am Freitag, 23. Dezember beim „Coming Home for Christmas-Konzert in der Münsinger Zehntsc (Foto: Kriegler)
Jutta Kriegler

Dieses Alb-Live-Konzert war wieder mal ein Volltreffer: Volles Haus beim Konzert der Tonite Band im Café Deli am vergangenen Donnerstag. Auf dem Programm standen Rockhits mit Klassikern aus den späten 60ern von Hendrix, Cream, Clapton oder Cocker. Die Tonite Band war in Hochform, ebenso Gaststar Werner Dannemann. Der Sänger und Gitarrist hat sein Publikum mit einer unglaublichen Intensität begeistert.

Sobald Dannemann auf der Bühne stand, war plötzlich alles wie damals, als Bands wie die Rolling Stones, Dire Straits oder Bruce Springsteen die Konzerthallen füllten. Zumindest fühlte es sich so an. Oder doch nicht?

Zur Einstimmung spielte die Tonite Band melodische Balladen, doch bald steigerten die sechs Musiker der bewährten Kernband ihr Tempo: Steffen Knauss, Organisator der Alb-Live-Konzerte, immer gut gelaunt, ist ein Könner am Bass, tatkräftig unterstützt von Martin Huber am Schlagzeug und dem jung gebliebenen „Alt-Rocker“ Manfred „Hasi“ Fischer mit seiner langen Mähne an den Percussions, immer für einen Spaß auf der Bühne zu haben. Klaus Huber an den Keyboards zaubert zu jeder Musik einen stilechten Sound und Reiner „Hatschi“ Hascher gibt bei seinen E-Gitarren-Soli richtig Gas mit seinen flinken Fingern. Frontman Gerhard Schrode mit seiner starken, weichen Stimme und seinem engen Kontakt zum Publikum ist das Herz der Band und zudem ein hervorragender Gitarrist.

Die Tonite Band genoss ihr Heimspiel im Deli sichtlich – mit lässigen Ansagen auf Schwäbisch. Ihre Weihnachts-Party im Deli wirkte nicht wie ein „Auftritt“, sondern fühlte sich an wie ein Fest unter Freunden – und das war es auch. Die Tonite Band hat ein festes Stammpublikum. Ihre Konzerte sind beliebte Treffpunkte für ganze Generationen von Musik-Fans, perfekt abgestimmt auf Altersgruppe und Location. Dieses Mal waren wie gesagt die späten 60er dran. „Genau deshalb sind wir hier“, sagte eine Frau aus dem Publikum. „Wir lieben diese Musik – sie ist ein Teil von uns, von unserer Jugend, von unserer gemeinsamen Vergangenheit.“

Mit Werner Danneman ist diese Zeit wieder lebendig geworden. Bruce Springsteens Titel „I‘m on Fire“ scheint sein Lebensmotto zu sein – zumindest auf der Bühne: Der leidenschaftliche Sänger steht in Flammen bei seinen Auftritten, temperamentvoll, ungebremst und absolut authentisch. Er kann mit seiner Stimme machen was er will. Sie klingt rau und kratzig, dann wieder voll und weich – mit einem breiten Spektrum an Stimmungen. Sollte man eine davon herausfiltern, die seine Ausstrahlung am besten auf den Punkt bringt, dann wäre es dieses Aufbegehren, dieses Gefühl von Aufbruch und Revolution, von Trotz und Schmerz und ungebrochenem Widerstand, das die Musik der 60er und 70er Jahre geprägt hat: Dannemann ist ein Kind seiner Zeit. Nicht nur als Sänger war er ein Erlebnis. Auch seine E-Gitarre war eine Wucht.

Die Tonite Band ist voll mitgegangen. Dannemann und Schrode harmonierten hervorragend als Sänger und legen mitreißende Songs hin. Als sich die vier Gitarristen Knauss, Hascher, Schrode und Dannemann im Finale zu einem Kreis zusammen tun und nochmal alles geben, ist es wie damals – fast jedenfalls.

„Ich komm’ zu den Konzerten der Tonite Band, weil ich da immer eine Menge Leute treffe – Jugendfreunde von früher“, erzählt ein Gast. „Aber auch wenn sich die Musik anhört wie damals: Es ist nicht wie damals. Nichts ist wie damals. Die Musik von Clapton, Cream, Cocker und wie sie alle heißen – die ist doch vorbei. Warum spielen die Jungs nicht was Neueres? Sowas wie Prince zum Beispiel. Da haben sie leider nur einen Song gespielt. Und der ist ja auch schon wieder 30 Jahre alt. Aber bei Purple Rain sind die Leute richtig mitgegangen.“

Sind diese Musik und das mit ihr verbundene Lebensgefühl vorbei oder nicht vorbei? Ist sie endgültig Vergangenheit oder für immer ein Teil von uns? Jeder wird diese Frage anders beantworten. Gute Musik war’s allemal.

Wer die Tonite Band im Deli verpasst hat, bekommt eine weitere Chance – beim „Coming Home for Christmas-Konzert“ am

Freitag, 23. Dezember in der Münsinger Zehntscheuer mit vielen Gastmusikern aus der Region. Weitere Infos unter www.alblive.de.

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