Fernseher und Porno-Heftchen: Laichinger säubern ihre Stadt

Lesedauer: 6 Min
Schwäbische Zeitung

Mit Handschuhen, Müllgreifern und Kunststoffsäcken haben sich am Samstagmittag freiwillige Helfer in Laichingen auf den Weg gemacht, um Müll aufzusammeln. „Das ist jetzt mindestens schon das 40. Mal, dass wir das machen. Immer ein Mal im Jahr“, erzählt Heinz Rauscher. Er ist der Vorsitzende des Schwäbischen Albvereins Laichingen, der zusammen mit der Stadtverwaltung zur Markungsputzete aufgerufen hatte.

„Wir haben im Vorfeld schon geschaut, wo überall Müll liegt“, erklärte Rauscher. Das sei in diesem Jahr aufgrund des schneebedeckten Bodens gar nicht so einfach gewesen. „Wir haben lange überlegt, ob wir die Markungsputzete verschieben. Aber jetzt kommt Ostern und im April soll man wegen der brütenden Vögel nicht mehr in die Hecken gehen“, so der Albvereinsvorsitzende bei der Begrüßung der 30 Helfer.

Los geht es beim Bauhof

Startpunkt war der Laichinger Bauhof. Von dort schwärmten die Gruppen zu verschiedenen Orten aus. „Lasst uns schauen, dass wir so viel wie möglich des Mülls aus der Landschaft bekommen“, appellierte Rauscher. Gerade im Bereich des Industriegebietes sei viel einzusammeln. „Meist liegt dort viel Müll, wo auch die Lastwagen vorbei kommen und eben dort, wo viele Menschen zusammen kommen", erzählte der Vorsitzende aus seiner Erfahrung. Jedes Jahr würden die freiwilligen Helfer fünf bis sechs Kubikmeter Müll einsammeln. „Wir haben schon einen Fernseher und Pornoheftchen gefunden“, erinnerte er sich zurück. Reifen, Toilettendeckel, viele Flaschen, Plastik, Hausmüll und sogar komplette gelbe Säcke seien auch immer mit dabei – und das, obwohl der gelbe Sack monatlich stets vor der Haustür abgeholt werde. Das frustriere, so Rauscher. Deswegen wolle er für mehr Verständnis in der Bevölkerung werben. Die sei nicht so groß. Müll werde einfach in der Natur entsorgt.

Fachgerechte Entsorgung

Glas, Metall, Plastikmüll: Bei der Markungsputzete wurde der Müll direkt getrennt. Später wird dieser fachgerecht vom Bauhof entsorgt.

Auch Kinder packten kräftig mit an. Das sei richtig und wichtig, so die Organisatoren. So könne den Kindern gleich gezeigt werden, dass es falsch ist, seinen Müll einfach auf die Straße zu werfen. Ganze Familien gingen so am Samstag ans Werk. „Wir sind das erste Mal dabei“, erzählt Tina Schmidt. Sie fügte an: „Es ist ganz wichtig. Auch für die Kinder, die sehen, wo überall einfach Müll entsorgt wird.“ Den jüngsten Helfern schien das Aufräumen zudem Spaß und Freude zu bereiten. Fleißig griffen sie sich die Kunststoffsäcke.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen