Die 65 jungen Spatzen und ihr Dirigent Hans de Gilde setzten sich bei dem Benefizkonert in Laichingen auch singend in Bewegung
(Foto: Baz)
Daniel Baz

Zu Gunsten der Bürgerstiftung Laichingen hat der Jugendchor der Ulmer Spatzen am Samstagabend in der Daniel-Schwenkmetzger-Halle in Laichingen ein beeindruckendes Konzert vor zahlreichen Besuchern gegeben. Aus dem Erlös soll das soziale und kulturelle Leben in Laichingen gefördert werden.

Als die 65 jungen Spatzen, davon nur zwei männliche, mit dem „Ricevete, oh padroncina“ aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Hochzeit des Figaro“ anstimmen, sind viele Gäste vom hitzigen Wetter mitgenommen. Da kommt, das schwungvoll-verspielte Liedchen gerade recht, das einen Strauß frischer Blumen, demutsvoll und mit liebendem Herzen verschenkte.

Die mit schwarzer Hose und roter Weste gekleideten Sängerinnen mit ihren inspirierend-frischen Dirigenten Hans de Gilde begannen sympathischer Weise ihren Streifzug durch das musikalische Deutschland mit dem tändelnden Lied Mozarts. Darauf brachten sie mit dem Lindenbaum von Franz Schubert die tiefsten Gründe deutscher Beseeltheit zum Klingen, ein Lied, das den meisten Leuten besser bekannt unter den Anfangszeilen „Am Brunnen vor dem Tore“ ist.

Durch die glasklaren Mädchenstimmen intoniert, waren die trüben Wasser von „Da unten im Tale“ von Brahms „sprichst allweil von Lieb, sprichst allweil von Treu und a bissalle Falschheit ist auch wohl dabei“ zumindest im leuchtenden Moment „blendender“ Schönheit geklärt.

„Der Schönheit reiner Trieb“ und ein bisschen auch das geniale Kompositionsgeschick des Liederablaufs von Hans de Gilde führten nun über das „Zigeunerleben“ nach Israel und über die Donau mit ihrem Rauschen hin zu „Kyrie“, dem Höhepunkt vor der Pause. Trotz des Eindringens der wilden und unbeherrschten Lüste und ihrer magischen Kraft im Zigeunerleben des Romantikers Robert Schumann konnte die Reise weiter nach Israel gehen. Da war der Jugendchor der Ulmer Spatzen 2007 zu Gast gewesen und hat zwei Lieder auf Hebräisch mitgebracht „A white rainbow“ von Josef Hadar und „Dodi L“i, das laut Hans De Gilde seinen Text aus dem Hohelied des Salomo bezieht.

Während de Gilde aus dem Text von „A white rainbow“ zitiert („Jemand wird für mich einen weißen Regenbogen finden und aus dem Regenbogen klingt ein wundervoller Saitenklang“), waren die Leute beglückt: Die Sonne blendete zwar und manche fächelten sich Luft mit den Programmzetteln zu, aber das „Halleluja“, von Susanne Ott interpretiert, entschädigte für die Hitze im Saal. Susanne Ott singt bei den großen Spatzen und ist Stimmbildnerin für die Nachwuchssänger. Welch ein Enthusiasmus auf beiden Seiten am Ende des Songs.

Das „Halleluja“ von Leonard Cohen empfindet sie als ein tiefes Lied, das sie auf Anfrage des Dirigenten gerne zu der Aufführung beisteuern wollte. Sie habe sich nur vorher noch gesagt, „da müsse sie sich richtig anstrengen“, da sie die kleinen Spatzen heute so gut sängen. Und das hat Susanne Ott auch. Das Lied, das man sonst ganz aufgelöst am Lagerfeuer mitwispert, von einem ausgebildeten Mezzo-Sopran zu hören, das war ein besonderes Highlight des schönen Konzertabends. Da aus jedem gesungenen Wort ein Licht scheine, das Licht der Schönheit, sei nur der Jubel der Seele nötig, das „Hallelujah“ als große Verehrung Gottes zu sehen und zu deuten.

Hans de Gilde vermochte dann im zweiten poppigen Teil des Benefizkonzerts auch das Element der Formationen und Tänze stilvoll zu nutzen, zum Beispiel als der Chor Tafelbesteck in „Blunt the Knives“ aus dem Film „The Hobbit“ als Instrumente nutzte. Zum Abschluss des reichen zweiten Teils, in dem das Lied „For the beauty of the earth“ in glasklarer Manier rührend vorgebracht wurde und dann mit „Tears in Heaven“ von Eric Clapton das traurigere Register angeschlagen wurde, gab es noch „We are the World“ original von Lionell Richie in der Version von Michael Jackson zu hören.

So schloss sich der Bogen der Reise von Deutschland über Israel nach Amerika und hin zur Weltbürgerschaft in „Gods great big family“. Nach dem Konzert waren die Gäste voll des Lobes für die klaren, erfrischenden und erheiternden Kehlen und froh, dass die Hitze draußen nachgelassen hatte. Kräftig war der anerkennende und dankende Beifall des Publikums für einen schönen und gelungenen Konzertabend.

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