Eichenprozessionsspinner auch in Laichingen: Jetzt sind Förster und Bürger gefordert

Lesedauer: 5 Min
Ein Mann im Scutzanzug entfernt die Tiere
Auch in Heroldstatt wurde die Raupe schon entfernt. (Foto: Gemeinde)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleiter

Die Stadtverwaltung teilt mit: „Der Eichenprozessionsspinner ist in Laichingen angekommen.“ Da die Brennhaare der Raupen große Schmerzen auslösen sowie andere negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können, sollen Bürger nun befallene Bäume melden.

Schon zwei Mal ist Revierförster Alfred Daiber zuletzt ausgerückt. Er entfernte in Laichingen Nester des sogenannten Eichenprozessionsspinners („EPS“, ein Schmetterling) sowie einzelne Tiere.

Ein Haufen Eichenprozessspinner
Die Haare der Raupe sind das Problem, deshalb: Hände weg! (Foto: Thomas Warnack)

Zwar sei die „Hauptsaison“, in der die Raupen mit ihren Haaren für den Menschen gefährlich werden können, quasi schon vorüber, so Daiber; die Stadtverwaltung verweist allerdings darauf, dass aktuell „ein Anstieg der Population“ zu verzeichnen sei, der Höhepunkt sei nicht abzuschätzen.

In Laichingen sei Befall von Eichen durch den Eichenprozessionsspinner „bereits in allen Himmelsrichtungen“ festgestellt worden. Sofern durch den Befall von einer „erhöhten Gefährdung für Dritte“ ausgegangen werden kann, sei ein Einschreiten der Ortspolizeibehörde („nach Ermessen zur Abwehr von Gefahren“) zuständig.

Die Bevölkerung werde zur Aufmerksamkeit aufgerufen und zur Meldung von betroffenen Bäumen beim Ordnungsamt unter 07333/85-20 gebeten. Wer befallene Bäume sichtet, solle aber „Abstand halten“.

Werden Nester entfernt, herrscht zumindest für das laufende Jahr Ruhe. Trotzdem können die Raupen im kommenden Jahr wieder an derselben Stelle auftreten, so die Verwaltung. Sie informiert weiter, dass das Ausmaß eines Befalls stark vom Zusammenspiel des Austriebs der Eichen mit dem Schlupf der Raupen abhänge. In diesem Jahr fielen beide Ereignisse zusammen, was die Vermehrung der Eichenprozessionsspinner begünstigte.

Die ersten beiden Raupenstadien (L1, L2) seien für den Menschen noch ungefährlich. Ab dem dritten Raupenstadium (L3) bildeten sich die hoch allergenen Brennhaare, die mit jedem weiteren Stadium mehr werden.

Die Symptome nach einem Kontakt mit den Brennhaaren:

Raupenhaar-Dermatitis (häufig): Starker Juckreiz über mehrere Tage, entzündlicher Hautausschlag, lokale rote Flecken oder auch flächige schmerzhafte Hautrötungen

Reizung der Atemwege (selten): Halsschmerzen, Husten, bis zu asthmaartigen Symptomen, Schwellung der Nasenschleimhaut

Entzündungen der Augenbindehaut (selten): Akute Bindehautentzündung mit Rötung (und Lichtscheu), Schwellung der Augenlider

Allgemeinsymptome (sehr selten): Schwindel, Müdigkeit, Fieber, allergische Reaktionen

Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner
Es ist wieder soweit. Mit Beginn des warmen Wetters schlüpfen die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Alleine der Namen löst bei manchen Menschen schon Juckreiz aus. Seine feinen Larven Haare sind aber noch viel schlimmer. Nach einiger Zeit entwickeln die nämlich Widerhaken und ein Nesselgift. Weil das bei Menschen gesundheitliche Probleme auslösen kann, gehen die Städte und Gemeinden gerade wieder verstärkt gegen die kleinen Raupen vor.
Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen