Dr. Vogel operiert - Stolz verlängert Frist

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Nachdem Dr. Peter Vogel jetzt seine Zulassung als Unfallchirurg hat (wir berichteten) dürfen er und Dr. Andreas Appel ab sofort auch wieder am Laichinger Krankenhaus so genannte TEPs (Hüft und Knieprothesen) bei Kassenpatienten operieren. Dies hat der Aufsichtsrat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen.

Da sich ein Teil der Kostenträger, darunter auch die AOK, immer noch weigert, bereits erbrachte Leistungen des Pflegezentrums Laichinger Alb zu erstatten und damit das Krankenhausbudget für 2008 entsprechend zu erhöhen, hat der Aufsichtsrat auch beschlossen, den Weg zur Schiedsstelle zu beschreiten. Ein Verfahren vor der Schiedsstelle ist erforderlich, bevor gegen die Kostenträger vor dem Sozialgericht Klage erhoben werden kann.

Zudem beschloss der Aufsichtsrat, derzeit keinen zusätzlichen Chirurgensitz am Krankenhaus auszuschreiben. Man wolle keinen Lösungsvorschlag für die Zukunft vorgeben, erklärten der Aufsichtsratsvorsitzende, Bürgermeister Friedhelm Werner, und der Geschäftsführer der Pflegezentrum Laichinger Alb GmbH, Uwe Molnar, in ihrer Mitteilung gestern Abend.

Werner und Molnar begründen dies doppelt. Sowohl der Alb-Donau-Kreis als auch die Zieglerschen Anstalten zusammen mit den Dres. Appel und Vogel sollten unter denselben, derzeit gültigen Voraussetzungen ihre Angebote erarbeiten. Zudem sei der Aufsichtsrat der Auffassung, dass angesichts der bereits in Laichingen vorhandenen drei Fachärzte für den chirurgischen Bereich (Dr. Appel, Dr. Vogel und Dr. Albert Ding) sich ein weiterer Bedarf nur schwer begründen und umsetzen lassen werde.

Der OKV-Vorsitzende Bernhard Schweizer ist von einem Ausflug mit der LAB, für die er im Stadrat sitzt, aus Stuttgart derweil nicht mit leeren Händen zurückgekommen. In einem persönlichen Gespräch, das auf Vermittlung des Landtagsabgeordneten Karl Traub (CDU) zustande kam, versprach Sozialministerin Dr. Monika Stolz den Bettanabbau für das Laichinger Krankenhaus zunächst auszusetzen. Die Betten hätten von 45 auf 20 reduziert werden sollen (wir berichteten).

Wie lange Frist gilt, ist unklar

Wie lange diese Frist verlängert wird, ist derzeit noch unklar. "Die genaue Dauer der Fristverlängerung bis eine endgültige Entscheidung über die Betten-Streichung getroffen wird, konnte uns Ministerin Dr. Stolz nicht nennen. Sie brachte vielmehr klar und deutlich zum Ausdruck, dass der OKV und die Pflegezentrum gGmbH in den nächsten Wochen und Monaten ein schlüssiges und nachvollziehbares Konzept vorlegen sollten. Die Ministerin machte dabei klar, dass wir diese noch bestehende Chance nutzen sollten", erklärte Schweizer gestern auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung.

Ziel der OKV-Verantwortlichen sei es nach wie vor, den Mitgliedern unterschiedliche Konzepte zur Rettung der Einrichtung präsentieren zu können, so Schweizer. Allerdings sei es derzeit noch unklar, ob der Kreis ein verändertes Angebot abgeben werde. Allerdings habe der Aufsichtsrat der Kreiskrankenhaus GmbH erklärt, dass er sich seiner Verantwortung für Laichingen bewusst sei.

"Damit verbinden wir die Hoffnung, dass der Alb-Donau-Kreis neben den anderen Anbietern der Pflegezentrum gGmbH erneut ein nachhaltiges belastbares Konzept zur Zukunftssicherung unserer Einrichtung vorlegt", so Schweizer, der noch vor Weihnachten die OKV-Mitglieder mit einer weiteren Ausgabe der OKV-Information über den derzeitigen Stand informieren will.

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