Das Pubertier in vielen Facetten und eine Welturaufführung

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 Nach der Lesung signierte Jan Weiler (Mitte) fleißig Bücher in Laichingen.
Nach der Lesung signierte Jan Weiler (Mitte) fleißig Bücher in Laichingen. (Foto: Anders)
Mediaberaterin

Ein lang gehegter Wunsch von VHS-Chefin Ilse Fischer-Giovante und Büchereileiterin Marion König ist in Laichingen im Auditorium der Volksbank Laichinger Alb in Erfüllung gegangen. Aber nicht nur die Beiden, sondern knapp 100 gespannte Zuhörer freuten sich auf die Lesung von Schriftsteller und Journalist Jan Weiler. Sie wurden nicht enttäuscht und erfuhren: Ein „Pubertier“ kommt selten allein.

Binnen weniger Minuten gelang es dem Autor, sein Publikum mit Sprachwitz, Charme und zündender Ironie zum Lachen zu bringen. Nicht nur leidgeprüfte Eltern, auch Großeltern, Eltern ausgewachsener „Pubertiere“ und Eltern, die erst noch in den Genuss der Adoleszenz ihrer Zöglinge kommen dürften, waren anwesend und fanden sich, oft schmunzelnd, in den Erzählungen von Jan Weiler wieder. Auf humorvolle Art gab dieser überlebenswichtige Tipps im Umgang mit den Pubertieren, welche sich auch, so der Autor, zum Leidwesen aller Eltern, als extreme Verwandlungskünstler offenbaren könnten. So trete ein Pubertier – gemeint sind Heranwachsende, die sich langsam aber sicher in Erwachsene verwandeln – oft auch in Form eines „Lamentiers“, „Boykotttiers“ oder auch „Diskutiers“ auf. Letzteres sei das Schwierigste und die anstrengendste Gattung seiner Art, wie Jan Weiler in einigen Beispielen anhand seiner Tochter Carla verdeutlichte.

„Eistee-Geschichte“ aus Ulm

Auf sympathische und lustige Art – die alltäglichen Gegebenheiten erzählend – gelang es Jan Weiler, sein Publikum immer wieder herzhaft zum Lachen zu bringen. Auch kam die Zuhörerschaft in den Genuss einer Welturaufführung, da die vorgetragene „Eistee-Geschichte“ erst kurz vor Beginn der Lesung in einem Ulmer Hotel niedergeschrieben wurde.

Der Autor verstand es, sein Publikum zu unterhalten und überzeugte ebenso durch seine schauspielerischen Fähigkeiten. Nach der Reise in die Welt der Pubertiere gab er den anwesenden Müttern und Vätern augenzwinkernd folgenden Rat: „Quäle nie ein Pubertier zum Scherze, denn es könnte geladen sein!“ Im Anschluss war Jan Weiler noch lange Zeit damit beschäftigt, Bücher zu signieren und einige Besucher der Veranstaltung verweilten ebenso noch im Foyer bei Sekt und Saft und führten angeregte Gespräche.

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